Wie Alpine eine weltweit erfolgreiche E-Auto-Marke werden soll

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Luca de Meo, der CEO von Renault, hat ein konkretes Absatzziel für die Sportwagen-Tochter Alpine genannt: Die traditionsreiche Marke soll bis 2030 einen Jahresumsatz von gut 150.000 Fahrzeugen erreichen. Bis Alpine von einem Nischenhersteller, der aktuell nur wenige Tausend Einheiten pro Jahr verkauft, zu einem global erfolgreichen Hersteller aufsteigt, werde es allerdings gut zwei Jahrzehnte dauern, so der Renault-Chef: „Der Ausbau der Marke Alpine ist eine 20-jährige Reise, da wir dafür zwei oder drei Generationen von Modellen benötigen“, sagte er in einem Interview mit Automotive News Europe.

Aktuell hat die Sparte Alpine, zu der auch die Rennsportaktivitäten von Renault gehören, nur ein einziges Modell im Portfolio: das Mittelmotor-Sportcoupé A110, das für die Kleinserienproduktion gedacht ist. Nach und nach will Alpine nun eine ganze Reihe von fünf, sechs vollelektrischen Modellen einführen, darunter auch Neuauflagen einiger legendärer Renault- bzw. Alpine-Modelle, wie etwa ein neuer Renault 5 ab etwa 2024 und ein rein elektrischer A110 ab 2026. Geplant sind auch ein kompakter Crossover-GT ab 2025, ein GT-Crossover der Mittelklasse ab 2027 sowie ein Oberklasse-GT-Crossover ab 2028

De Meo sagte, dass Alpine zu seinem großen Vorteil bei der Elektrifizierung seiner Produktpalette auf den Technologien und anderen Vermögenswerten von Renault aufbauen kann. Dies soll der Sportwagenmarke dabei helfen, in den hart umkämpften Premium-Segmenten erfolgreich zu sein. Als Referenz bringt de Meo die rein elektrische Sportwagenmarke Polestar ins Spiel, die von Synergieeffekten seiner schwedisch-chinesischen Verwandtschaft um Geely und Volvo profitieren kann.

Abarth und Cupra als Vorlage

Der kompakte Crossover, den Alpine derzeit entwickelt, werde die CMF-EV-Plattform von Renault-Nissan verwenden – aber erheblich modifiziert. „Wir haben die Hinterachse getauscht, eine aktive Drehmomentvektorisierung hinzugefügt und verwenden eine Premium-Chemie für die Batterie sowie einen ausgefeilteren Elektromotor“, erklärt de Meo. Und der Manager weiß, wovon er spricht: De Meo ist erfahren darin, eine sportliche Submarke in eine eigenständig erfolgreiche Marke zu verwandeln: Er testete diesen Ansatz bereits zweimal, als er Abarth im Jahr 2007 von Fiat trennte und im Jahr 2018 Cupra von Seat. Im vergangenen Jahr hat Renault für einen Push seiner Sportwagen-Tochter bereits sein Formel-1-Werksteam in Alpine umbenannt. Dies habe der Marke einen Schub an globaler Anerkennung gebracht, sagte de Meo im November.

Die Modellpalette von Alpine, in die nach und nach immer größere Fahrzeuge integriert werden sollen, soll in Zukunft auch nach Nordamerika und China expandieren, sagte de Meo. Die Verkäufe außerhalb Europas sollen in Zukunft 50 Prozent des Gesamtabsatzes erreichen, sagte er. Er schloss auch eine Notierung an der Börse nicht aus, wie es etwa der Volkswagen-Konzern mit Porsche im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzt hat.

Am Kapitalmarkttag der Renault-Gruppe Anfang November kündigte der Konzern seine finanziellen Ziele für Alpine an: den Umsatz von 2023 bis 2030 um durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr zu steigern, mit Zwischenzielen von 2 Milliarden Euro jährlich bis 2026 und 8 Milliarden Euro bis 2030.

Quelle: Automotive News Europe – Renault’s Alpine brand aims for 6-figure sales by 2030

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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