Aiways verkauft nicht mehr über Euronics

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Aiways

Daniel Krenzer
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Das chinesische Start-Up Aiways beendet nun offziell die Zusammenarbeit mit dem Elektrofachmarkt Euronics, berichtet die Automobilwoche. Bislang wurden der U5 als E-SUV sowie zuletzt das SUV-Coupé U6 über diesen in Deutschland ungewöhnlichen Weg vermarktet. Allerdings mit sehr mäßigem Erfolg: In der ersten Jahreshälfte wurden gerade einmal 39 neue Elektroautos von Aiways in Deutschland neu zugelassen.

„Aiways hat den Kooperationsvertrag mit der Euronics Deutschland über den Vertrieb von Aiways Fahrzeugen gekündigt“, sagte Björn Abels, Leiter operativer Einkauf Euronics, der Automobilwoche. Euronics wolle aber auch in Zukunft wieder E-Autos verkaufen – vielleicht ja von einer anderen der zahlreichen chinesischen, auf den deutschen Markt drängenden Marken. Der Hersteller selbst habe sich zur Kündigung nicht geäußert, schreibt aber auf seiner Internetseite, dass der stationäre Vertrieb in Deutschland aktuell neu verhandelt werde. Die Servicearbeiten sollen aber weiterhin von ATU übernommen werden.

Der Aiways U5 präsentierte sich im Test als schickes E-SUV. / Foto: Daniel Krenzer

Vergangenes Jahr habe Europachef Alexander Klose zur Automobilwoche gesagt: „Für uns ist es denkbar, dass wir noch andere Player in unser Vertriebsnetz aufnehmen. Wir haben bereits mit Handelsgruppen und Importeuren gesprochen, die uns flexibel genug erscheinen. Am Ende geht es darum, den Kunden zu erreichen.“

Bestellungen weiterhin möglich

Bestellt werden könnten die Fahrzeuge weiterhin online, ausgeliefert werden sollen sie dann über den noch zu findenden Betriebspartner – eine Unsicherheit, die vermutlich eher nicht zu einem wieder steigenden Absatz der Fahrzeuge führen dürfte. Das in China mit finanziellen Problemen kämpfende Unternehmen gerät somit auch in Deutschland zunehmend unter Druck, nachdem in der Heimat bereits einige Mitarbeiter entlassen werden mussten.

Der Aiways U5 hatte im Test einen guten Eindruck gemacht. Die zweifarbige Optik macht ein gefälliges SUV aus dem Fahrzeug, das bei den Fahreigenschaften vor allem durch eine butterweiche Federung auffällt. Mit etwa 25 kWh Verbrauch war dieser zwar relativ hoch, allerdings bietet das Fahrzeug auch reichlich Platz und Komfort. Was zum Testzeitpunkt noch nicht gut funktionierte, war die Software. Die Assistenten hatten allesamt ihre Macken, ständig ertönten mitunter schwer nachvollziehbare Warnhinweise. Dies soll sich inzwischen aber verbessert haben.

Quelle: Automobilwoche – „Neue Vertriebsstrategie: Keine Aiways bei Euronics mehr“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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