Afeela 1 startet 2026: Sonys E-Auto wird Realität

Afeela 1 startet 2026: Sonys E-Auto wird Realität
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Afeela

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Im Vorfeld der CES 2026 in Las Vegas nutzte Sony Honda Mobility den Jahresauftakt, um seine langfristige Ausrichtung zu präzisieren und zugleich den nächsten Entwicklungsschritt seiner Elektromarke Afeela zu zeigen. Im Mittelpunkt stand die Idee, Mobilität künftig stärker als digitalen Erlebnisraum zu denken. Das Auto soll nicht mehr allein Fortbewegungsmittel sein, sondern eine Umgebung, in der Zeit, Inhalte und Interaktion neu organisiert werden.

Konkret wurde diese Vision erstmals greifbar mit dem Vorserienmodell des Afeela 1, dessen Auslieferung in Kalifornien innerhalb des Jahres 2026 beginnen soll. Parallel dazu zeigte das Unternehmen mit dem Afeela Prototype 2026 eine weitere Studie, aus der ab 2028 ein Serienmodell für den US-Markt hervorgehen könnte. Beide Autos markieren unterschiedliche Etappen einer Strategie, die Technik, Unterhaltung und Software enger miteinander verzahnt.

Software als Kern des künftigen Afeela-Fahrerlebnisses

Im Zentrum steht dabei ein softwaregetriebener Ansatz. Sony Honda Mobility beschreibt das Auto als lernfähigen Begleiter, der Nutzerpräferenzen erkennt und sich situativ anpasst. Grundlage dafür ist eine Kombination aus Fahrerassistenz, künstlicher Intelligenz und cloudbasierter Dienste. Das Assistenzsystem Afeela Intelligent Drive soll zunächst auf einem erweiterten Level-2-Niveau arbeiten und perspektivisch Funktionen erreichen, die einem Level-4-Betrieb nahekommen. Ziel ist es, Phasen nahezu ohne Fahraufgabe zu ermöglichen und den Innenraum stärker für Mediennutzung zu öffnen.

Ergänzt wird dieses Konzept durch einen digitalen persönlichen Assistenten, der über Sprachdialoge mit den Insassen interagiert. Die zugrunde liegende KI greift auf Cloud-Infrastrukturen zurück und soll individuelle Gewohnheiten berücksichtigen. Für die technische Basis der kommenden Elektrik- und Elektronikarchitektur plant das Joint Venture, Komponenten aus dem Snapdragon Digital Chassis von Qualcomm Technologies einzusetzen. Damit will sich das Unternehmen frühzeitig auf skalierbare Plattformen festlegen, die künftige Software-Updates unterstützen.

Ein weiterer Baustein ist die Öffnung für externe Entwickler. Mit dem Afeela Co-Creation Program stellt Sony Honda Mobility Dokumentationen, Schnittstellen und Entwicklungsumgebungen bereit, um neue Inhalte und Anwendungen für das Infotainment zu ermöglichen. Perspektivisch ist zudem eine offene, blockchainbasierte Serviceplattform geplant, die auf einem tokenbasierten Anreizmodell beruht. Dieser Ansatz soll Ideengebung, Entwicklung sowie Nutzung miteinander verbinden und auch für andere Anbieter zugänglich sein.

Afeela

Während die Vision stark auf Software und Inhalte ausgerichtet ist, schreitet parallel die industrielle Vorbereitung voran. Im Herbst 2025 liefen erste Testproduktionen des Afeela 1 im Honda East Liberty Auto Plant an. Dort werden die Autos im Auftrag gefertigt, um Prozesse und Qualitätsstandards vor dem Serienstart abzusichern. Die Vorserienexemplare wurden bereits auf der CES gezeigt.

Eigene Studios sollen Markenerlebnis bündeln

Zur Markteinführung setzt das Unternehmen auf eigene Showroom- und Auslieferungszentren. In Torrance und Fremont in Kalifornien sollen kombinierte Studios entstehen, die Präsentation, Übergabe und erste Fahrerlebnisse bündeln. Für frühe Reservierende ist ein gestuftes Zugangsprogramm vorgesehen, Probefahrten sind für das laufende Jahr angekündigt. Ab 2027 ist eine Ausweitung des Verkaufs auf Arizona geplant, Japan soll im ersten Halbjahr desselben Jahres folgen.

Technisch positioniert sich der Afeela1 im oberen Segment der elektrischen Mittelklasse. Vorgesehen ist ein Allradantrieb mit zwei Motoren, eine Batterie mit rund 91 Kilowattstunden sowie Schnellladen mit bis zu 150 Kilowatt über den nordamerikanischen NACS-Standard. Die Reichweite wird mit etwa 300 Meilen (ca. 483 km) angegeben. Im Fokus steht weniger die reine Leistungsdatenliste als vielmehr die Ausstattung. Insgesamt 40 Sensoren, darunter Kameras, Radar, Ultraschall und ein Lidar-Modul, bilden die Basis für künftige automatisierte Funktionen.

„Wir werden sicherstellen, dass alle integrierten Funktionen exakt wie vorgesehen arbeiten“, sagte Susan Dulik, verantwortlich für die Produktqualität bei Sony Honda Mobility. Der Anspruch gehe über neue Technik hinaus und umfasse vor allem Zuverlässigkeit. Ob dieses Zusammenspiel aus Unterhaltung, Assistenz und Sicherheitsarchitektur ausreicht, um sich in einem stark besetzten Markt zu behaupten, wird sich mit dem Start der Auslieferungen zeigen.

Quelle: Afeela – Sony Honda Mobility World-Premieres AFEELA Prototype 2026 at CES 2026 / InsideEVs – The First Afeela EVs Have Rolled Off The Production Line

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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