ADAC vergleicht Schnellladefähigkeit von E-Autos

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Bei Elektroautos spielt nicht nur die Reichweite eine wichtige Rolle, sondern auch die Kombination aus guter Schnellladefähigkeit und effizientem Verbrauch. Erst damit wird ein E-Auto auch für längere Strecken einsetzbar. Als langstreckentauglich bezeichnet der Automobilclub ADAC ein E-Auto dann, wenn es eine Ecotest-Reichweite von mindestens 300 km besitzt und in 30 Minuten wieder mindestens 200 km Reichweite nachladen kann.

Zwar werden die Schnellladetechnologien der Fahrzeuge immer besser, dennoch machen Fahrzeughersteller oft nur vage Angaben dazu. Dementsprechend wichtig ist es für Verbraucher, das Schnellladeverhalten eines Elektroautos zu kennen. Das hilft sowohl bei der Kaufentscheidung als auch bei der Routenplanung. Der ADAC hat den Strombezug von fünf Fahrzeugen bei einem Schnellladevorgang gemessen, und die wiedergewonnene Reichweite nach 10, 20 oder 30 Minuten ermittelt.

Das Ergebnis: die Ladestrategien fallen bei Modellen verschiedener Hersteller sehr unterschiedlich aus. Am überzeugendsten ist im ADAC-Test der Audi e-tron, der im relevanten Bereich (10 bis 80 Prozent Batterieladestand) konstant mit sehr hoher Leistung von knapp 150 kW lädt. Der Mercedes EQC dagegen regelt seine Ladeleistung schon bei knapp 40 Prozent Batteriestand kontinuierlich herunter. Weitaus geringere Ladeleistungen generieren der Opel Ampera-e, der Renault Zoe und der Nissan Leaf. Für Langstreckenfahrten sind sie dadurch weniger geeignet. So lädt der Audi e-tron innerhalb der ersten 10 Minuten 113 Kilometer Reichweite nach, der Nissan Leaf dagegen nur 40 Kilometer. Nach 30 Minuten Ladezeit schafft der e-tron mit der geladenen Energie 305 Kilometer, der Nissan Leaf 124 Kilometer.

ADAC

Künftig wird der ADAC in den E-Autotests die Ladekurven und damit die nachgeladenen Reichweiten der Elektroautos standardmäßig ermitteln. Dadurch können Verbraucher die E-Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Schnellladefähigkeit besser vergleichen.

Der ADAC empfiehlt Verbrauchern die Schnellladefunktion unbedingt mitzubestellen, da damit ein Elektroauto im Alltag deutlich flexibler einsetzbar ist. Unterwegs sollte der Akku nur bis etwa 80 Prozent schnellgeladen werden, da danach das Laden unverhältnismäßig lange dauert. Die Hersteller sind gefordert die Verbraucher besser mit Informationen zur Schnellladetechnologie zu versorgen und keinen Aufpreis für die Schnellladebuchse zu verlangen. Sie sollte mittlerweile zur Serienausstattung gehören.

Quelle: ADAC — Pressemitteilung vom 19.02.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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