ACC und Circulor arbeiten an nachhaltigeren Batterien

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Maria Glaser
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Der französische Batteriehersteller ACC (Automotive Cells Company) geht nach Angaben des Nachrichtendienstes Reuters eine Partnerschaft mit dem britischen Start-up Circulor ein. Die Zusammenarbeit der Unternehmen habe das Ziel, die Batterieproduktion nachhaltiger zu gestalten, indem Lieferketten und Kohlenstoffemissionen erfasst werden.

Um die Herkunft und den Kohlenstoffausstoß von Rohstoffen in der Batterieproduktion von ACC zu überprüfen, haben sich die beiden Unternehmen ACC und Circulor für eine Zusammenarbeit entschieden. Diese sei von beiden Unternehmen Mitte dieses Monats öffentlich bekanntgegeben worden, so Reuters.

Das französische Unternehmen ACC ist ein Joint Venture zwischen dem Autokonzern Stellantis, dem Multi-Energieunternehmen TotalEnergies und Mercedes-Benz. 2020 kündigte ACC Investitionen von sieben Milliarden Euro für den Bau von Batteriewerken in Frankreich, Deutschland und Italien an, wobei die Massenproduktion in dem französischen Werk zeitnah geplant ist.

„Unsere Partnerschaft mit Circulor ist der Schlüssel zu der Gewissheit, dass unsere Lieferketten so arbeiten, wie sie sollten – nachhaltig und verantwortungsvoll – und dass wir diesen Wert an unsere Kunden weitergeben.“ – Olivier Talabard, Leiter der Lieferkette bei ACC

Circulor, der neue Partner des Unternehmens, untersucht mithilfe von Blockchain-Technologie die Lieferketten von Unternehmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Bereits mehrere Unternehmen, die um eine umweltfreundlichere Produktion bemüht sind, arbeiten mit dem Unternehmen zusammen. Dazu gehören unter anderem Volvo, BMW und BHP.

„Batteriepass“ für mehr Nachhaltigkeit

Europäische Hersteller für Batterien stehen unter großem Druck von verschiedenen Seiten. Einerseits müssen sie wettbewerbsfähig im globalen Markt sein und sich insbesondere gegen ihre chinesische Konkurrenz durchsetzen, in großen Mengen produzieren und zugleich mit niedrigen Preisen konkurrieren können. Andererseits stellt man auch an die Batterieentwicklung und Batterieproduktion den Anspruch der Nachhaltigkeit, der die europäische Produktion zum Teil von der asiatischen abhebt. Umweltfreundliche Produkte mit niedrigeren CO2-Emissionen und mehr recyceltem Inhalt sind gefragt.

Daher arbeitet die europäische Autoindustrie auf den sogenannten „Batteriepass“ hin. Diese EU-Verordnung soll den ökologischen Fußabdruck von in Europa verkauften Batteriezellen für Elektroautos nachverfolgbar machen. Ab diesem Jahr müssen Batteriehersteller, die in Europa verkaufen, ihren CO2-Fußabdruck offenlegen. Dazu kommen in Zukunft auch ein Emissionsgrenzwert für CO2 sowie die Offenlegung recycelter Rohstoffe ab 2027.

Auch Circulor ist Teil des Projektes „Batteriepass“ und führe, so der CEO Douglas Johnson-Poensgen, Gespräche mit Unternehmen der gesamten Lieferkette für Elektroautobatterien.

„Im Moment erleben wir ein Wettrüsten um genügend Rohstoffe und niemand muss angeben, woher er das Material hat oder wie der CO2-Fußabdruck aussieht. Sobald wir dieses Licht mit den Vorschriften für den Batteriepass anknipsen, werden die Leute plötzlich anfangen, sich Gedanken über eine verantwortungsvolle Beschaffung zu machen.“ – Douglas Johnson-Poensgen, CEO von Circulor

Quelle: Reuters – European battery maker ACC partners with Circulor to map supply chain, carbon emissions

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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