Ab Mitte März produzierte Plug-in-Hybride von BMW von Rückruf betroffen

Ab Mitte März produzierte Plug-in-Hybride von BMW von Rückruf betroffen
Copyright ©

Kaspars Grinvalds / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Wer einen zwischen Mitte März und Anfang August produzierten Plug-in-Hybrid von BMW fährt, bekommt in diesen Tagen Post oder einen Anruf vom Hersteller: Man möge doch die Batterie nicht mehr aufladen und eine BMW-Werkstatt aufsuchen, teilen die Münchner ihren Kunden mit. Grund für den Rückruf sei eine mögliche Schweißperle am Hochvoltspeicher, welche bei internen Kontrollen aufgefallen war: „In seltenen Fällen – abhängig von Form, Größe und Lage der Schweißperle – könnte die Verunreinigung beim Erstladevorgang eine Funktionsstörung, wie z.B. einen Kurzschluss im Hochvoltspeicher hervorrufen“, warnt BMW seinen betroffenen Kunden.

Das Problem betrifft zahlreiche Baureihen, wie Auto Motor und Sport erfahren hat. Konkret geht es um Steckerhybride der Baureihen 3er, 3er Touring, X1, X2, X3, X5, 2er Active Tourer, 7er, 5er und 5er Touring sowie den Mini Countryman, mit dem Bauteilzeitraum 13.3.bis 6.8.2020. Das Ausmaß des Rückrufs hält sich BMW zufolge in Grenzen: In Deutschland seien von dem möglichen Defekt rund 1000 Fahrzeuge betroffen, der Großteil allerdings sei noch gar nicht ausgeliefert. Erst etwa 100 davon befänden sich in Kundenhand. Weltweit seien gut 4460 Modelle betroffen.

Unfälle oder Defekte aufgrund des Produktionsfehlers seien BMW nicht bekannt, heißt es weiter. Damit alle in Fragen kommenden Modelle geprüft werden können, werden vorerst keine dieser Fahrzeuge mehr ausgeliefert. Kunden, die einen der genannten BMWs fahren, sollen diesen vorerst nicht mehr extern an einer Wallbox oder Ladestation aufladen, teilt der Hersteller mit. Das Laden während der Fahrt sei mit Einschränkungen aber noch möglich.

Offizieller Rückruf über das KBA in Vorbereitung

Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg sei über den technischen Defekt informiert und bereite einen offiziellen Rückruf vor, wie BMW Auto Motor und Sport mitteilte: „Die Technische Aktion wird in Kürze gestartet und beinhaltet für bereits in Kundenhand befindliche Fahrzeuge zunächst die Prüfung des Hochvoltspeichers hinsichtlich der Ladehistorie und ggf. weiteren Maßnahmen.“ Die Prüfung in der Werkstatt soll etwa eine halbe Stunde dauern. Sollte eine Reparatur erforderlich sein, dauere dies allerdings deutlich länger. Kosten entstehen den betroffenen Kunden durch die Maßnahme nicht.

Quelle: Auto Motor und Sport – BMW Plug-in-Hybride: Auslieferungsstopp, Rückruf – nicht laden

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Ähnliche Artikel

„Electrify the ocean“ – Michael Josts neue Vision

„Electrify the ocean“ – Michael Josts neue Vision

Sebastian Henßler  —  

Ex-VW-Stratege Jost will mit eD-TEC die Meere elektrifizieren – und zeigt, wie nachhaltige Mobilität auch im Luxussegment funktionieren kann.

Chiles Lithiumplan: Mehr Mitsprache, weniger Wasser

Chiles Lithiumplan: Mehr Mitsprache, weniger Wasser

Sebastian Henßler  —  

Vom Vorwurf des grünen Kolonialismus zu Konsultation und Value Sharing: Der Salar de Atacama zeigt, wie Lithiumförderung Umwelt und Gemeinden verbindet.

Förderung gebrauchter E-Autos offenbar vom Tisch

Förderung gebrauchter E-Autos offenbar vom Tisch

Daniel Krenzer  —  

Wer in Deutschland darauf hoffte, nächstes Jahr ein gefördertes, gebrauchtes E-Auto anzuschaffen, dem sei gesagt: Pustekuchen.

Wie Mercedes-Benz Autos nachhaltiger machen will

Wie Mercedes-Benz Autos nachhaltiger machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mercedes-Benz hat zur Unterstützung der eigenen Nachhaltigkeitsziele das Technologieprogramm Tomorrow XX gestartet – manches gibt es schon in Serie.

USA: Teslas Absatz fällt im November auf Vierjahrestief

USA: Teslas Absatz fällt im November auf Vierjahrestief

Tobias Stahl  —  

Trotz der Einführung günstigerer Basisvarianten sind die US-Verkäufe von Tesla im November auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren gefallen.

Porsche in der Krise: Betriebsrat befürchtet massiven Job-Kahlschlag

Porsche in der Krise: Betriebsrat befürchtet massiven Job-Kahlschlag

Daniel Krenzer  —  

Der Betriebsrat warnt vor massivem Jobabbau bei Porsche, während der Automobilhersteller sein Sparprogramm verschärft und die Strategie wankt.