700 neue Ladestationen für den Brüsseler Flughafen – ohne Blockiergebühr

700 neue Ladestationen für den Brüsseler Flughafen – ohne Blockiergebühr
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Daniel Krenzer
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Am Flughafen in der belgischen Hauptstadt Brüssel entstehen 700 neue Ladepunkte für Elektroautos. Aufgebaut werden diese von Interparking, verantwortlich für die öffentlichen Parkplätze am Flughafen Brüssel. Die Installation dieser Ladestationen sei eine wichtige Investition, um den Bedürfnissen der Passagiere und des Personals gerecht zu werden, da die Nutzung von Elektroautos auch in Belgien zunimmt, schreibt Interparking in einer Pressemitteilung. „Diese Initiative ist ein wichtiger Schritt im Rahmen des Engagements von Interparking und dem Flughafen Brüssel für einen nachhaltigeren Verkehr und für Innovation“, heißt es weiter.

Interparking bietet demnach mehr als 13.000 Parkplätze am Brüsseler Flughafen an. Bis vor kurzem hatten Fahrer von Elektroautos Zugang zu 50 speziell ausgestatteten Parkplätzen vor Ort. Angesichts der zunehmenden Nutzung von Elektroautos wurden 500 neue Ladestationen für Passagiere in den Parkbereichen P1 und P3 installiert, die sich direkt vor dem Flughafenterminal befinden. Auf dem Parkplatz P1 wurden 200 neue Ladestationen speziell für das Personal eingerichtet, wodurch sich die Gesamtzahl der mit Lademöglichkeiten ausgestatteten Parkplätze auf 750 erhöht.

„Wir von Interparking haben uns verpflichtet, zu einer umweltfreundlicheren Mobilität beizutragen. Die zusätzlichen Ladepunkte am Flughafen Brüssel sind nur ein Teil unseres ehrgeizigen Projekts: die flächendeckende Einführung von Elektroladestationen in Belgien und in den acht anderen europäischen Ländern, die wir bedienen“, sagt Roland Cracco, Geschäftsführer von Interparking.

Laden ohne Blockiergebühren möglich

„Elektromobilität ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Flughafens Brüssel„, erklärt Arnaud Feist, Geschäftsführer des Flughafens Brüssel. „Alle unsere Passagiere werden bereits mit Elektrobussen auf dem Rollfeld befördert, und wir sind dabei, unsere eigene Firmenflotte vollständig zu elektrifizieren. Insgesamt nimmt die Zahl der Elektroautos zu, so dass auch der Bedarf an Ladestationen steigt. Die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für unsere Fahrgäste und Mitarbeiter ist daher eine Priorität. Dank unseres Partners Interparking können die Passagiere ihre Fahrzeuge während ihres Urlaubs auf unseren Parkplätzen aufladen.“

Die Parkplätze seien mit Ladestationen der neuesten Generation ausgestattet, an denen die Passagiere ihr Auto aufladen könnten, während sie im Urlaub ihre eigenen Batterien aufladen. Das Team von Interparking schließe derzeit die Verkabelung und die technische Installation ab, um eine reibungslose und sichere Nutzung zu gewährleisten. Die 700 neuen Ladestationen sollen ab sofort schrittweise in Betrieb genommen werden.

Die Stromtankstellen könnten mit jeder Ladekarte genutzt werden, wobei allerdings eventuelle Blockiergebühren im Blick behalten werden sollten. Die Parkplätze stehen nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ zur Verfügung. Bei Aktivierung mit der Pcard+ von Interparking fallen demnach keine Aktivierungskosten an, AdHoc-Lader ohne Karte zahlen hier für den Start 0,40 Euro. Egal, ob mit oder ohne Pcard+ kostet die Kilowattstunde dann 0,55 Euro.

Optimiert für das Langzeitparken seien diese Langsamladestationen die perfekte Lösung für Autos, die mehrere Tage oder Wochen stehen bleiben, während der Besitzer auf Reisen ist. Für das Parken an diesen Ladestationen fallen demnach beim AdHoc-Laden auch nach Beendigung des Ladevorgangs keine zusätzlichen Gebühren an – am Flughafen ausnahmsweise auch für Kunden, die nicht die Pcard+ nutzen. Ansonsten zahlen diese 0,60 Euro pro Stunde an der Ladesäule. Blockiergebühren sind zum Beispiel ein Grund dafür, weshalb Ladestationen an Pendlerbahnhöfen oft aus Kostengründen von vielen Elektroautofahrern lieber ungenutzt bleiben. Hier hat Interparking offenbar mitgedacht.

Quelle: Interparking – Pressemitteilung vom 11. März 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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