Zieht Great Wall Motors ins Nissan-Werk von Barcelona?

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Wolfgang Plank
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Spanische Behörden und Nissan haben Gespräche mit dem chinesischen Hersteller Great Wall Motors über eine mögliche Übernahme des Nissan-Werks in Barcelona aufgenommen. Great Wall könnte in das größte der drei Werke in Barcelona ziehen, berichtet „electrive.net“ unter Berufung auf diverse Quellen. Die Verhandlungen sollen aber ausdrücklich noch nicht exklusiv gestaltet werden.

Insgesamt gehe es um die Zukunft der Werke Zona Franca, Montcada i Reixac und Sant Andreu de la Barca, heißt es. Während mit Blick auf die größten der drei Fabriken „bevorzugte Verhandlungen“ mit Great Wall Motors geführt würden, könnten die beiden anderen Werke laut einer Mitteilung der Nissan Motor Corporation vom spanischen Elektroroller-Hersteller Silence und von QEV Technologies übernommen werden.

Bei Letzterem handelt es sich um ein spanisches Ingenieurbüro, das zusammen mit den schwedischen Elektrofahrzeug-Herstellern Volta Trucks und Inzile den sogenannten Barcelona Decarbonisation Hub (D-HUB) zur Produktion von E-Fahrzeugen plant. Schon im April war publik geworden, dass Volta Trucks mit dem ehemaligen Nissan-Werk liebäugelt, um seinen Elektro-Lkw Volta Zero in Spanien zu produzieren. Seinerzeit hieß es aber, dass dies nur eine von mehreren Optionen sei. „Die Montage des Volta Zero in Spanien könnte von Interesse sein, um südeuropäische Städte zu bedienen, für die Dekarbonisierung von Nutzfahrzeugen immer wichtiger wird„, wurde seinerzeit Kjell Waloen zitiert, Chief Technology Officer von Volta Trucks.

Die endgültige Entscheidung ist noch von keiner Seite gefallen. In der Nissan-Mitteilung heißt es, dass eine Kommission aus Behörden-, Arbeitnehmer- und Unternehmensvertretern noch kein Projekt vonseiten interessierter Unternehmen verworfen habe, aber nach einer Analyse aller Vorschläge der einvernehmliche Beschluss gefasst worden sei, besagte bevorzugte Gespräche mit den drei oben genannten Kandidaten zu führen. Die Grundlagen für den Verhandlungsrahmen sollen in diesem Monat festgelegt werden. Die nächste Sitzung der Kommission ist auf Anfang November terminiert.

Nissan hatte im Zuge der gesamten Restrukturierung der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz im Mai 2020 angekündigt, in Europa nur noch das Werk im britischen Sunderland betreiben zu wollen. Ursprünglich sollte bereits Ende 2020 der letzte Nissan in Barcelona gebaut werden, später wurde diese Deadline um ein Jahr verschoben – um den Behörden mehr Zeit zu geben, einen Interessenten für die Anlagen zu finden. Anfang des Jahres meldete Reuters zwischenzeitlich, dass das Autowerk in eine Produktionsstätte für Batterien von Seat umgewidmet werden soll. Dieser Plan hat nach aktuellen Entwicklungen aber offenbar keine Priorität.

Quelle: electrive.net – Barcelona: Great Wall könnte in Ex-Nissan-Werk ziehen

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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