ZDK: „Wir brauchen bezahlbare Elektroautos – und zwar schnell“

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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„Mobilität darf nicht zur sozialen Frage werden!“ Mit einem mahnenden Appell für mehr Investitionen in Elektromobilität und alternative Antriebslösungen hat ZDK-Präsident Arne Joswig die rund 1200 Gäste aus Politik, Verbänden und der Automobilbranche auf dem Neujahrsgipfel des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt, darunter als Gastredner Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU Deutschland, und Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP.

Sollten die Fahrzeughersteller angesichts schwindender Nachfrage für Elektroautos die CO2-Flottenziele verfehlen, drohen hohe CO2-Kosten – nicht nur für die Autoindustrie, sondern ebenso für Verbraucher und Unternehmen. Wenn die Klimaziele verfehlt werden, könnte der CO2-Preis bis 2030 leicht auf 300 Euro pro Tonne steigen. Auf die Kraftstoffkosten umgelegt entspricht dies einer zusätzlichen Verteuerung um 70 bis 80 Cent pro Liter Benzin bzw. Diesel, warnt der ZDK.

„Wenn die Klimaziele eingehalten werden sollen und die E-Mobilität nicht vorankommt, wird der CO2-Preis explodieren“, prophezeit Joswig. „Hierdurch würden Menschen, die sich noch nie in ihrem Leben einen Neuwagen, geschweige denn ein Elektroauto leisten konnten, von der Automobilität schrittweise ausgegrenzt“, so der ZDK-Präsident. Und weiter: „Wir brauchen bezahlbare Elektroautos und mehr regenerative Kraftstoffe – und zwar schnell. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Politik, sondern auch für die Hersteller und die Mineralölbranche. Unsere Kunden erwarten Lösungen – und zwar jetzt!“

Um dem hauptsächlich in Deutschland stockenden Hochlauf der Elektromobilität, der in den meisten anderen Ländern munter voranschreitet, auch hierzulande wieder neuen Schwung zu verleihen, fordert der ZDK die Politik auf, gezielte Fördermaßnahmen zu ergreifen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen. Das gelte für die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten gleichermaßen.

„Unser Vorschlag einer E-Mobilitätsprämie liegt auf dem Tisch, damit junge Menschen und Familien bereits heute den Umstieg zur E-Mobilität schaffen und sich Automobilität auch in Zukunft leisten können“, sagt Joswig auf dem Branchenabend im Gasometer auf dem Euref-Campus in Berlin.

Anstatt die individuelle Mobilität von Autofahrerinnnen und Autofahrern weiter zu verteuern, sollten Mittel aus den jährlichen Einnahmen der CO2-Bepreisung – in diesem Jahr voraussichtlich acht Milliarden Euro – zur Finanzierung der Transformation zur klimaneutralen Mobilität im Straßenverkehr verwendet werden. „Ein Teil fließt bereits in Ladeinfrastruktur, aber das reicht nicht. Wir brauchen mehr Investitionen in alternative Kraftstoffe und Elektromobilität, damit Mobilität für alle bezahlbar bleibt“, so Joswig. „In knapp vier Wochen ist Bundestagswahl. Das Jahr 2025 ist ein Jahr der Chancen. Und es kann sogar das Jahr der Elektromobilität in Deutschland werden.“

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz sowie FDP-Chef Christian Lindner sprachen sich auf der Veranstaltung gegen Kaufprämien für Elektroautos aus. „Ob er ein Auto mit Elektroantrieb oder Verbrenner kauft, entscheidet der Verbraucher, nicht die Politik“, sagte Merz. Etwas differenzierter äußerte sich Lindner: „Eine Umweltprämie für Elektroautos kann ich Ihnen nicht versprechen“, so der FDP-Parteichef, der einmal mehr für Technologieoffenheit auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität plädiert. Er setzt auf klimaneutrale Kraftstoffe sowie Wasserstoff.

Quelle: ZDK – Pressemitteilung vom 29.01.2025 / Auto-Medienportal – Merz und Lindner gegen neue Umweltprämie

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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