Wissing: Umweltbonus kein Dauerzustand

Wissing: Umweltbonus kein Dauerzustand
Copyright:

Juergen Nowak / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

In einem kürzlich geführten Interview mit Auto Motor und Sport äußerte sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing zu verschiedenen Aspekten der Elektromobilität in Deutschland. Der FDP-Politiker betonte die Bedeutung des Autos für ältere Menschen auf dem Land und sprach sich gegen dauerhafte Subventionen für Elektroautos aus.

Wissing wies darauf hin, dass das Thema Klimaziele im Verkehrssektor nicht anonymisiert werden sollte. Es betrifft jeden Einzelnen von uns. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, den Verkehrsbereich kurzfristig klimaneutral zu gestalten. Eine sofortige Stilllegung von Verbrennungsmotoren oder deren vollständiger Ersatz durch CO₂-freie Antriebe sei nicht realistisch, da solche Technologien schrittweise auf den Markt kommen.

Wissing weiterhin für Technologieoffenheit bei umweltfreundlichen Antrieben

Auf die Frage nach der Technologieoffenheit bei umweltfreundlichen Antrieben betonte Wissing, dass eine Beschränkung auf eine einzige Technologie den Wettbewerb einschränken würde. Dies könnte zwar den Druck von den Unternehmen nehmen, sei jedoch für die Verbraucher nachteilig. Ein starker Wettbewerb führe zu besserer Qualität und attraktiveren Preisen.

In Bezug auf die staatliche Kaufprämie für Elektroautos und deren Auswirkungen auf den Markt erklärte Wissing, dass dauerhafte Subventionen zu einer Preisstabilisierung auf hohem Niveau führen könnten. Der Staat sollte nur dann eingreifen, wenn der Markt einen Anstoß benötigt. Er betonte die Rolle der Politik bei der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für den Transformationsprozess und warnte vor schlechter Regulierung.

Ein weiteres Thema war die Abgasnorm Euro 7. Wissing unterstützt den Ansatz, Emissionen zu reduzieren, warnte jedoch davor, von der Industrie unerreichbare technische Grenzwerte zu verlangen. Er betonte, dass es wichtig sei, realistische und erreichbare Ziele zu setzen, um die Industrie nicht zu überfordern.

Intelligente Ladenetz sind ein Muss

In Bezug auf den Ladesäulenausbau äußerte Wissing weniger Bedenken hinsichtlich der Anzahl der Ladesäulen in Deutschland, sondern mehr hinsichtlich der Netzkapazität. Er betonte die Notwendigkeit intelligenter Netze und eines vorausschauenden Netzausbaus.

Zum aktuellen Absatz von Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr erklärte Wissing, dass es wichtig sei, ein initiales Netzwerk mit mehr Schnellladesäulen aufzubauen. Er betonte auch die Bedeutung eines echten Marktes für Ladeinfrastruktur, anstatt eines rein staatlich geplanten Ladenetzes.

Abschließend sprach Wissing über das Ziel, bis 2030 mindestens 15 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben. Er betonte, dass es wichtig ist, ambitionierte Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen, warnte jedoch davor, zu starre staatliche Vorgaben zu setzen.

Quelle: BDMW – „Die Dämonisierung des Autos ist völlig unangebracht“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Bund will Förderung für Elektrobusse drastisch kürzen

Bund will Förderung für Elektrobusse drastisch kürzen

Daniel Krenzer  —  

Der Bund will die Förderung für Elektrobusse 2027 um 68 Prozent kürzen. Verbände warnen vor Jobverlusten und Rückschlägen bei der Verkehrswende.

CO₂-Ziel 2035: Drei Fraktionen wollen das Verbrenner-Aus lockern

CO₂-Ziel 2035: Drei Fraktionen wollen das Verbrenner-Aus lockern

Sebastian Henßler  —  

Das Europaparlament will die CO₂-Regeln für Neuwagen ab 2035 lockern. Kritiker warnen, dass Europa bei der Elektrifizierung weiter hinter China zurückfällt.

Gefährdet die EU die europäische Ladeinfrastruktur-Branche?

Gefährdet die EU die europäische Ladeinfrastruktur-Branche?

Daniel Krenzer  —  

Die EU will Europas Industrie stärken, lässt Ladehardware aber weitgehend außen vor. Hersteller fürchten wachsende Konkurrenz aus China.

Sonntagsfahrverbot: Energiebranche will Ausnahme für E-Lkw

Sonntagsfahrverbot: Energiebranche will Ausnahme für E-Lkw

Sebastian Henßler  —  

Der BDEW will E-Lkw vom Sonntagsfahrverbot ausnehmen. Speditionen könnten ihre Fahrzeuge so besser auslasten, Diesel-Betreiber wären jedoch im Nachteil.

Kalifornien: Fast jedes zweite geförderte E-Auto ein Tesla

Kalifornien: Fast jedes zweite geförderte E-Auto ein Tesla

Sebastian Henßler  —  

Tesla stellt fast die Hälfte der geförderten E-Autos in Kalifornien, für die Marke ist der Fördertopf bereits leer. Nissan und Mitsubishi steigen neu ein.

Verbrenner-Aus 2035: Berlin und Paris wollen CO₂-Regeln lockern

Verbrenner-Aus 2035: Berlin und Paris wollen CO₂-Regeln lockern

Sebastian Henßler  —  

Deutschland und Frankreich wollen Verbrenner auch nach 2035 ohne Ausgleich zulassen. Im Gegenzug soll die Herkunft von E-Autos über ihre Förderung entscheiden.

Dudenhöffer: Lockerung des Verbrenner-Aus ist falsch

Dudenhöffer: Lockerung des Verbrenner-Aus ist falsch

Sebastian Henßler  —  

Brüssel will das Verbrenner-Aus 2035 lockern. Ferdinand Dudenhöffer warnt, dass Europas Autoindustrie damit wichtige Zeit im Wettbewerb mit China verliert.