WeShare Berlin bietet VW e-Golf testweise im Abo an

WeShare Berlin bietet VW e-Golf testweise im Abo an
Copyright:

Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Expansionspläne von Volkswagens Carsharing-Dienst WeShare liegen wegen Corona zwar auf Eis. Dennoch gibt es Neuigkeiten: Ab sofort bietet der Mobilitätsdienst in Berlin bis zu 50 e-Golf testweise auch als Abo-Modell an. Die Pilotphase des neuen Services sei zunächst bis Ende Januar des kommenden Jahres vorgesehen. Unter dem Namen „WeDrive“ können Testkunden einen e-Golf aus der Carsharing-Flotte für mindestens drei Monate anmieten.

Im Monatspreis von 449 Euro zuzüglich einer einmaligen Liefergebühr in Höhe von 59 Euro sind alle fahrzeugspezifischen Fixkosten wie die Leasingrate, Versicherung, Steuer, Reparaturen und Abschreibung enthalten. Anfallende Lade- und Parkkosten jedoch trägt der Kunde selbst. Die monatliche Laufleistung begrenzt WeShare auf 1000 Kilometer, gegen Aufpreis von 20 Cent je Kilometer kann sie aber auch erweitert werden. Zunächst seien bis zu 50 der 1500 in Berlin stationierten e-Golf von WeShare für das Abo-Modell reserviert.

Insbesondere für diejenigen, die kein Auto besitzen oder bewusst keins besitzen wollen, bieten wir mit unserem neuen Abo-Modell eine flexible und einfache Möglichkeit, für einen überschaubaren Zeitraum nachhaltig und individuell mobil zu sein“, erklärte WeShare-Chef Philipp Reth. WeShare habe im Frühjahr Kunden zu längerfristigen Mieten sowie Teil- und Leasingprodukten befragt. Aufgrund der hohen Nachfrage und entsprechender Rückmeldungen habe sich das Unternehmen zur probeweisen Einführung eines Abo-Modells entschieden.

Reservierung, Bezahlung sowie die Freischaltung von Mehrkilometern erfolgen über die Website we-drive.io. Dort kann auch der Selbstbehalt bei Schadensfällen reduziert oder der Einbau von Kindersitzen beantragt werden. Es ist auch erlaubt, bis zu zwei andere Fahrer aus dem selben Haushalt zum Abo hinzufügen. Die Verifizierung von Ausweis und Führerschein erfolgt über eine eigene App-Lösung. Im Gegensatz zum regulären WeDrive sind beim Abo auch Fahrten in die neun Nachbarstaaten Deutschlands erlaubt: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande.

WeShare hatte sein Elektroauto-Carsharing vor gut einem Jahr mit 1500 Fahrzeugen in Berlin gestartet und wollte in diesem Jahr eigentlich mit dann insgesamt 8400 Fahrzeugen in sieben weitere europäische Städte expandieren: Hamburg, München, Budapest, Prag, Madrid, Paris und Mailand. In Prag und Budapest will WeShare mit Skoda kooperieren. In den anderen Metropolen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien sollen neben dem e-Golf auch der e-up! und auch der ID.3 zum Einsatz kommen. Die Corona-Pandemie hat diese Pläne allerdings durcheinandergewirbelt. Laut Reth sind einige Städtestarts bereits auf 2021 verschoben.

Durchschnittlich vier bis fünf Fahrten pro Fahrzeug und Tag

In Berlin, wo WeShare im Juni 2019 gestartet war, haben sich mittlerweile rund 50.000 Kunden registriert. Rund dreiviertel der registrierten Kunden sind dabei aktive Nutzer, d.h. sie haben mindestens einmal den Service von WeShare genutzt. „Diese Quote ist im Branchenvergleich sehr hoch und zeigt, dass WeShare für die Menschen eine hohe Relevanz in ihrer städtischen Mobilität besitzt“, so CEO Philipp Reth. Die Fahrzeuge von WeShare in Berlin hatten im zweiten Halbjahr 2019 mehr als drei Millionen vollelektrische Kilometer zurückgelegt, was sich in durchschnittlich vier bis fünf Fahrten pro Fahrzeug und Tag übersetzt.

Eine der wesentlichen Herausforderungen für WeShare in Berlin ist das Laden der Fahrzeuge. Um die unzureichende Versorgung mit öffentlicher Ladeinfrastruktur auszugleichen, sind die Volkswagen AG und WeShare daher zusätzlich eine Partnerschaft mit der Schwarz-Gruppe eingegangen. Die Schwarz-Gruppe errichtet derzeit an 60 Lidl- und zehn Kaufland-Standorten in der Hauptstadt insgesamt 140 öffentliche Ladepunkte. WeShare kann als Kooperationspartner die Ladesäulen für seine Carsharing-Flotte außerhalb der Öffnungszeiten exklusiv über Nacht nutzen. Während der Öffnungszeiten am Tag stehen die Ladesäulen allen Kunden von Lidl und Kaufland zur Verfügung. Neben der Schwarz-Gruppe strebt WeShare weitere Partnerschaften an, um die nutzbare Ladeinfrastruktur auszubauen.

Quelle: Intellicar – WeShare testet Abomodell in Berlin // Autohaus – Berlin: VW-Carsharing pilotiert Auto-Abo

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.