VW verdoppelt Absatz von reinen E-Autos

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Wolfgang Plank
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Corona-Krise, Halbleiter-Mangel und Probleme bei den Lieferketten sind auch an VW nicht spurlos vorübergegangen. Weltweit lieferte die Marke im zurückliegenden Jahr nach eigenen Angaben knapp 4,9 Millionen Fahrzeuge aus. Dies entspricht einem Minus von rund 8 Prozent gegenüber 2020. Auf dem wichtigen Markt China waren die Schwierigkeiten noch größer. Hier betrug der Rückgang fast 15 Prozent.

Erfreulich verlief hingegen die Entwicklung bei den E-Autos. Das Unternehmen brachte weltweit mehr Stromer an Kunden als je zuvor. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, wurden mehr als 369.000 Autos mit Stecker abgesetzt – ein Plus von 73 Prozent gegenüber 2020. Davon entfielen rund 106.000 auf Plug-in-Hybride (+ 33 Prozent), rund 263.000 waren rein elektrische Fahrzeuge (+ 97 Prozent). Damit habe das Unternehmen die BEV-Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, heißt es.

Volkswagen treibt den Wandel in Richtung Elektromobilität trotz der eingeschränkten Versorgung mit Halbleitern weiter mit Hochdruck voran“, erklärte VW-Chef Ralf Brandstätter. Das Unternehmen habe in kürzester Zeit in Europa eine Spitzenposition bei vollelektrischen Fahrzeugen erreicht. Mit der Strategie Accelerate und dem Ausbau der Modellpalette werde VW den Hochlauf der E-Mobilität weiter beschleunigen. „Mit dem ID. Buzz werden wir noch in diesem Jahr unsere ID.-Familie um ein emotionales Modell erweitern.

Unter außerordentlich herausfordernden Bedingungen habe VW ein zufriedenstellendes Absatzergebnis erreicht, so Brandstätter. DieAusfälle durch fehlende Chips sei im Jahresverlauf nicht zu kompensieren gewesen. Der historisch hohe Auftragsbestand von 543.000 Fahrzeugen allein in Europa, zeige jedoch das weiterhin hohe Interesse an VW-Modellen, so Vertriebs-Vorstand Klaus Zellmer. Allein 95.000 Bestellungen lägen für vollelektrische IDs vor.

Der Anteil von rein batterieelektrischen (BEV) und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen an den Gesamtauslieferungen hat sich nach Unternehmensangaben auf 7,5 Prozent nahezu verdoppelt (2020: 4 Prozent). In Europa stieg der Anteil demnach von 12,6 auf 19,3 Prozent. Eine deutliche Steigerung bei der Auslieferungen von E-Fahrzeugen habe Volkswagen insbesondere in den USA, China und Deutschland erzielt. Im Heimatmarkt war bereits jeder vierte VW einer mit Stecker.

Insgesamt wurden mit 77.100 Fahrzeugen fast fünfmal so viele BEV in China ausgeliefert wie 2020. Volkswagen gehört damit nach eigenen Angaben bereits zu den fünf größten BEV-Anbietern in China. In den USA seien mit knapp 17.000 Fahrzeugen rund zwanzigmal so viele BEV abgesetzt worden wie im Vorjahr. Weltweit beliebtestes BEV-Modell von VW sei erwartungsgemäß das „Weltauto“ ID.4. Von den 263.000 E-Modellen wurde der ID.4 laut Mitteilung mit rund 119.650 Exemplaren am häufigsten ausgeliefert – gefolgt vom ID.3 (rund 76.000), dem e-up! (41.500) und knapp 18.000 ausschließlich in China verkauften ID.6

Volkswagen erwartet, dass mindestens das erste Halbjahr 2022 aufgrund anhaltender Lieferengpässe bei Halbleitern weiterhin schwierig bleiben wird. Das Unternehmen geht aber nach eigenen Angaben davon aus, die Produktion stabilisieren und den hohen Auftragsbestand schnell abarbeiten zu können.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 12. Januar 2022

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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