VW: Sparprogramm ohne Kündigungen

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Volkswagen | v.l. Gunnar Kilian, Daniela Cavallo und Thomas Schäfer

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen, einer der größten Autohersteller der Welt, hat bedeutende Änderungen für die Marke angekündigt. In Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat wird ein Sparprogramm umgesetzt, das erhebliche Einsparungen in den Personalkosten vorsieht, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Ziel ist es, im Verwaltungsbereich um 20 Prozent zu sparen, jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen. Volkswagen öffnet ab Januar 2024 Altersteilzeit für Jahrgang 1967 und hält Einstellungsstopp aufrecht.

Das Programm mit dem Namen „Accelerate Forward“ strebt eine Steigerung der Rendite der Kernmarke VW bis 2026 auf 6,5 Prozent an. Durch verschiedene Maßnahmen, darunter die Reduzierung der Personalkosten, soll dieses Ziel erreicht werden. Für die davon betroffenen Mitarbeiter werden alternative Lösungen wie Aufhebungsverträge und Altersteilzeit-Modelle angeboten, nun auch für den Jahrgang 1967. Die frei werdenden Stellen werden größtenteils nicht neu besetzt, was den Einstellungsstopp des Unternehmens unterstützt.

Volkswagen erwartet bereits im nächsten Jahr einen Ergebnisbeitrag von vier Milliarden Euro durch dieses Programm. Dazu werden Leistungssteigerungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen in drei Bereichen umgesetzt: Optimierung von Material- und Produktkosten, Reduzierung von Fix- und Fertigungskosten sowie Steigerung der Erträge. Bis 2026 soll der Ergebnisbeitrag auf zehn Milliarden Euro anwachsen. „Unsere Anstrengungen entfalten ihre Wirkung teilweise schon in 2024. Das ist auch wichtig, um dem härter werdenden Wettbewerb in einem extrem anspruchsvollen Marktumfeld standhalten zu können“, so Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen über die gewählten Ansätze.

Der VW-Markenchef Schäfer sieht in diesen Maßnahmen eine Stärkung des wirtschaftlichen Fundaments des Unternehmens. Er betont, dass das Programm essenziell sei, um im zunehmend anspruchsvollen Markt bestehen zu können. Die Einigung mit der Arbeitnehmerseite ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie. Diese wissen, dass „das Jahr 2024 sehr herausfordernd werden dürfte, insbesondere für unsere Volumenmarken“, so Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Daniela Cavallo zur getroffenen Entscheidung.

Personalvorstand Gunnar Kilian und die Vorsitzende des VW-Betriebsrats Cavallo betonen die Bedeutung der Vereinbarung für die Zukunft des Unternehmens. Durch die getroffenen Entscheidungen erhofft sich Volkswagen eine Sicherung der Wirtschaftlichkeit und der Beschäftigung im Unternehmen. „Mit der getroffenen Vereinbarung schaffen wir ab 2024 die notwendige Flexibilität, um erfolgreich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und damit auch nachhaltig die Beschäftigung zu sicher“, so Kilian abschließend.

Zum Hintergrund: Das „AccelerateForward“-Programm von Volkswagen ist ein umfassendes Projekt, das alle Unternehmensbereiche und -ebenen einbezieht. Es beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen, die bereits in die Tat umgesetzt werden, um Effizienz und Einsparungen zu steigern.

Eine der Schlüsselinitiativen ist die Beschleunigung der Entwicklungszeit für neue VW-Modelle. Bis 2028 soll die Entwicklungszeit von 50 auf 36 Monate verringert werden. Dies soll es ermöglichen, neue Autos schneller auf den Markt zu bringen, ohne Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen. Diese Strategie wird voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Reduzierung der Anzahl der Versuchsträger in der Technischen Entwicklung um bis zu 50 Prozent. Durch den Einsatz digitaler Technologien und technologischer Fortschritte können mehr Tests auf Prüfständen durchgeführt werden. Dies führt zu einer jährlichen Einsparung von rund 400 Millionen Euro, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Zusätzlich wird die Leistung im Einkaufsbereich gesteigert, was jährliche Einsparungen von über 320 Millionen Euro ermöglicht. Ein optimiertes After-Sales-Geschäft trägt ebenfalls zur finanziellen Gesundheit des Unternehmens bei, mit einem jährlichen Mehrwert von mehr als 250 Millionen Euro. Die Optimierung der Produktionsdauer in Übereinstimmung mit den vereinbarten Standortpakten wird jedes Jahr über 200 Millionen Euro einsparen. Alle diese Maßnahmen sollen bereits für das Jahr 2024 wirksam sein.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 19.12.2023

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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