VW: 180 Milliarden Euro an Investitionen möglich

VW: 180 Milliarden Euro an Investitionen möglich
Copyright:

Philip Lange / Shutterstock / 509899894

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Zwar sollen bei Volkswagen zehn Milliarden Euro eingespart werden, allerdings sind die Investitionen bis 2028 zunächst einmal wie geplant mit 180 Milliarden Euro eingeplant. Wie das Handelsblatt berichtet, ist dies aber seitens des Aufsichtsrates an die Bedingung geknüpft, dass die Sparziele auch eingehalten werden. VW sieht sich dafür allerdings auf einem guten Weg.

Durch die Einsparung will VW seine Umsatzrendite von 3,4 auf 6,5 Prozent erhöhen, um somit die Zukunft des deutschen Autoherstellers langfristig auf sichere Bahnen zu lenken. Offiziell hat sich Volkswagen zu den Investitionsplänen noch nicht geäußert, das Handelsblatt beruft sich auf mehrere Insider. „Der VW-Konzern wird seine Zahlen Mitte März auf seiner Jahrespressekonferenz bekannt geben. Spätestens dann sollen auch Einzelheiten zur abgelaufenen Investitionsplanungsrunde kommuniziert werden“, wird im Bericht ausgeführt.

Für 2025 und 2026 noch Einsparungen nötig

Laut Insiderinformationen soll vor allem Aufsichtsrat und VW-Großaktionär Ferdinand Oliver Porsche von VW-Markenchef Thomas Schäfer ein stärkeres Bekenntnis zu den Sparzielen eingefordert haben. Sollten diese nicht zu mindestens 80 Prozent erreicht werden, könnten Teile der geplanten Investitionen zusammengestrichen werden. Für 2024 sei die Zielmarke gesichert, für 2025 und 2026 müssten die Sparbemühungen aber offenbar noch intensiviert werden.

Innerhalb der gesamten Gruppe wird derzeit ermittelt, wo Einsparpotentiale schlummern – und wo sich die Einnahmen erhöhen lassen. Insgesamt elf Milliarden Euro will VW so „auftreiben“ – allein der Vertrieb soll dabei offenbar vier Milliarden Euro beisteuern, was der größte aller Einzelposten wäre.

Vertriebschefin Imelda Labbé habe intern laut Informationen des Manager Magazins kürzlich bereits durchscheinen lassen, dass 2,7 Milliarden Euro durch eine „bessere Preispolitik“ – sprich: höhere Preise – und 1,3 Milliarden Euro aus einem „Resttopf“ kommen könnten. Dass aber höhere Fahrzeugpreise der richtige Weg sein könnten, zweifelte das MM noch im Dezember stark an: „Preiseffekte könnten nicht die Basis für eine solide Sanierung sein, hatte Oliver Blume (VW-Konzernchef, Anm. d. Red.) vor rund drei Monaten gemahnt. Und die Bedingungen sind seither nicht besser geworden.“

Zudem werde darüber nachgedacht, die Zahl der Modelle in Europa zu halbieren und die Verkaufszahlen zu verdoppeln, um aus den daraus gewonnenen Synergien Einsparungen zu generieren. Das wiederum spricht sehr dafür, dass es künftig nicht einen VW ID.3 und einen VW ID.Golf parallel geben dürfte – über ein mögliches Ende des ID.3 war bereits spekuliert worden, was VW jedoch zurückwies.

Quelle: Handelsblatt – „VW darf 180 Milliarden ausgeben – Porsche-Familie macht Auflagen“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Daniel Krenzer  —  

Europa holt bei Elektroautos auf, doch China beschleunigt mit KI und günstigen Batterien. Auf der VDE-Konferenz wird Europas Strategie hinterfragt.

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Daniel Krenzer  —  

Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Netzanschlüsse bremsen den Ausbau. Auf der VDE-Konferenz diskutiert die Branche über E-Lkw und bidirektionales Laden.

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.