Vorerst keine eigenen Produktionswerke für E-Modelle bei Mercedes

Vorerst keine eigenen Produktionswerke für E-Modelle bei Mercedes
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Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Viele Hersteller mit E-Modellen im Angebot bauten eigene Produktionswerke nur für die elektrischen Modelle. Mercedes geht hingegen einen anderen Weg. Um die Produktion flexibel nach den Markterfordernissen ausrichten zu können, werden vorerst nur einzelne Produktionslinien in den angestammten Werken adaptiert. Erst in der zweiten Hälfte der Dekade will man eigene Produktionswerke für die E-Modellpalette bauen. „Ein komplett neues Werk für Elektromodelle zu bauen, dauert zu lange. Wir verfolgen hier einen anderen Ansatz.“, wird Jörg Burzer, Produktionschef bei Mercedes, zitiert. Solche Investitionen denke man daher erst ab 2025 an. Ab 2032 will die Marke aber vollständig elektrifiziert sein.

In einem Interview mit Reuters bekräftigt Burzer, dass es bereits in den nächsten Jahren eigene Produktionslinien für E-Modelle in den Stammwerken geben wird. Das neue EQE-Modell – letzten September auf der Münchner Autoschau präsentiert – soll noch dieses Jahr in Bremen gebaut werden, danach in Peking und Alabama. Noch heuer wird das Modell in den Läden stehen. Die elektrische Version der E-Klasse mit 660 Kilometern Reichweite soll die Verkaufszahlen im E-Segment deutlich ankurbeln, um die Verschiebung der Investitionen von den Verbrenner- zu den E-Plattformen zu rechtfertigen. Nur 2,3 Prozent der verkauften Mercedes Fahrzeuge waren 2021 rein elektrisch angetrieben (inklusive der Smarts). Diese Zahl steigt auf 11 Prozent, wenn man die Hybrid-Modelle mitzählt. Mit dem Produktionsstart des EQE in Bremen und in Peking wird man in der Lage sein, deutlich höhere Stückzahlen zu bauen.

Der Premium-Autobauer rechnet aber mit einem Anstieg des E-Anteils (vollelektrisch und Hybrid) auf 50 Prozent bis 2025. Die Batterien werden heute noch per Bahn an die Werke in ganz Deutschland und Ungarn geliefert. Erst diesen Monat wurde das hochmoderne Automotive Logistics Center in direkter Nähe zum Werk in Bremen eröffntet. Es gilt als Dreh- und Angelpunkt für die Batteriesysteme der EQ-Modelle. Zukünftig sollen Batterie- und Fahrzeugproduktion näher zusammenrücken, da die Batterie immer mehr Teil des Fahrzeugdesigns wird.

Quelle: autonews.com – Mercedes foresees EV-only production lines within a few years

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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