Volvo plant neues Innovationszentrum in Göteborg

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der Autohersteller Volvo treibt die Entwicklung von Elektroautos der nächsten Generation weiter voran: Das nahe dem Hauptsitz des schwedischen Premium-Automobilherstellers in Göteborg gelegene Innovationszentrum Mobility Innovation Destination Torslanda soll ein Testfeld für die Automobil- und Technologieentwicklung der Zukunft werden.

Das neue Zentrum soll die Erprobung in einer Umgebung ermöglichen, die der künftigen Gesellschaft nachempfunden sei. Statt spezieller Labore und Entwicklungsareale lassen sich Innovationen wie beispielsweise kabelloses und bidirektionales Laden von E-Autos sowie autonomes Fahren in stadtähnlichem Umfeld testen, validieren und einsetzen.

Neben neuen Gebäuden und Einrichtungen für Tests, Technik und Materialien plant Volvo auch eine Erweiterung seines bestehenden Campus in Torslanda, um Start-ups und Geschäftspartner unterzubringen. Volvo Cars bekenne sich damit zu seiner Heimatstadt Göteborg, in der das Unternehmen seit fast 100 Jahren ansässig ist.

Mit dieser Initiative wollen wir ein Ökosystem schaffen, in dem wir die Zukunft der Mobilität entwickeln können – einschließlich der Fahrzeuge und deren Technik sowie der umgebenden Infrastruktur“, sagt Jim Rowan, CEO und Präsident von Volvo Cars. „Unser Ziel ist es, Pionierarbeit zu leisten, globale Talente anzuziehen und uns mit anderen Spitzenunternehmen zu vernetzen.“

Für die neue Mobility Innovation Destination Torslanda werden im ersten Schritt mehrere Gebäude gegenüber dem bestehenden Campus gebaut, die künftig moderne Büros beherbergen sollen. Der Bau werde in einer kosteneffizienten Zusammenarbeit zwischen Volvo Cars und den Immobilienentwicklern Vectura Fastigheter und Next Step Group erfolgen.

Die Erweiterung soll das strategische Ziel von Volvo unterstützen, bis zum Jahr 2030 ein reiner Elektroautohersteller und ein Branchenführer im Bereich neuer Technik und nachhaltiger Mobilität zu werden.

Auch für das Projekt selbst gelten ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele: Der erste, auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern entstehende Neubau, der von Volvo Cars exklusiv genutzt werden soll, erfolge in Holz-Hybrid-Bauweise, was den CO2-Fußabdruck gegenüber traditionellen Konstruktionen aus Stahl und Beton um 15 Prozent reduziere. Der Baubeginn ist bereits für das zweite Quartal 2024 geplant. Eine Fertigstellung des ersten Gebäudes ist für 2026 vorgesehen – und damit rechtzeitig vor dem 100. Geburtstag von Volvo Cars im darauffolgenden Jahr.

Erweitertes grünes Stadtgebiet

Der Volvo Campus soll aktuellen Plänen zufolge auch in die erweiterte Gothenburg Green City Zone einbezogen werden. In diesem Gebiet testet die Stadt Göteborg zusammen mit Volvo Cars und weiteren Unternehmen, Forschern und anderen Partnern neue Technik für Fahrzeuge und Infrastruktur, um bis 2030 einen emissionsfreien Verkehr zu erreichen.

Die Ausweitung, die auch mit ausgebauten technischen Kapazitäten des Volvo Campus einhergeht, stärke die Verbindung zu anderen Mobilitäts- und Innovationsknotenpunkten in der Stadt. In dem Areal sind neben dem kürzlich eröffneten Software-Testzentrum auch ein Produktionswerk, ein Designzentrum sowie diverse Test- und Entwicklungseinrichtungen ansässig, darunter eine Pilotanlage, ein Batterielabor, Windkanäle und ein Sicherheitszentrum mit angeschlossenem Crashtest-Labor. Ein Batteriewerk von Novo, dem Joint Venture von Volvo und Northvolt, befindet sich derzeit im Bau.

Bereits im Jahr 2022 hatte Volvo bekanntgegeben, in den kommenden Jahren insgesamt zehn Milliarden Schwedische Kronen (rund 960 Millionen Euro) in sein Stammwerk Torslanda zu investieren. Neben der vollständigen Modernisierung der Lackier- und Fertigungshallen werden vor Ort unter anderem eine Batteriemontage und das sogenannte Mega-Casting-Verfahren für Aluminium-Karosserieteile eingeführt.

Teil eines größeren Ökosystems

Die neue Mobility Innovation Destination Torslanda ist einer der vielen Volvo Standorte weltweit, mit denen der schwedische Autohersteller die Forschung und Entwicklung vorantreibt. Neben dem kürzlich eröffneten Software-Testzentrum in Göteborg gehören hierzu auch mehrere Tech Hubs in Schweden (Stockholm und Lund), Polen (Krakau), Indien (Bangalore) und Singapur.

Volvo Cars betreibt außerdem technische Zentren im schwedischen Göteborg und im chinesischen Shanghai. Jeder dieser Standorte hat seinen eigenen strategischen Schwerpunkt innerhalb des Forschungs- und Entwicklungsverbunds.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 07.02.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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