Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der finanziell unter Druck stehende deutsche Automobilhersteller Volkswagen verschärft den Konflikt mit der Arbeitnehmerseite. Der Konzern will mehrere Tarifverträge aus dem eigenen Haustarif kündigen und damit offenbar weitere Einsparungen bei den Personalkosten ermöglichen, berichtet die Automobilwoche. Auch die IG Metall bestätigte die Pläne.

Betroffen sein könnten demnach unter anderem die tarifliche Zusatzvergütung T-ZUV, die tarifliche Zulage, Tarif-Plus, der Manteltarifvertrag sowie Regelungen zur Ausbildung. Bei der Zusatzvergütung können Beschäftigte bislang zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen oder einer Zahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens wählen. Auswirkungen wären frühestens ab Januar 2027 möglich.

Unberührt bleiben soll dagegen die Ende 2024 vereinbarte Beschäftigungssicherung. Betriebsbedingte Kündigungen bei der Volkswagen AG sind demnach weiterhin bis Ende 2030 ausgeschlossen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters könnten rund 100.000 Beschäftigte an den deutschen Kernstandorten von Änderungen an den Tarifregelungen betroffen sein.

Überraschung beim Überprüfungsgespräch

Die Arbeitnehmervertreter reagierten scharf. IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger bezeichnete das Vorgehen als „übles Foul an der Belegschaft“. Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte ebenfalls Widerstand an und rechnet mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel. Die Friedenspflicht endet bei Volkswagen am 31. Dezember, sodass anschließend auch Arbeitskampfmaßnahmen und Eskalationen seitens der Arbeitnehmenden möglich wären.

Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite waren am Mittwoch eigentlich zu einem Überprüfungsgespräch über den Tarifkompromiss aus dem Jahr 2024 zusammengekommen. Dabei sollte es insbesondere darum gehen, ob Volkswagen die damals zugesagten Investitionen und Zukunftsperspektiven für die Standorte einhält. Doch in diesem Zuge kam dann die sprichwörtliche Bombe auf den Tisch, die für die Arbeitnehmerseite dem Vernehmen nach völlig überraschend explodierte.

Die Entwicklung zeigt, wie stark der wirtschaftliche Druck auf Volkswagen inzwischen auch die tariflichen Strukturen erreicht. Nach Stellenabbau, Produktionskürzungen und der Diskussion über die Zukunft einzelner Werke dürfte die bevorstehende Tarifrunde damit noch konfliktträchtiger werden. Gleichzeitig bleiben die 2024 vereinbarten Beschäftigungsgarantien zumindest vorerst bestehen.

Quelle: Automobilwoche – „Übles Foul”: Volkswagen will Tarifverträge kündigen

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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