Volkswagen lädt BYTONs M-Byte

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BYTON

Dirk Kunde
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Die VW-Tochter Electrify America wird US-Ladepartner von BYTON. Das chinesische Start-up BYTON verkauft ab 2021 seinen M-Byte in Nordamerika und Europa. Chinesische Kunden erhalten den SUV bereits Mitte 2020.

BYTON profitiert von VW-Strafzahlungen aus dem Dieselskandal

BYTON-Kunden erhalten zum Autokauf eine Ladekarte von Electrify America (EA), mit der sie zwei Jahre lang kostenlos Energie tanken können. Bis zum Verkaufsstart hat EA 800 eigene Stationen mit 3.500 Ladepunkten in 29 Metropol-Regionen in Betrieb. Die teilen sich auf in Schnelllader (DC mit 150 kW) und Level 2-Lader (AC 9,6 kW). Einziger Haken: Es gibt ein Zeitlimit. BYTON-Kunden laden an Gleichstrom-Ladesäulen von EA 30 Minuten und an anderen 60 Minuten kostenlos. Danach wird die Ladezeit kostenpflichtig.

EA investiert über den Zeitraum von zehn Jahren zwei Milliarden Dollar in den Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur in Nordamerika. Das tut der Mutterkonzern Volkswagen nicht ganz freiwillig. Die Gründung von Electrify America ist Teil der Auflagen bzw. Strafzahlungen, die VW im Zuge des Dieselskandals leisten muss.

BYTON erhält Distributionslizenz für Kalifornien

BYTON hilft es. Zudem hat das Unternehmen eine Distributionslizenz für Kalifornien erhalten. „Das rechtliche Konstrukt ist neu und richtungsweisend“, sagt Andreas Schaaf, Chief Customer Officer, im Gespräch mit Elektroauto-News. Die Lizenz umfasst den On- und Offline-Handel mit Fahrzeugen in den USA. Byton wird eine Verkaufsniederlassung in Eigenregie in Kalifornien betreiben. Von hier wird der Online-Verkauf gesteuert. Im kalifornischen Santa Clara betreibt BYTON bereits sein technisches Entwicklungszentrum. Für den klassischen Vertrieb in den übrigen US-Bundesstaaten werde man sich Partner suchen, so Schaaf.

Genau so macht es Byton auch in Europa. Den Betrieb der Läden (Byton Place) als auch den nachgelagerten Service sowie Werkstattleistungen übernehmen Partner. „Dabei bleibt immer Byton der Vertragspartner des Kunden“, betont Schaaf. Die globale Kundenbetreuung sei einmalig in der Branche, so der Autoexperte. Unternimmt ein Interessent beispielsweise eine Probefahrt in Shanghai und konfiguriert im dortigen BYTON Place einen M-Byte, kann er später in den Laden in Stockholm gehen und die Kollegen dort wissen genau, was der Kunde bereits gesehen bzw. konfiguriert hat. Es gibt keine (Preis-)Unterschied zwischen Online-Bestellung und dem Kauf im stationären Handel.

Europäisches Netzwerk wird Schrittweise ausgebaut

Nach der erfolgreichen Präsentation des M-Bytes auf der IAA in Frankfurt, wurden etliche Absichtserklärungen mit Handelspartnern in Europa unterzeichnet. „Die Messe hat den laufenden Gesprächen einen Kick gegeben“, fasst Schaaf zusammen. Einige Namen wurden bereits genannt. Bei genauerem Blick fällt auf, das BYTON hier sein Netzwerk zu BMW-Kontakten nutzt. Schaaf als auch Byton-CEO Daniel Kirchert waren in ihren beruflichen Laufbahnen bei BMW tätig. BYTON-Vertriebspartner in der Schweiz ist Kurt Egloff. Er leitete das BMW-Geschäft in dem Land, bevor er die Modern Driving AG im Kanton Aargau gründete.

Die Salvador Caetano Group verkauft unter anderem BMW-Fahrzeuge in Spanien und Portugal. ByMyCar in Frankreich bietet neben dem Neuwagenverkauf auch Inzahlungnahme und Finanzierungen von Autos an. Das macht sie für eine Vielzahl von Marken und demnächst auch für BYTON. Hedin Automotive in Schweden fällt mit seiner Nähe zu den Daimler-Marken fast ein wenig aus der Rolle. Doch Hedin Automotive Norwegen macht den größten Teil seines Umsatzes mit Autos aus Bayern. Weitere Abschlüsse für Vertriebspartnerschaften stehen für Dänemark, Finnland sowie den Niederlanden kurz bevor.

Keine Details für Deutschland. Vorerst.

Für Deutschland mag Schaaf keine Details nennen. Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass die Partnersuche hier besonders schwer ist. Es gibt kaum Unternehmen, die bundesweit aktiv sind und den Premiumansprüchen von BYTON gerecht werden. In Deutschland gab es mit den starken Handelsorganisationen der Hersteller weder Bedarf noch Nachfrage für unabhängige Autoverkäufer, die auch den Bereich After-Sales abdecken.

Bis der M-Byte 2021 in zwei Motor- (200 / 300 kW) und zwei Batterie-Varianten (72 / 95 kWh) ab 54.000 Euro (brutto) auf den deutschen Markt kommt, bleibt noch etwas Zeit. In dieser Woche hat der M-Byte seine China-Premiere auf der Guangzhou Automesse. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen digitale Services, die die Insassen auf dem leicht gebogenen, 48 Zoll breiten Bildschirm nutzen können.

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Dirk

Dirk

Dirk Kunde beschäftigt sich mit dem Wandel der Mobilitäts- und Energiebranche. Neben neuer Antriebstechnik und Vernetzung im Fahrzeug, bringt die Verknüpfung mit dem Energiesektor große Umbrüche. Bei seinen Praxistests hat der Diplom-Volkswirt stets ein Auge auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ein Lächeln ins Gesicht zaubert dem technikverliebten Journalisten jede vernetzte Anwendung im Auto oder als App, die Mobilität komfortabler macht.

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