Volkswagen-Konzern mit gemischtem Start ins Geschäftsjahr 2025

Volkswagen-Konzern mit gemischtem Start ins Geschäftsjahr 2025
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die Volkswagen Group hat ihre Finanzergebnisse des ersten Quartals 2025 veröffentlicht. Die Umsatzerlöse lagen mit 77,6 Milliarden Euro 2,8 Prozent über dem Vorjahresquartal, vor allem dank einem höheren Absatz in Märkten außerhalb Chinas, so der Konzern in einer aktuellen Mitteilung. Auch in den Markengruppen Core und Progressive sowie im Financial Services Geschäft gebe es positive Tendenzen. Der Anstieg wurde durch einen Umsatzrückgang aufgrund geringerer Verkaufszahlen bei der Markengruppe Sport Luxury und bei der Lkw-Sparte Traton gebremst.

Das Operative Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro – 37 Prozent weniger als im Vorjahr mit 4,6 Milliarden Euro – mit einer Umsatzrendite von 3,7 Prozent sei durch leicht negative Preis-Mix-Effekte, höhere Fixkosten sowie insbesondere durch Sondereffekte von rund 1,1 Milliarden Euro belastet worden. Bereinigt um Sondereffekte lag das Operative Ergebnis bei rund 4,0 Milliarden Euro und die Operative Umsatzrendite bei 5,1 Prozent, so VW.

Der Fahrzeugabsatz lag mit 2,1 Millionen Einheiten leicht um 0,9 Prozent über dem Vorjahr. Dabei konnte ein Anstieg der Verkaufszahlen in Europa (+4 Prozent) und Südamerika (+17 Prozent) den leichten Rückgang in Nordamerika (-2 Prozent) und den erwarteten Rückgang in China (-6 Prozent) mehr als ausgleichen. Der Auftragseingang liege für Fahrzeuge in Westeuropa um 29 Prozent über dem Vorjahreswert, besonders stark nachgefragt seien Modelle aller Antriebsarten wie VW ID.7 Tourer, Cupra Terramar, Skoda Elroq, Audi Q6 e-tron und Porsche 911. Die Bestellungen vollelektrischer Fahrzeuge steigen besonders deutlich (+64 Prozent) und machen mehr als 20 Prozent des gesamten Auftragsbestands aus.

„Wie erwartet, ist der Volkswagen Konzern mit gemischten Ergebnissen ins Geschäftsjahr gestartet. Unsere Autos kommen sehr gut bei unseren Kunden an. Der Auftragseingang in Westeuropa ist deutlich gestiegen und unsere Auftragsbücher füllen sich schnell. Zudem ist inzwischen jedes fünfte in Westeuropa verkaufte Auto vollelektrisch. Deren Absatz hat sich im ersten Quartal mehr als verdoppelt“, sagt Arno Antlitz, CFO & COO der Volkswagen Group.

Gleichzeitig habe der Erfolg der Elektroautos auf dem Markt das Ergebnis auch belastet: „Eine operative Marge von rund vier Prozent zeigt deutlich, dass noch eine Menge Arbeit vor uns liegt. Gerade weil die weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen gegenwärtig so unsicher sind, müssen wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir selbst beeinflussen können. Das heißt: Zu unserem starken Angebot an Fahrzeugen müssen wir eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur sicherstellen, damit wir auch in einer sich schnell verändernden Welt erfolgreich bleiben“, so Antlitz.

Ausblick für 2025

Die Volkswagen Group erwartet, dass die Umsatzerlöse das Vorjahr um bis zu 5 Prozent übertreffen. Die Operative Umsatzrendite des Konzerns wird voraussichtlich zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen. Die Auswirkungen der kürzlich angekündigten Zölle, sofern sie tatsächlich auch kommen, seien hierbei noch nicht berücksichtigt.

Im Konzernbereich Automobile geht die Volkswagen Group für 2025 davon aus, dass die Investitionsquote zwischen 12 und 13 Prozent liegt. Der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile des Jahres 2025 wird zwischen 2 und 5 Milliarden Euro erwartet. Darin enthalten sind sowohl Liquiditätsabflüsse für Zukunftsinvestitionen als auch für Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Jahr 2024. Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile wird 2025 voraussichtlich zwischen 34 und 37 Milliarden Euro liegen.

Vor dem Hintergrund der bis zum 28. April verzeichneten Entwicklungen geht die Volkswagen Group davon aus, dass sich die Operative Umsatzrendite, der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile sowie die Nettoliquidität am unteren Ende der jeweiligen Bandbreite bewegen. Es sei unverändert das Ziel des Unternehmens, seine solide Finanzierungs- und Liquiditätspolitik fortzusetzen.

Herausforderungen ergeben sich insbesondere aus einem Umfeld politischer Unsicherheit, zunehmenden Handelsbeschränkungen und geopolitischen Spannungen, der steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Rohstoff-, Energie- und Devisenmärkten sowie aus verschärften emissionsbezogenen Anforderungen.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 30.04.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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