US-Studie sieht Klimavorsprung von E-Autos auch in der Vorkette

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Michael Neißendorfer
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Eine kürzlich im Fachblatt Nature Communications veröffentlichte Studie der Yale School of the Environment (YSE) kommt zu dem Schluss, dass die indirekten Gesamtemissionen von Elektroautos, also jene, die in der Produktion entstehen, im Vergleich zu den indirekten Emissionen von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen verblassen. Dies verstärkt die Klimafreundlichkeit von E-Autos. Denn auch bei den direkten Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe verglichen mit den Emissionen aus der Stromerzeugung haben Elektroautos emissionstechnisch einen klaren Vorteil gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen.

„Das überraschende Element ist, wie viel niedriger die Emissionen von Elektroautos sind“, sagt Postdoktorandin Stephanie Weber. „Die Vor- und Lieferkette für Verbrennerfahrzeuge ist einfach so schmutzig, dass Elektroautos sie nicht übertreffen können, selbst wenn man die indirekten Emissionen berücksichtigt.“ Weber war beteiligt an der Studie unter der Leitung von Paul Wolfram, Postdoc am Joint Global Change Research Institute an der University of Maryland. Ebenfalls mitgewirkt haben der YSE-Wirtschaftsprofessor Ken Gillingham und Edgar Hertwich, ein Industrieökologe der Norwegian University of Science and Technology und ehemaliges YSE-Fakultätsmitglied. Das Forschungsteam kombinierte Konzepte aus Energiewirtschaft und Industrieökologie – Kohlenstoffpreisgestaltung, Lebenszyklusbewertung und Modellierung von Energiesystemen –, um festzustellen, wie die CO2-Emissionen ausfallen, wenn auch indirekte Emissionen aus den vorgelagerten Lieferketten berücksichtigt wurden.

„Eine große Sorge bei Elektroautos ist, dass die Lieferkette, einschließlich des Abbaus und der Verarbeitung von Rohstoffen und der Herstellung von Batterien, alles andere als sauber ist“, sagt Gillingham. Dies sei aber nicht der Fall. Die Studie berücksichtigte auch den zukünftigen technologischen Wandel, wie etwa die Dekarbonisierung der Stromversorgung, und stellte fest, dass dies den Klimavorsprung von Elektroautos noch weiter stärken wird.

Laut Wolfram zeigt die Studie, dass „der Elefant im Raum die Lieferkette von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen ist, nicht die von Elektroautos“. Er stellt fest, dass je schneller wir auf Elektroautos umsteigen, desto besser – zumindest in Ländern mit einer ausreichend dekarbonisierten Stromversorgung, wie den USA.

Gillingham, dessen Forschung sich weitgehend auf die Einführung alternativer Energien im Verkehr konzentriert hat, sagt, dass diese Forschung ein besseres Verständnis dafür liefern kann, wie eine umfassende CO2-Preisgestaltung – einschließlich der gesamten Lieferkette – die Kaufentscheidungen von Verbrauchern in Richtung Elektroautos verlagern kann.

Quelle: Yale School Of The Environment – Pressemitteilung vom 19.12.2021 // Nature – Pricing indirect emissions accelerates low—carbon transition of US light vehicle sector

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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