US-Regierung fördert Batteriefabriken mit Milliarden

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Sebastian Henßler
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Die US-Regierung setzt ihre Pläne zur Förderung der Elektromobilität mit umfangreichen Krediten fort. Am Montag kündigte das Energieministerium an, umgerechnet knapp 6,5 Milliarden Euro für den Bau von zwei Batteriefabriken in Indiana bereitzustellen. Diese werden von StarPlus Energy errichtet, einem Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis und Samsung SDI. Die Anlagen sollen jährlich Batterien für rund 670.000 Elektroautos produzieren. Der Bau schafft 3200 Arbeitsplätze, während der spätere Betrieb etwa 2800 Menschen beschäftigen wird.

In der Woche zuvor hatte das Ministerium bereits einen Kredit von umgerechnet 5,7 Milliarden Euro für den Aufbau eines Werks von Rivian in Georgia angekündigt. Das Unternehmen plant in der Nähe von Atlanta die Produktion von Elektro-SUVs und -Kombis. Beide Projekte sind Teil der Strategie der Biden-Regierung, eine inländische Batterieproduktion zu etablieren und die Abhängigkeit von Ländern wie China zu verringern.

Politische Spannungen und wirtschaftliche Vorteile

Die Finanzierung der Projekte trifft auf politisch gemischte Reaktionen. Viele Republikaner, die die betroffenen Wahlkreise im Kongress vertreten, äußern sich kritisch gegenüber der Förderung von Elektroautos durch Bundesmittel. Gleichzeitig profitieren ihre Distrikte durch Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze. Auch Autobauer wie Stellantis hoffen, dass Steuervergünstigungen und staatliche Anreize bestehen bleiben, um die Nachfrage nach Elektroautos anzukurbeln.

Der ehemalige und künftige Präsident Donald Trump und seine Verbündeten im Kongress haben angekündigt, solche Subventionen abzuschaffen. Sie argumentieren, dass sie Hersteller zwingen, Autos zu produzieren, die Verbraucher nicht wollen. Dennoch stieg der Absatz von Elektroautos im dritten Quartal um elf Prozent, während der Verkauf von Verbrennern stagnierte.

Stellantis, zu dessen Marken unter anderem Jeep, Dodge, Ram und Fiat gehören, hatte bislang keinen großen Anteil am US-Markt für Elektroautos. Das Unternehmen plant jedoch, bald mehrere neue Modelle wie elektrische Varianten des Jeep Wagoneer, Dodge Charger und des Pickups Ram einzuführen. Der Kredit soll Stellantis dabei helfen, in diesem Markt wettbewerbsfähiger zu werden. Angesichts eines weltweiten Absatzrückgangs von 27 Prozent im dritten Quartal steht der Konzern unter Druck, neue Märkte zu erschließen.

Internationale Bedeutung der Projekte

Das Energieministerium betonte, dass die Fabriken in Indiana die Kapazitäten zur Herstellung von Batterien in Nordamerika erheblich erweitern und die Abhängigkeit von China reduzieren werden. Ziel ist es, neben der Förderung von Elektroautos auch heimische Quellen für Rohstoffe wie Lithium zu entwickeln. Bisher hat die US-Regierung rund 32,3 Milliarden Euro für Projekte im Bereich emissionsarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge bereitgestellt. Damit unterstützt sie nicht nur die Produktion, sondern auch die Entwicklung der dazugehörigen Infrastruktur.

Quelle: The New York Times – Stellantis and Samsung Will Get $7 Billion to Build Battery Factories

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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