US-Regierung fördert Batteriefabriken mit Milliarden

US-Regierung fördert Batteriefabriken mit Milliarden
Copyright:

shutterstock / 2464757859

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die US-Regierung setzt ihre Pläne zur Förderung der Elektromobilität mit umfangreichen Krediten fort. Am Montag kündigte das Energieministerium an, umgerechnet knapp 6,5 Milliarden Euro für den Bau von zwei Batteriefabriken in Indiana bereitzustellen. Diese werden von StarPlus Energy errichtet, einem Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis und Samsung SDI. Die Anlagen sollen jährlich Batterien für rund 670.000 Elektroautos produzieren. Der Bau schafft 3200 Arbeitsplätze, während der spätere Betrieb etwa 2800 Menschen beschäftigen wird.

In der Woche zuvor hatte das Ministerium bereits einen Kredit von umgerechnet 5,7 Milliarden Euro für den Aufbau eines Werks von Rivian in Georgia angekündigt. Das Unternehmen plant in der Nähe von Atlanta die Produktion von Elektro-SUVs und -Kombis. Beide Projekte sind Teil der Strategie der Biden-Regierung, eine inländische Batterieproduktion zu etablieren und die Abhängigkeit von Ländern wie China zu verringern.

Politische Spannungen und wirtschaftliche Vorteile

Die Finanzierung der Projekte trifft auf politisch gemischte Reaktionen. Viele Republikaner, die die betroffenen Wahlkreise im Kongress vertreten, äußern sich kritisch gegenüber der Förderung von Elektroautos durch Bundesmittel. Gleichzeitig profitieren ihre Distrikte durch Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze. Auch Autobauer wie Stellantis hoffen, dass Steuervergünstigungen und staatliche Anreize bestehen bleiben, um die Nachfrage nach Elektroautos anzukurbeln.

Der ehemalige und künftige Präsident Donald Trump und seine Verbündeten im Kongress haben angekündigt, solche Subventionen abzuschaffen. Sie argumentieren, dass sie Hersteller zwingen, Autos zu produzieren, die Verbraucher nicht wollen. Dennoch stieg der Absatz von Elektroautos im dritten Quartal um elf Prozent, während der Verkauf von Verbrennern stagnierte.

Stellantis, zu dessen Marken unter anderem Jeep, Dodge, Ram und Fiat gehören, hatte bislang keinen großen Anteil am US-Markt für Elektroautos. Das Unternehmen plant jedoch, bald mehrere neue Modelle wie elektrische Varianten des Jeep Wagoneer, Dodge Charger und des Pickups Ram einzuführen. Der Kredit soll Stellantis dabei helfen, in diesem Markt wettbewerbsfähiger zu werden. Angesichts eines weltweiten Absatzrückgangs von 27 Prozent im dritten Quartal steht der Konzern unter Druck, neue Märkte zu erschließen.

Internationale Bedeutung der Projekte

Das Energieministerium betonte, dass die Fabriken in Indiana die Kapazitäten zur Herstellung von Batterien in Nordamerika erheblich erweitern und die Abhängigkeit von China reduzieren werden. Ziel ist es, neben der Förderung von Elektroautos auch heimische Quellen für Rohstoffe wie Lithium zu entwickeln. Bisher hat die US-Regierung rund 32,3 Milliarden Euro für Projekte im Bereich emissionsarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge bereitgestellt. Damit unterstützt sie nicht nur die Produktion, sondern auch die Entwicklung der dazugehörigen Infrastruktur.

Quelle: The New York Times – Stellantis and Samsung Will Get $7 Billion to Build Battery Factories

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Wie in Aachen die europäische Batterieindustrie verteidigt wird

Wie in Aachen die europäische Batterieindustrie verteidigt wird

Daniel Krenzer  —  

Die RWTH Aachen arbeitet an effizienterer Batterieproduktion, Digitalisierung und Recycling. So soll Europa gegenüber Asien wieder Boden gutmachen.

Defekte Akkus: Batteriehersteller CALB verschärft Standards

Defekte Akkus: Batteriehersteller CALB verschärft Standards

Laura Horst  —  

Der Batteriehersteller CALB verschärft seine eigenen Qualitätsstandards, nachdem es wiederholt zu Problemen mit aufgequollenen Zellen gekommen war.

Webasto fertigt Hochleistungsbatterie für AMG GT Coupé

Webasto fertigt Hochleistungsbatterie für AMG GT Coupé

Sebastian Henßler  —  

Webasto produziert in Schierling das Hochleistungsbatteriesystem für das neue Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé, inklusive Modul- und Packfertigung.

Welle an Alt-Akkus in China: Problem und Chance zugleich

Welle an Alt-Akkus in China: Problem und Chance zugleich

Daniel Krenzer  —  

Millionen alte E-Auto-Akkus stellen China vor große Aufgaben. Neue Regeln und digitale Batteriepässe könnten daraus einen Rohstoffkreislauf machen.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Janus rüstet alte Diesel-Sattelschlepper auf Elektro um

Janus rüstet alte Diesel-Sattelschlepper auf Elektro um

Sebastian Henßler  —  

Janus Electric rüstet alte Diesel-Sattelschlepper auf Elektroantrieb um und senkt die Kosten auf ein Viertel eines Neufahrzeugs.

VW prüft Gotion-Beteiligung am Batteriewerk Valencia

VW prüft Gotion-Beteiligung am Batteriewerk Valencia

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen und der chinesische Batteriehersteller Gotion verhandeln über eine mögliche Beteiligung am PowerCo-Werk in Valencia, wie ein Bericht nahelegt.