Uni Ulm erhält Cluster im Bereich Batterieforschung

Uni Ulm erhält Cluster im Bereich Batterieforschung
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Eberhardt/Uni Ulm

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Die Universität Ulm ist bei der Exzellenzstrategie erfolgreich und erhält ein Exzellenzcluster im Bereich Batterieforschung. Durch die sogenannte Exzellenzstrategie stärken Bund und Länder die universitäre Spitzenforschung. Gefördert werden Exzellenzcluster zu bestimmten Forschungsfeldern und Exzellenzuniversitäten als strategische Unterstützung herausragender Universitätsstandorte. Im Fall der Universität Ulm wird das „Energiespeicherung jenseits von Lithium – neue Speicherkonzepte für eine nachhaltige Zukunft“ ab Januar 2019 mit bis zu 10 Millionen Euro jährlich für zunächst sieben Jahre gefördert.

Ausgewählt wurde die Universität Ulm in einem hochselektiven Verfahren durch die „Exzellenzkommission“, bestehend aus hochkarätigen, internationalen Experten sowie den Wissenschaftsministern aus Bund und Ländern. Insgesamt wurden 57 Cluster für die Förderung ausgewählt.

Universitätspräsident Professor Michael Weber sieht die Bewilligung des Exzellenzclusters im Bereich Batterieforschung als einen herausragender Erfolg für die Universität Ulm. Belegt diese doch die nationale wie internationale Spitzenposition in diesem global relevanten Forschungsfeld. Bedenkt man nun, dass sich Universitäten aus ganz Deutschland mit ihren stärksten Schwerpunkten um die Exzellenzcluster beworben haben, darf man zu Recht stolz auf den Erfolg sein zu den Allerbesten zu zählen.

Universität Ulm begibt sich auf die Suche nach Batterien der Zukunft

Der Antrag „Energiespeicherung jenseits von Lithium“ wurde gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gestellt. Nach der Bewilligung eines Exzellenzcluster steht nun die Forschung zu leistungsstarken, zuverlässigen und umweltfreundlichen Speichersystemen – vor allem für die Energiewende und die Elektromobilität – im Mittelpunkt. Notwendig ist dies, da Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind nicht immer in gleichem Maße verfügbar ist – an einer Zwischenspeicherung führt somit kein Weg vorbei.

Im Bereich der Elektrofahrzeuge ist dies noch ein wenig anspruchsvoller, da die Batteriespeicher nicht stationär, sondern im Fahrzeug untergebracht sein müssen. Des Weiteren sind die Kapazitäten einer Batterie mit der Reichweite eines E-Fahrzeugs gleichzusetzen. Doch eine Steigerung der Kapazität von Lithium-Ionen-Batterien, die heute in vielen Smartphones, Laptops oder Elektroautos stecken, ist mit großen technologischen Schwierigkeiten verbunden. Zudem sind die Lithium-Vorräte endlich.

In dem nun bewilligten Cluster begibt man sich auf die Suche nach alternativen Ladungsträger. Beispielsweise auf Basis von Natrium, Magnesium, Aluminium oder Zink. Am Exzellenzcluster selbst sind Forschende aus Elektrochemie, Materialwissenschaften, Modellierung und Ingenieurwissenschaften beteiligt. Die Ziele des Clusters reichen von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Wissenschaft. Sie umfassen ein fundamentales Verständnis der elektrochemischen Energiespeicherung in den neuartigen Systemen, die Verbindung grundlegender Materialeigenschaften mit Leistungsparametern. Insgesamt wollen die Forschenden die praktischen Grundlagen für eine Batterie-Technologie schaffen, die ohne Lithium und ohne das ebenfalls immer seltener werdende Kobalt auskommt.

Exzellenzcluster gemeinsam mit KIT und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)

Ebenfalls am Cluster beteiligt ist KIT sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), welche gemeinsam mit der Universität Ulm 2011 das Helmholtz-Institut Ulm für elektrochemische Energiespeicherung (HIU) auf ihrem Campus gegründet haben – Träger des HIU ist das KIT. In unmittelbarer Nachbarschaft betreibt das ZSW beispielsweise eine Pilotfertigungsanlage für Batterien.

In das neue Exzellenzcluster bringt sich darüber hinaus die Universität Gießen ein. Professor Axel Groß, Direktor des Instituts für Theoretische Chemie an der Universität Ulm und einer der Ulmer Sprecher des Exzellenzclusters, ist sich sicher, dass mit dem bewilligten Exzellenzcluster die bereits hervorragende Stellung des Standortes Ulm in der Batterieforschung weiter ausgebaut wird.

„Bereits im Vorfeld der Clusterentscheidung haben die beiden Standorte Ulm und Karlsruhe beschlossen, generell enger auf dem Gebiet der elektrochemischen Speicherung zu kooperieren: Die Forschenden haben gemeinsamen einen der weltweit größten Forschungsverbünde für Energiespeicherung namens CELEST, ,Center for Electrochemical Energy Storage‘, gegründet. Dank des Exzellenzclusters mit etwa 100 zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wächst das Konsortium für die Erforschung alternativer Speichertechnologien noch weiter.“ – Professor Maximilian Fichtner, Geschäftsführender Direktor des HIU und Sprecher des Exzellenzclusters

Aus Sicht von Professor Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung und Informationstechnologie, der außerdem dem Leitungsgremium des Forschungsverbunds CELEST angehört, sind in Zukunft neue Speicherkonzepte notwendig, um Herausforderungen wie die Energiewende zu meistern. „Zu dieser global wichtigen Aufgabe und zum Aufschluss der deutschen Batterieforschung an die Weltspitze wird das nun bewilligte Exzellenzcluster beitragen. Das Cluster krönt eine einmalige Forschungsumgebung in der Wissenschaftsstadt, in der schon jetzt Batterieforschung auf höchsten Niveau von den Grundlagen bis zur Anwendung stattfindet.“

Quelle: Universität Ulm – Erfolg bei der Exzellenzstrategie: Uni Ulm erhält Cluster im Bereich Batterieforschung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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