Umweltbonus-Anträge im Oktober leicht steigend

Umweltbonus-Anträge im Oktober leicht steigend
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Zweite Novemberwoche, Zeit für einen Blick auf die Entwicklung des Umweltbonus bzw. der Kaufprämie für Elektroautos im vergangenen Monat Oktober. Im Dezember 2022 waren es noch 228.982 Anträge, die neu hinzugekommen sind – stark getrieben durch die Kürzung der Förderung für E-Autos und dem Wegfall der Prämie für Plug-in-Hybride ab Anfang 2023.

Im Juni ’23 wurde ein neues Jahreshoch erreicht, welches im Juli gerissen und im August abermals übertroffen wurde. Danach haben die Fördermöglichkeiten für Elektroautos aus Flotten und Unternehmen zum 1. September deutlich abgenommen. Nach einem letzten Aufbäumen im August (117.649 Anträge) ging es also schlagartig nach unten: Nur noch 15.026 Anträge wurden im September gestellt. Im Oktober nun ein leichter Anstieg auf 19.296 neue Anträge.

1.405.357 Anträge für reine E-Autos, 804.906 für Plug-in-Hybride und 543 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

1.405.357 Anträge für reine E-Autos, 804.906 für Plug-in-Hybride und 543 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge – so lautet die Bilanz aller bisher gestellten Umweltbonus-Anträge seit der Einführung der Förderung, welche in Summe 2.210.806 Anträge auf die Kaufprämie für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb ergeben.

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, konzentriert sich die Förderung für elektrische Fahrzeuge seit 1. Januar 2023 nur noch auf Kraftfahrzeuge, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Das bedeutet konkret, dass die Förderung – der sogenannte Umweltbonus – seitdem auf batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge konzentriert wird. Plug-in-Hybride werden seitdem nicht mehr gefördert.

Konkret wird der Kauf von reinen Elektroautos (batterie- oder brennstoffzellenbetrieben) ab Januar 2023 je nach Kaufpreis mit 3000 bis 4500 Euro bezuschusst. Seit dem 1.9.2023 wurde der Kreis der Antragsberechtigten auf Privatpersonen begrenzt. Für E-Autos über 45.000 Euro Nettolistenpreis entfällt der Umweltbonus ab dem 1. Januar 2024 vollständig.

Anträge nach Antragsteller im Detail im Oktober 2023

Interessant ist auch, wer den eigentlich die Anträge für den Umweltbonus stellt. Beantragt werden kann die Kaufprämie für E-Autos sowohl von Privatpersonen, als auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereinen. Nachfolgend betrachten wir im Detail, wie sich die gestellten Anträge auf die einzelnen Antragssteller aufteilen. Hierdurch ergibt sich folgendes Bild.

  • Privatperson: 908.841
  • Freiberuflich tätige Person: 13
  • Unternehmen: 1.090.736
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 11.717
  • Privatunternehmen: 15
  • Verein: 820
  • Eingetragener Verein, gemeinnütziger Investor: 7.331
  • Kommunale Betriebe: 1.221
  • Kommunaler Zweckverband: 204
  • Kirche, kirchl. Einrichtung, anerkannte Religionsgem.: 2
  • gemeinnützige Organisation: 2
  • Stiftung: 1.312
  • Körperschaft: 15.988
  • Eingetragene Genossenschaften: 1
  • Einzelunternehmer: 24

Die Anfang des Jahres angedeutete Verschiebung hin zu Unternehmen hat stattgefunden, dürfte ab Herbst 2023 dann aber stark einbrechen, da dann entsprechend E-Autos aus der Förderung entfallen. Es dürfte hier einen ähnlichen Abschwung wie ab Januar 2023 geben. Zeigt sich so im September bereits.
Denn generell mag der Schwerpunkt auf Unternehmen daran liegen, dass es eine Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen gibt. Denn der Bundesrat hat der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Förderung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung zugestimmt. Die Dienstwagenregelung wurde zudem, mit Wirkung vom 31. Juli 2019, bis Ende 2030 verlängert und sogar auf 0,25 Prozent-Punkte herabgesenkt.

Umweltbonus-Ranking der Hersteller und Modelle bis November 2023

Unverändert bleibt es an der Spitze des Rankings. Volkswagen hat sich dort mit 307.419 gestellten Anträgen deutlich von seinen Marktbegleitern ab- und festgesetzt. Die Anzahl der Anträge bei Mercedes-Benz (196.157) sind im Vergleich zum Drittplatzierten Tesla (178.148), eher weniger stark gewachsen. Großes Wachstum bei der Anzahl der gestellten Anträge gibt es auch bei BMW nicht (171.373). Daher ist davon auszugehen, dass Tesla sich weiter an Mercedes heranpirscht und von BMW Abstand nimmt.

Renault (141.158 Anträge) liegt verhältnismäßig weit hinter den vier Erstplatzierten im Ranking zurück. Auf Rang sechs folgt Hyundai mit 129.505 gestellten Anträgen. Gefolgt von Audi, welche ihren siebten Rang verteidigen konnten, mit 118.449 Anträgen, diesen wohl so schnell aber auch nicht aufgeben müssen. Denn die Abstände dahinter werden größer. Mit bereits größerem Abstand gesellen sich Opel (90.734), Seat (82.769) sowie Kia (82.481) hinzu.

Auf Modellebene betrachtet zeichnet sich folgendes Bild:

Betrachten wir die gestellten Anträge je Bundesland, ergibt sich folgendes Bild:

  • Baden-Württemberg: 330.030
  • Bayern: 420.384
  • Berlin: 68.279
  • Brandenburg: 43.178
  • Bremen: 11.251
  • Hamburg: 51.054
  • Hessen: 206.975
  • Mecklenburg-Vorpommern: 18.330
  • Niedersachsen: 203.869
  • Nordrhein-Westfalen: 534.873
  • Rheinland-Pfalz: 104.184
  • Saarland: 24.981
  • Sachsen: 57.668
  • Sachsen-Anhalt: 27.831
  • Schleswig-Holstein: 73.414
  • Thüringen: 33.867
  • Unbekannt: 638

Weitere Informationen finden Interessenten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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