Umfrage: Auch die Gen Z schwört aufs Auto

Umfrage: Auch die Gen Z schwört aufs Auto
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Autofreie Zonen, Deutschlandticket, hohe Parkgebühren, Fahrradstraßen in der City – einige politische Weichenstellungen der jüngsten Zeit weisen in eine eher autofreiere Zukunft. Ist das auch ein Szenario für die zwischen 1995 und 2010 Geborenen, die sogenannte Generation Z (Gen Z)? Eher nicht. Denn für sie nimmt das Auto als Fortbewegungsmittel einen sehr hohen Stellenwert ein.

Dem Automobilbarometer 2025 „Cars: an eternal youth?“ von Consors Finanz zufolge können sich nur etwa drei von zehn jungen Erwachsenen in Deutschland vorstellen, künftig kein Auto mehr zu nutzen. 75 Prozent der Gen Z mit eigenem Auto halten es sogar für unverzichtbar für ihren Alltag.

Zum Vergleich: Bei der Generation 50 plus sagen das 80 Prozent in Deutschland, 89 Prozent der Befragten in eher ländlicher Umgebung und 91 Prozent der befragten Familien mit Kind.

Nach dem Auto kommen ÖPNV und Fahrrad

Autos sind für die Mehrheit der Gen Z hierzulande zwar das wichtigste Verkehrsmittel, aber nicht das einzige. Für ihre täglichen Fahrten nutzen die jungen Erwachsenen neben dem Auto vor allem Bus und Bahn (48 Prozent), oder sie gehen zu Fuß (ebenfalls 48 Prozent). Auch das Fahrrad ist gefragt (normales Rad: 31 Prozent, E-Bike: 17 Prozent). Wenn man kein eigenes Auto hätte, würden sechs von zehn jungen Erwachsenen alternativ auf Fahrgemeinschaften ausweichen, jeweils die Hälfte ein Auto für die geplante Fahrt mieten oder Carsharing nutzen. 43 Prozent würden auf ein Auto-Abo setzen.

Consors Finanz

Im Gegensatz dazu zeigt sich die Generation 50 plus weniger experimentierfreudig. Fahrgemeinschaften (30 Prozent) oder Carsharing (29 Prozent) kommen für sie nur bedingt infrage. Ein Auto zu mieten, wäre der Königsweg.

Schaut man sich an, warum die Gen Z das eigene Auto einem Miet- oder Leihwagen vorzieht, spielen vor allem Autonomie und wirtschaftliche Gründe eine Rolle. 38 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland argumentieren, dass ein eigenes Auto ihnen vollständige Selbstbestimmung über das Fahrzeug ermöglicht. Für jeweils 29 Prozent sind der Aufwand beim Mieten oder Sharing sowie die damit verbundenen Kosten zu hoch. Für 17 Prozent ist ein eigenes Auto aus Imagegründen wichtig. Und 34 Prozent kennen es nicht anders, da in der Familie schon immer eigene Autos gekauft wurden.

Gen Z will Mobilität flexibel wählen

Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz, erkennt aus den Ergebnissen eine autarke Gen Z. „Bei der Mobilität dreht sich zwar vieles ums eigene Auto, dennoch haben die jungen Verbraucherinnen und Verbraucher auch Mobilitätsalternativen im Blick.“ Aus seiner Sicht wird es für Händler immer spannender, neben dem reinen Verkauf auf Services rund um die Mobilität zu setzen: Abomodelle, Carsharing, Fahrradverleih oder Gesamtpakete aus Auto plus Klapprad für die City zum Beispiel.

Die Verbraucherstudie wurde im Sommer 2024 durch Harris Interactive in 14 Ländern durchgeführt: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden 16.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Quelle: Consors Finanz – Pressemitteilung vom 26.06.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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