Toyota: Antriebsvielfalt als strategische Notwendigkeit

Toyota: Antriebsvielfalt als strategische Notwendigkeit
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Toyota

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Toyota strebt bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität an und setzt auf dem Weg dahin auf einen Antriebsmix aus batterieelektrischen Autos, (Plug-in-)Hybriden und Wasserstofffahrzeugen. Deutschlandchef Mario Köhler erklärte im Interview mit dem Fachmagazin Autohaus, weshalb der sogenannte Multi-Path-Ansatz eine „strategische Notwendigkeit“ ist und welche Pläne der Autobauer in Deutschland hat.

Der japanische Autobauer bleibt weiterhin dabei, mehrere Antriebsformen parallel nebeneinander weiterzuentwickeln. „Dekarbonisierung braucht mehrere technologische Pfade“, erklärte Deutschlandchef Mario Köhler im Interview. Eine mögliche Verschiebung des sogenannten Verbrennerverbots ändere nichts an der Grundhaltung des Unternehmens, sondern unterstreiche sie. „Wir sehen die Vielfalt der Antriebe nicht als taktische Ausweichbewegung, sondern als strategische Notwendigkeit“, ergänzte Köhler.

Batterieelektrische Autos werden laut dem Geschäftsführer von Toyota Deutschland „zunehmend tragender Bestandteil des Portfolios“. Bis 2030 will das Unternehmen mit seiner Modelloffensive weltweit 15 neue Elektroautos auf den Markt bringen. In Europa, wo Deutschland gemeinsam mit Skandinavien zu Toyotas E-Auto-Leitmärkten gehöre, plane der Autobauer im nächsten Jahr sechs neue Elektro-Modelle einzuführen.

„Deutschland ist ein Markt mit hohen technischen und qualitativen Anforderungen. Die Kunden sind innovativ und preisbewusst zugleich, aber ebenso detailorientiert und anspruchsvoll“, äußerte Köhler. Toyota reagiere darauf, indem das Unternehmen neue Plattformen und digitale Services früh auf den Markt bringt. Zudem lege man den Fokus auf Alltagstauglichkeit, insbesondere weil viele Kunden hierzulande noch mit dem Elektroautokauf hadern, weil sie Bedenken bezüglich Preis, Reichweite und Ladeinfrastruktur haben.

„Unsere batterieelektrischen Fahrzeuge sollen nicht nur technologisch überzeugen, sondern auch verlässlich und wirtschaftlich sein. Wir arbeiten mit effizienzorientierten Plattformen, die reale Reichweiten betonen“, erläuterte der Deutschlandchef. Zudem baue Toyota ein Lade-Ökosystem auf, durch das Elektroautofahrer inzwischen Zugang zu mehr als 600.000 Ladepunkten in Europa haben. Ein überzeugendes Argument seien zudem Garantieversprechen von bis zu 15 Jahren, sowohl für Toyota- als auch für Lexus-Modelle.

„Nachhaltigkeit endet nicht am Fahrzeug“

„Nachhaltigkeit endet nicht am Fahrzeug. Geplant ist, bis 2030 unsere Standorte und die Händlerbetriebe CO₂-neutral zu betreiben“, sagte Köhler gegenüber Autohaus. Dazu gehören unter anderem die Elektrifizierung von Logistikprozessen, die Einführung von Kreislaufmodellen für Batterien und ein konsequenter Recycling-Anteil in den Autos selbst. „Bis 2035 soll die Kreislaufwirtschaft dann weitgehend etabliert sein. Unser Anspruch ist es, eine CO₂-neutrale Wertschöpfungskette in Deutschland aufzubauen – von der Einfuhr über die Logistik bis zur Fahrzeugrücknahme“, erläuterte der Geschäftsführer.

Wasserstoff soll weiterhin ein wichtiger Baustein bei den Antriebsformen bleiben. Auch wenn der kurzfristige Fokus dabei im Bereich von Nutzfahrzeugen sowie in kommunalen und gewerblichen Flotten für Pkw liege, sieht Köhler Wasserstoff langfristig als „relevante Option“ in der Mobilität und in der Energieinfrastruktur. Potenzial biete zudem die kommende Brennstoffzellengeneration ab 2028, die laut dem Toyota-Chef deutlich effizienter und wirtschaftlicher sein wird.

Quelle: Autohaus – Toyota-Geschäftsführer: „Wir bringen neue Plattformen und digitale Services“

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