Tönnies Logistiktochter will 50 Elektro-Lkw für die Langstrecke von Daimler

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Daimler Truck

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Tevex Logistics, die Logistiktochter der Tönnies Unternehmensgruppe, will künftig den batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros LongHaul für die Auslieferung von Lebensmitteln einsetzen. Im Rahmen eines offiziellen Kundenbesuchs in der Daimler Truck Zentrale haben Stina Fagerman, Leiterin Marketing, Vertrieb und Services bei Mercedes-Benz Trucks sowie Clemens Tönnies, Geschäftsführender Gesellschafter der Tönnies Unternehmensgruppe, sowie Tevex-Geschäftsführer Dirk Mutlak hierfür eine gemeinsame Absichtserklärung für die Bestellung von 50 E-Sattelzugmaschinen unterzeichnet. Der Elektro-Lkw eActros LongHaul mit einer Reichweite von rund 500 km soll 2024 in Serie gehen.

Wir haben das Ziel, unsere CO2-Emissionen im Straßentransport bis 2030 zu halbieren. Das ist wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeits-Agenda ‚t30‘“, sagt Clemens Tönnies, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Dirk Mutlak, Geschäftsführer bei Tevex Logistics, fügt hinzu, dass der eActros LongHaul dabei helfen soll, die Nachhaltigkeits-Ziele „schnellstmöglich zu erreichen. Wir freuen uns sehr auf den Start der Serienproduktion. Alternative Antriebe sind nicht mehr die Zukunft, sondern die Gegenwart.“

Die Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks legen den eActros LongHaul für dieselben Anforderungen an die Dauerhaltbarkeit von Fahrzeug und Komponenten aus wie einen vergleichbaren konventionellen schweren Fernverkehrs-Actros. Das bedeutet 1,2 Millionen Kilometer Laufleistung in zehn Betriebsjahren. Im eActros LongHaul kommen Batterien mit Lithium-Eisenphosphat-Zelltechnologie (LFP) zum Einsatz. Diese zeichnen sich vor allem durch eine hohe Lebensdauer und mehr nutzbare Energie aus. Die Batterien des eActros LongHaul lassen sich in der Serie an einer Ladesäule mit etwa einem Megawatt Leistung in deutlich unter 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen.

Drei Batteriepakete liefern eine installierte Gesamtkapazität von mehr als 600 kWh und zwei Elektromotoren als Bestandteil einer neuen eAchse generieren eine Dauerleistung von 400 kW sowie eine Spitzenleistung von mehr als 600 kW. Zusätzlich zur Sattelzugmaschine produziert Mercedes-Benz Trucks direkt ab Marktstart auch Pritschenfahrgestell-Varianten des eActros LongHaul. Dies bietet Kunden zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten im vollelektrischen Transport.

Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück (Ostwestfalen) hat seine Nachhaltigkeitsziele in der Agenda „t30“ gebündelt. Bis 2030 will die Gruppe einer der nachhaltigsten Lebensmittelproduzenten Europas werden. Dafür hat das Familienunternehmen messbare und konkrete Ziele für die kommenden Jahre definiert – darunter die Reduzierung an CO2-Emissionen in der Logistik. Mit dem Einsatz des ersten E-Lkw von Mercedes-Benz Trucks sowie weiteren Anschaffungen und Umrüstungen ist es der Logistik-Tochter laut eigener Aussage gelungen, schon jetzt gut ein Drittel der Ziele zu erreichen. Im Fokus stehe eine entlang der gesamten Kette nachhaltige Lebensmittelproduktion. Mit der Absichtserklärung soll dieser eingeschlagene Weg manifestiert werden.

Es ist für Daimler die dritte Absichtserklärung über eine Großbestellung innerhalb kurzer Zeit: Der Logistikdienstleister Dachser teilte kurz vor Weihnachten mit, ebenfalls 50 Einheiten eActros LongHaul in seinen europäischen Fuhrpark aufnehmen zu wollen. Auch das global agierende Unternehmen aus Kempten hat hierfür mit Mercedes-Benz Trucks eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gleiches gilt für das in Europa agierende Logistikunternehmen Hegelmann Group: Der Logistiker und Mercedes-Benz Trucks hatten schon im vergangenen Herbst eine gemeinsame Absichtserklärung für die Bestellung von 50 eActros LongHaul unterzeichnet.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 10.01.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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