Tesla gegen VW: US-Regierung soll Emissionsvorschriften beibehalten

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Tobias Stahl
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Der Elektroautobauer Tesla hat die US-Regierung um Präsident Donald Trump dazu aufgefordert, die Emissionsvorschriften für Fahrzeuge nicht aufzuheben. Auch die seit langer Zeit bestehende Feststellung der USA, dass der Ausstoß von Treibhausgasen die menschliche Gesundheit gefährdet, soll nicht aufgegeben werden, fordert Tesla laut einem Reuters-Bericht.

In einer Stellungnahme erklärte Tesla in der vergangenen Woche, dass der Vorschlag der US-Umweltschutzbehörde EPA, die Emissionsvorschriften aufzuheben, „den Motoren- und Fahrzeugherstellern einen Freifahrtschein für alle Messungen, Kontrollen und Berichte über Treibhausgasemissionen für alle Straßenmotoren und -fahrzeuge geben würde“.

Hintergrund von Teslas Forderungen ist der Umstand, dass eine Gruppe von Fahrzeugherstellern die US-Umweltschutzbehörde Anfang vergangener Woche dazu aufgefordert hatte, ihre ambitionierten Fahrzeug-Emissionsgrenzwerte zurückzunehmen, mit denen die Hersteller dazu gezwungen werden sollen, einen steigenden Anteil an Elektroautos zu produzieren. General Motors, Toyota, Volkswagen und nahezu alle anderen großen Autohersteller sind Teil der Gruppe. Die etablierten Hersteller argumentieren mit immensen Kosten, mit denen sie konfrontiert seien, wenn die Emissionsstandards nicht zurückgenommen werden.

Für Tesla geht es nicht um Umweltschutz, sondern um ein Milliardengeschäft

Für Tesla geht es dabei allerdings weniger um Klimapolitik und Umweltschutz und mehr um den Verlust eines Milliardengeschäfts: Als reiner E-Auto-Hersteller erhält Tesla große Mengen an Emissionszertifikaten für den Verkauf lokal emissionsfreier Pkw, die Tesla wiederum an andere Autobauer verkauft, die ihre Emissionsziele sonst nicht erreichen würden. Allein im vergangenen Jahr verdiente Tesla mit dem Verkauf von Emissionszertifikaten weltweit 2,8 Milliarden US-Dollar – damit ist der Verkauf dieser Zertifikate eine zentrale Säule von Teslas Geschäftsmodell.

Der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio erklärte bei einer Anhörung im Juli, dass die Kosten, die Autohersteller an Tesla für die Einhaltung der Vorschriften zahlten, „unverschämt“ seien. Tesla argumentiert indes, die von der EPA vorgeschlagene Maßnahme „untergräbt die Stabilität dieses Programms, mindert den Wert der leistungsbasierten Anreize, die Elektrofahrzeughersteller im Rahmen der Standards erhalten, und schafft ungleiche Wettbewerbsbedingungen, wodurch der Anreiz für Investitionen in Fahrzeuginnovationen verringert wird”.

Streit bei der E-Auto-Förderung hatte zum Bruch zwischen Trump und Musk geführt

Tesla-CEO Elon Musk war einer der engsten Berater von US-Präsident Donald Trump. Anfang dieses Jahres kam es jedoch zu einer öffentlichen Schlammschlacht zwischen Trump und Musk. Trump deutete damals unter anderem an, dass Musks Einwände gegen einen wichtigen, anstehenden Haushaltsentwurf darauf zurückzuführen seien, dass Trump die Steuergutschriften für den Kauf von Elektrofahrzeugen streichen wollte.

Im Juli teilte die US-Regierung den Autobauern dann mit, dass ihnen keine Strafen drohen, wenn sie die Kraftstoffeffizienzvorschriften für das Modelljahr 2022 nicht erfüllen. Im Juni hatte Trump zudem eine Resolution unterzeichnet, mit dem Kaliforniens Plan verhindert werden soll, den Verkauf reiner Verbrennerfahrzeuge bis 2035 einzustellen.

Quelle: Reuters – Tesla urges Trump administration to keep vehicle emissions rules, climate finding

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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