Tesla wird in Frankreich irreführende Werbung vorgeworfen

Tesla wird in Frankreich irreführende Werbung vorgeworfen
Copyright:

Mulevich / Shutterstock / 2586477387 (Symbolbild)

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

Tesla steht in Frankreich für sein sogenanntes Full Self-Driving-System (FSD) am Pranger. Ermittler der Abteilung für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung im französischen Finanzministerium werfen dem US-Autobauer „irreführende Geschäftspraktiken“ vor.

Anlass dafür ist die Bezeichnung des Assistenzsystems, die aus Sicht der Ermittler autonomes Fahren verspricht. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Paket aus Fahrerassistenzsystemen auf Level 2, bei denen der Fahrer stets zum Eingreifen ins Steuer bereit sein muss und sich während der Fahrt nicht mit anderen Tätigkeiten befassen darf.

Das Verfahren hatten Verbraucher ins Rollen gebracht, indem sie sich auf der Verbraucher-Plattform SignalConso beschwerten. Daraufhin hatten die Behörden laut eigenen Angaben bereits im Jahr 2023 Untersuchungen angestellt.

In einem ähnlichen Fall hatte Ende 2023 das Department of Motor Vehicles (DMV) des Bundesstaates Kalifornien die Werbung für Teslas Produkte Autopilot und Full Self-Driving bemängelt. Die Anwälte des Herstellers beriefen sich damals auf das Gewohnheitsrecht, denn die Systeme würden bereits seit Jahren unter den bemängelten Namen vermarktet. Wie die Automobilwoche anmerkt, blieb schon damals eine inhaltliche Verteidigung der Vorwürfe aus. Stattdessen argumentierte Tesla, dass man sich auf die „implizite Genehmigung“ verlassen habe.

Tesla selbst hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen in Bezug auf das FSD geäußert. In Frankreich läuft es für das Unternehmen unter Elon Musk in letzter Zeit alles andere als rosig. Einige Tesla-Fahrer hatten kürzlich Klage gegen Tesla eingereicht und wegen des Verhaltens von CEO Musk die Auslösung ihrer Leasingverträge gefordert. Außerdem ist der Absatz in Frankreich kollabiert und liegt nur noch im dreistelligen Bereich.

Tesla kämpft in Frankreich an mehreren Fronten

Im Mai ist der Absatz des Elektroautoherstellers in Frankreich um 67 Prozent zurückgegangen, wie Plateforme Automobile berichtet. Gerade einmal 721 Neuwagen wurden zugelassen, was dem niedrigsten Wert seit Juli 2022 entspricht. Neben einem veralteten Produktportfolio spielt dabei auch die wachsende Konkurrenz in der Elektroauto-Sparte eine Rolle.

Damit ist es jedoch nicht genug, denn in Frankreich kommen noch Anschuldigungen bezüglich der Kaufabwicklung hinzu. Der Vorwurf lautet konkret, dass Tesla unvollständige Kaufverträge ausgestellt, Rückerstattungen nicht fristgerecht vorgenommen und Liefermodalitäten nicht ausreichend erklärt habe.

Dem Autobauer drohen in diesem Fall hohe Strafen, wenn er es nicht schafft, seine Geschäftspraktiken fristgerecht umzustellen. Dafür hat die französische Behörde Tesla eine viermonatige Frist gesetzt. Ansonsten drohen Strafzahlungen in Höhe von 50.000 Euro pro Tag, bis die Mängel behoben sind.

Quelle: Automobilwoche – Vorwurf der irreführenden Werbung: Tesla droht hohe Strafe in Frankreich

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

Tesla verdient 56 Prozent weniger, obwohl der Umsatz hält

Tesla verdient 56 Prozent weniger, obwohl der Umsatz hält

Sebastian Henßler  —  

Tesla hält den Umsatz im dritten Quartal stabil, doch das operative Ergebnis sinkt um 56 Prozent. Höhere KI-Ausgaben und weniger Emissionsgutschriften belasten.

Musk über Fusion von Tesla und SpaceX: “Ja”, gute Idee

Musk über Fusion von Tesla und SpaceX: “Ja”, gute Idee

Sebastian Henßler  —  

Tesla und SpaceX haben Sonderausschüsse gebildet, die eine Fusion prüfen. Elon Musk hält das für eine gute Idee, darf an den Gesprächen aber nicht teilnehmen.

Baustart 2027? Tesla bringt Werksausbau in Grünheide voran

Baustart 2027? Tesla bringt Werksausbau in Grünheide voran

Sebastian Henßler  —  

Aktuell arbeiten 12.600 Menschen in Teslas Werk in Grünheide. Mit der geplanten zweiten Halle setzt der Automobilhersteller die nächste Stufe seines Ausbaus um.

Tesla Roadster kommt 2028, elf Jahre nach der Enthüllung

Tesla Roadster kommt 2028, elf Jahre nach der Enthüllung

Sebastian Henßler  —  

Mit Kaltgastriebwerken von SpaceX soll der Tesla Roadster in unter einer Sekunde auf 100 Kilometer pro Stunde kommen. Der Produktionsstart ist für 2028 geplant.

Tesla Model Y ist wieder als Taxi erhältlich

Tesla Model Y ist wieder als Taxi erhältlich

Daniel Krenzer  —  

Das Tesla Model Y ist zurück im Taxigewerbe. Intax bietet für das Elektro-SUV wieder eine professionelle Taxiumrüstung an.

Tesla nennt FSD um, um EU-Zulassung zu erleichtern

Tesla nennt FSD um, um EU-Zulassung zu erleichtern

Maria Glaser  —  

Tesla hat vor wenigen Tagen sein automatisiertes Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ in Europa zu „Assisted Driving“ umbenannt.

Tesla FSD: Deutschland könnte vor der EU vorpreschen

Tesla FSD: Deutschland könnte vor der EU vorpreschen

Sebastian Henßler  —  

Die EU hat ihre Entscheidung über Teslas FSD auf Dezember vertagt. Viele Staaten warten auf Deutschland, wo sich Minister Bilger nun klar positioniert.