Tesla gibt Details zum eigenen Fahrgemeinschaftsdienst „Robotaxi“ bekannt

Tesla gibt Details zum eigenen Fahrgemeinschaftsdienst „Robotaxi“ bekannt
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Sebastian Henßler
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Am gestrigen „Autonom Day“ von Tesla präsentierte CEO Elon Musk einige neue Details über den „Robotaxi“-Ride-Hailing-Service des Tesla Network. Musk stellte seine Gedankengänge da und zeigte auf, wie viel Elektroauto-Besitzer mit dem Service verdienen können und wie lange Fahrzeuge als autonome Mitfahrroboter arbeiten können. Den Einstieg in die Präsentation nahm Musk über die Wiederholung des Masterplans von Tesla, der die Einführung des Robotaxi-Programms des Unternehmens irgendwann im Jahr 2020 beinhaltet, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.

Tesla Model 3 als Flagschiff des Tesla-Ride-Hailing-Netzwerk

Tesla-Besitzer, die ihre Fahrzeuge für das Tesla-Netzwerk nutzen möchten, können ihre Elektroautos über ihr Smartphone verwalten. Musk hat mehrere Informationspunkte fallen gelassen, die auch für den Robotaxi-Service des Tesla-Netzwerks von entscheidender Bedeutung sein werden. Bereits vor einer Woche wurde bekannt, dass die Tesla Model 3 nach dem Leasing-Zeitraum nicht übernommen werden können, sondern Teil des Tesla-Ride-Hailing-Netzwerk werden.

Das Model 3 muss für den Einsatz in einem solchen Service entsprechend gerüstet sein. Und genau hierzu hat sich Elon Musk vor kurzem geäußert. So soll die Karosserie- und Antriebseinheit des Model 3 bis zu 1,6 Millionen Kilometer „überleben“ können, die Batterie bis zu 800.000 km. Durch entsprechende Ersatzmodule kann diese dann wieder fit gemacht werden. Die Batterien der nächsten Generation, welche 2020 in Produktion gehen, sollen gar doppelt so lange funktionieren. Die Rede war von 1,6 Millionen Kilometer mit minimaler Wartung.

Tesla Model 3, S und X als Bestandteil des Fahrgemeinschaftsdienst „Robotaxi“

Musk stellt fest, dass das Tesla-Netzwerk auf das Model 3, S und X erweitert wird, obwohl das Model 3 als erstes Robotaxi des Unternehmens zum Einsatz kommen wird. Der CEO von Tesla bekräftigte seinen Vorstoß in Richtung Tesla-Netzwerk und erklärte, dass das Unternehmen seine Verkaufsstrategie auf kleinere Batteriepakete ausrichten werde, um ein höheres Volumen an Autos auf die Straße zu bringen.

Durch den Betrieb des Tesla-Netzwerks wird der Elektroauto-Hersteller zu einem Akteur auf dem hart umkämpften Fahrgemeinschaftsmarkt, der von Giganten wie Uber und Lyft dominiert wird. Dank ihrer niedrigen Betriebskosten als reine Elektroautos sind die Elektroautos von Tesla im Vorteil. Tesla schätzt, dass das Betreiben eines Robotaxi etwa 0,90 Euro oder weniger pro Meile (1,6 km) kosten wird. Dies unterbietet die Kosten von ungefähr 1,80 – 2,70 Euro pro Meile für Mitfahrgelegenheit wie Uber und Lyft.

Niedrige Betriebskosten ermöglichen attraktive Einnahmemöglichkeiten für Teilnehmer des „Robotaxi“-Ride-Hailing-Service

Diese niedrigen Betriebskosten helfen den Eigentümern, die am Tesla-Netzwerk teilnehmen, gesunde Gewinne zu erzielen. Musk schätzt, dass ein einzelnes Robotaxi das Potenzial hat, einen Bruttogewinn von knapp 0,60 Euro pro Meile zu erzielen, wenn man davon ausgeht, dass 50% als Einzelfahrt zurückgelegt werden – ohne aktive Teilnahme an Teslas Fahrgemeinschaftsdienst und es das Fahrzeug auf eine jährliche Kilometerleistung von ca. 145.000 km bringt.

Diese Zahlen als Basis könnte ein Fahrer für den „Robotaxi“-Ride-Hailing-Service von Tesla rund 27.200,00 Euro pro Jahr verdienen (vor Steuer): 72.500 km pro Jahr (halbe Ausnutzung) x 0,375 Euro pro km.

Tesla Flotte bereitet sich auf autonomen Fahrbetrieb vor

Eine Sache, die in Elon Musk’s Diskussionen über das Tesla-Netzwerk sehr interessant war, waren seine Kommentare zu Komponenten wie Lenkrädern und Pedalen. Angedacht ist, dass die Flotte autonomer wird. Daher wird es künftig möglich sein, dass Tesla Schritt für Schritt einzelne Komponenten wie das Lenkrad aus dem jeweiligen Elektroauto entfernt.

Für den Fall, dass ein Fahrzeug, das Teil des Robotaxi-Service ist, einen Unfall hat, erklärte Musk, dass Tesla die Verantwortung übernehmen wird. Dennoch erklärte der CEO, dass Tesla bestrebt sei, Vorfälle beziehungsweise Unfälle rund um seine Elektrofahrzeuge auf ein Minimum zu reduzieren.

Mit den bisherigen Informationen und den gestern veröffentlichten, weiteren Details zum Tesla-Netzwerk, erfährt dies einen spürbaren Schub. Der Elektroautohersteller erwartet, dass er bis zum nächsten Jahr rund 1 Million Fahrzeuge auf der Straße haben wird, die mit dem Tesla-Netzwerk kompatibel sind.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung vom 22. April 2019

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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