Tesla: 500.000 E-Autos in 2020, Model Y mit mehr Reichweite und Auslieferungsstart April

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 5 min

2019 war in Hinblick auf die Elektromobilität definitiv „Das Jahr des Tesla„. Dies wusste das amerikanische Unternehmen am gestrigen Mittwoch-Abend mit Veröffentlichung der Quartalszahlen für das letzte Quartal in 2019 zu unterstreichen.

2019: “Das Jahr des Tesla” – Weiterhin in Gewinnzone

Tesla trug maßgeblich zum 78,9-prozentigen Anstieg der reinen Elektroauto-Zulassungen Europa im vergangenen Jahr bei. Ersichtlich wird dies, wenn man den europäischen Markt betrachtet und die Model 3 Zulassungen aus dem Marktwachstum außen vor lässt. Denn statt knapp 79 Prozent ist Europas E-Automarkt dann “nur” um 31 Prozent gewachsen. Mit 109.469 zugelassenen E-Autos in 2019 überholte Tesla sogar das Gesamtvolumen an Zulassungen von Honda im gleichen Zeitraum. Diese brachten es nur auf 104.528 Neuzulassungen in Europa.

Teslas Model 3, das im ersten Quartal des letzten Jahres in Europa eingeführt wurde, machte 86 Prozent – oder 93.943 Fahrzeuge – der gesamten europäischen Zulassungen von Tesla aus. Die beiden Premium-Modelle des Unternehmens, das Model X und Model S litten unter diesem Absatzplus des Model 3. Kommen wir zum vierten Quartal zurück. Zwischen Oktober und Dezember produzierte Tesla insgesamt fast 105.000 Fahrzeuge und lieferte etwa 112.000 Elektroautos weltweit aus. Damit konnte der amerikanische Elektroautohersteller insgesamt 367.500 Fahrzeuge ausliefern, 50% mehr als im Vorjahr.

Neben den Absatzzahlen liegen nun auch die Finanzzahlen vor. Diese zeigen sich äußerst positiv. Tesla konnte für das vergangene Quartal ein Plus in Höhe von 105 Millionen Dollar verzeichnen. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorquartal (143 Millionen Dollar), aber die Richtung stimmt. Nach zwei anfänglichen Verlustquartalen in der ersten Jahreshälfte 2019 bleibt Tesla weiterhin in der Gewinnzone. Für das Gesamtjahr verzeichnet das Unternehmen einen Fehlbetrag von rund 860 Millionen Dollar; was angesichts weiterhin hoher Investitionen in das weltweite Wachstum wenig verwundert.

Der Umsatz ist weiter gestiegen. Gegenüber Quartal 3 kam Tesla auf 7,38 Milliarden Dollar – ein Zuwachs um die 17 Prozent. Im Gesamtjahr 2019 stehen mittlerweile 24,5 Milliarden Dollar auf dem Zähler, drei Milliarden Dollar mehr als in 2018. Tesla selbst bezeichnet 2019 als Wendepunkt. Durch die „organische Nachfrage“ nach dem Model 3 und eine strenge Kostenkontrolle im gesamten Unternehmen sei es gelungen, das Geschäft profitabel zu gestalten.

Ausblick auf 2020 – 500.000 E-Autos möglich

Für 2020 will Tesla „deutlich über 500.000 Fahrzeuge“ ausliefern. Da die Fertigung des Model 3 und des Model Y in Fremont Fahrt aufnehmen werde, dürften 2020 die Produktionszahlen dabei höher ausfallen als die Auslieferzahlen, merkt der Hersteller an. Sicherlich trägt die Giga Shanghai einen großen Teil zum Erreichen dieses Absatzziels bei. Wir erinnern uns: Mitte Dezember kam von uns der Hinweis, dass mehrere Gerüchte darauf hindeuten, dass Tesla in China bald lokal gefertigte Model 3 verkauft. Seit Ende Dezember ist es soweit. Zunächst wurde mit dem Verkauf einer geringen Anzahl des Model 3 an Mitarbeiter begonnen. Bei der Veranstaltung gab Tesla China General Manager Wang Hao zu verstehen, dass bereits mehr als 1.000 Modell 3 jede Woche produziert werdenWobei Tesla mittlerweile bei 3.000 Fahrzeuge pro Woche angelangt sei  und das erste Produktionsquartal bereits vollständig ausverkauft sei.

Tesla kann derzeit nach eigenen Angaben in Fremont 90.000 Model S/X und 400.000 Model 3/Y bauen und in Shanghai weitere 150.000 Model 3. Bis Ende des Jahres erwarten sie eine Kapazität von 500.000 Einheiten für das Model 3/Y in Fremont und sind dabei, zusätzliche Kapazitäten für das Model 3 und das Model Y in Shanghai zu installieren. Zu den dortigen Zahlen hat man sich allerdings nicht geäußert. Bereits Mitte 2020 geht Tesla davon aus den Produktionshochlauf des Model Y gemeistert zu haben.

Tesla Model Y kommt bereits im März auf die Straße

Bekannt ist, dass die Tesla Model Y Produktion 6 Monate früher als geplant zu starten scheint, von Auslieferungen im ersten Quartal war bereits die Rede. Und eben diese Gerüchte verdichten sich. Tesla-Insider gaben im Vorfeld der Pressekonferenz zu verstehen, dass das Unternehmen bereits in zwei Wochen; also Anfang Februar 2020 mit der Auslieferung erster Model Y starten könnten. Tesla-Chef Elon Musk setzt den Gerüchten um den Auslieferstart des Model Y nun ein Ende.

Bereits seit Anfang des Jahres werde das Model Y gefertigt und soll zum Ende des ersten Quartals an erste Kunden ausgeliefert werden. Die Produktion des Model Y in Shanghai sei allerdings erst in 2021 vorgesehen. Es wurde im März 2019 erstmals einem weltweiten Publikum vorgestellt und wird in den USA zunächst in einer hinterradgetriebenen Long Range Variante ab 43.700 Dollar sowie in einer allradgetriebenen Long Range Variante ab 47.700 Dollar und einer allradgetriebenen Performance Variante ab 56.700 Dollar erhältlich sein.

Tesla Model Y künftig mit mehr Reichweite

Neben der Tatsache, dass das Model Y ab Ende des ersten Quartals auf die Straße kommen soll, wurde zudem bekannt, dass Tesla für die allradgetriebenen Performance Variante die Reichweitenangabe von 450 km auf 507 km gesteigert hat. Somit erhalten Käufer der Spitzenbaureihe knapp 12 Prozent mehr Reichweite für den gleichen Kaufpreis. Umsetzen konnte Tesla diese Reichweitensteigerung durch „fortgesetzte technische Fortschritte“, welche nicht weiter spezifiziert wurden.

„Due to continued engineering progress of the Model Y all-wheel drive (AWD), we have been able to increase its maximum EPA range to 315 miles, compared to our previous estimate of 280 miles. This extends Model Y’s lead as the most energy-efficient electric SUV in the world.“ – Tesla

Quelle: Tesla – Mitteilung vom 30. Januar 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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