Tata baut 40 GWh-Gigafactory in England

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Sebastian Henßler
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Tata Sons Limited, die Holdinggesellschaft der indischen Tata-Gruppe, hat Pläne für den Bau einer großen Batteriezellenfabrik in Großbritannien angekündigt. Die Fabrik, die eine jährliche Produktionskapazität von 40 Gigawattstunden (GWh) aufweisen soll, stellt eine Investition von über vier Milliarden Pfund (4,62 Milliarden Euro) dar und ist Teil des Engagements der Tata-Gruppe für Elektromobilität und erneuerbare Energiespeicherlösungen.

Die Ankündigung erfolgt, nachdem im Vorfeld bekannt wurde, dass die Tata-Gruppe, der Konzern hinter Jaguar Land Rover (JLR), sich für Großbritannien als Standort für seine geplante Batteriefabrik für Elektroautos wohl bereits intern entschieden hatte. Für die Tata-Gruppe selbst bedeutet dies, dass das Unternehmen zum größten Batterieproduzenten in Europa aufsteigt. Die Fabrik soll hochwertige Batteriezellen für eine Vielzahl von Anwendungen in den Bereichen Mobilität und Energiespeicher produzieren. Die Produktion soll 2026 beginnen, wobei JLR und Tata Motors Hauptkunden werden.

Die geplante Fabrik in Somerset im Südwesten Englands wird Batterien für die kommende voll elektrische Modellreihe von Jaguar Land Rover produzieren, die ab 2024 erwartet werden. Klar ist aber bereits, dass die günstigeren Lithium-Eisenphosphat- (LFP) als auch die teureren Nickel-Mangan-Kobalt- (NMC)-Zellen gefertigt werden sollen. Erstere werden vorwiegend in den günstigeren Elektroautos von Tata Motors verbaut, letztere auch in den Premium- und Luxus-Fahrzeugen von Jaguar Land Rover.

Tata-Gruppe wird größter Batterieproduzent in Europa

Für Großbritannien bedeutet die Gigafactory die Schaffung von Tausenden von qualifizierten Arbeitsplätzen. Die neue Fabrik in Somerset liegt in der Nähe der JLR-Fabriken in Birmingham in Mittelengland, nur gut 200 Kilometer entfernt. Mit dieser strategischen Investition stärkt die Tata-Gruppe ihr Engagement für Großbritannien weiter, neben ihren vielen Unternehmen, die dort bereits in den Bereichen Technologie, Konsumgüter, Gastgewerbe, Stahl, Chemie und Automobil tätig sind.

Die Gigafactory wird mit dem Ziel betrieben, 100 Prozent saubere Energie zu nutzen. Die Anlage werde innovative Technologien und ressourceneffiziente Prozesse wie Batterierecycling nutzen, um alle ursprünglichen Rohstoffe zurückzugewinnen, und so ein wirklich kreislaufwirtschaftliches Ökosystem zu liefern.

Die Ankündigung der Tata-Gruppe kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Großbritannien plant, den Verkauf von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2030 zu verbieten. In der Ära nach dem Brexit werden immer mehr Automobilhersteller versuchen, Automobilkomponenten lokal zu beziehen, um Zölle auf Importe aus Europa ab 2024 zu vermeiden. Mit der Gigafactory könnte die Tata-Gruppe bis zu 50 Prozent des Batteriebedarfs Großbritanniens decken, wenn sie 2026 in Betrieb geht.

Quelle: Tata Group – Pressemitteilung vom 19.07.2023

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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