Stellantis und Orano wollen E-Auto-Batterien recyceln

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Michael Neißendorfer
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Der Autokonzern Stellantis und Orano, ein internationaler Akteur im Bereich nuklearen Materials, haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures zum Recycling von Altbatterien aus Elektroautos und von Abfällen aus Gigafactories in den Regionen Europa und Nordamerika unterzeichnet. Damit will Stellantis seine Position in der Wertschöpfungskette für Elektroauto-Batterien stärken und sich zusätzlichen Zugang zu den für die Elektrifizierung und die Antriebswende notwendigen Metallen Kobalt, Nickel und Lithium sichern. Das Joint Venture bedarf noch der Einigung über die endgültige Dokumentation.

Die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung haben die Notwendigkeit bestätigt, Lösungen wie jene mit Orano zu finden, um der Herausforderung der Rohstoffknappheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden“, sagt Alison Jones, Stellantis Senior Vice President des Geschäftbereichs Circular Economy. „Geleitet vom Strategieplan ‚Dare Forward 2030‘ ist Stellantis bestrebt, sein Produktionsmodell und die Nutzung umzustellen, um das Engagement hin zur Kreislaufwirtschaft zu erfüllen.“

Das Joint Venture profitiere von Oranos kohlenstoffarmer Technologie, die mit bestehenden Verfahren breche und die Rückgewinnung aller Materialien aus Lithium-Ionen-Batterien und die Herstellung von neuem Kathodenmaterial ermögliche. Das Joint Venture soll Materialien produzieren, die auch als „Schwarze Masse“ oder „Aktive Masse“ bezeichnet werden. Diese Materialien sollen im hydrometallurgischen Werk von Orano verarbeitet werden, das in Dünkirchen (Frankreich) gebaut werden soll. Auf diese Weise können die Materialien in Batterien im Sinne einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden.

Der Vorbehandlungsansatz und die Hydrometallurgie-Technologie sollen Rückgewinnungsraten der Metalle mit hohen Werten von mehr als 90 Prozent ermöglichen. Automobilhersteller können so die von der Europäischen Kommission festgelegten Recyclingquoten für Batterien von Elektroautos erreichen und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sicherstellen. Vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach strategischen Metallen und der starken Abhängigkeit Europas von diesen Metallen will sich Orano als wichtiger Akteur in der integrierten Wertschöpfungskette positionieren, angefangen beim Batterierecycling bis hin zur Produktion von Kathodenmaterialien.

Im Rahmen des Strategieplans „Dare Forward 2030“ hat der Geschäftsbereich Circular Economy von Stellantis das Ziel, den Umsatz im Recycling bis 2030 auf mehr als 2 Milliarden Euro zu verzehnfachen. Stellantis ist laut eigener Aussage auf dem besten Weg, bis 2038 ein Unternehmen mit Netto-Null-CO2-Emissionen in allen Geschäftsbereichen zu werden, mit einer Kompensation der verbleibenden Emissionen im einstelligen Prozentbereich.

Die neue kommerzielle Recycling-Einheit soll auch den Partnern von Stellantis, dem After-Sales-Netzwerk und anderen Automobilherstellern eine Lösung für das Management von Altbatterien und Abfällen aus Gigafactories bieten. Die Produktion soll im ersten Halbjahr 2026 in bestehenden Anlagen von Stellantis beginnen. Investitionen für die Um- und Weiterqualifizierung der Beschäftigten von Stellantis und Orano sollen nachhaltige Perspektiven in ihren neuen Aufgaben eröffnen.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 24.10.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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