Ein Modelljahr-Update ist selten der Moment, in dem ein Automobilhersteller sein Sortiment neu erfindet. Es ist eher der Moment, in dem sich zeigt, wohin die Marke ihre Energie in den vergangenen zwölf Monaten gelenkt hat, welche Kundenwünsche tatsächlich Gehör gefunden haben und wo Prioritäten neu gesetzt wurden. Bei Smart fällt die Antwort für das Modelljahr 2027 eindeutig aus: Es geht weniger um neue Reichweitenrekorde oder radikal veränderte Antriebstechnik, sondern um Differenzierung, Vielseitigkeit und optische Eigenständigkeit innerhalb der bestehenden Baureihen #1, #3 und #5.
Drei Bausteine tragen dieses Update: Die #5 Premium-Linie erhält erstmals eine Allradvariante, alle Pro+-Modelle der drei Baureihen bekommen mit der neuen Black Collection eine eigenständige, monochrome Ausstattungsoption, und über das gesamte Portfolio hinweg erweitert Smart die Farb- und Interieurpalette. Xuan-Zheng Goh, Director Product, Marketing & Communications bei Smart Europe, bringt die Stoßrichtung auf den Punkt: Relevanz müsse in den unterschiedlichen Marktumgebungen für Elektroautos Jahr für Jahr neu verdient werden, und genau darauf ziele das Update ab, mehr Fähigkeiten, ein schärferes Design und mehr persönliche Ausdrucksmöglichkeiten für die Kundschaft zu schaffen.
Allradantrieb bringt den Smart #5 Premium in raueres Terrain
Am deutlichsten zeigt sich die neue Ausrichtung beim #5, dem größten und geräumigsten Modell der Marke. Bislang war die Premium-Linie ausschließlich mit Hinterradantrieb erhältlich, mit dem Update kommt nun eine Allradversion hinzu, die den Zweimotorenantrieb aus dem Brabus-Modell in gemäßigterer Form übernimmt. 432 kW Spitzenleistung und 643 Newtonmeter Drehmoment sorgen für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden, gegenüber 6,5 Sekunden bei der Heckantriebsversion mit 267 kW.

Dieser Leistungsgewinn hat allerdings seinen Preis, und zwar nicht nur den finanziellen. Während der #5 Premium mit Hinterradantrieb laut WLTP kombiniert 590 Kilometer schafft, kommt die Allradvariante auf 540 Kilometer. Der zweite Motor verlangt seinen Tribut an Energie, ein Effekt, der sich bei praktisch jedem Allradmodell im Elektrosegment in ähnlicher Form beobachten lässt und insofern weniger eine Schwäche der neuen Version als eine physikalische Konstante ist. Wer also zwischen den beiden Antriebsvarianten wählt, entscheidet sich damit auch zwischen mehr Traktion und Fahrdynamik auf der einen und mehr Reichweite auf der anderen Seite.


An der übrigen Ausstattung der Premium-Linie ändert sich mit dem Allradantrieb wenig. Das Sennheiser Signature Soundsystem mit 20 Lautsprechern, belüftete Vordersitze, beheizte Fondsitze in Duo-Leder sowie doppelt verglaste Seitenscheiben bleiben erhalten, ergänzt um einen zusätzlichen Offroad-Fahrmodus, der die neue Traktion auch abseits befestigter Straßen nutzbar machen soll. Der Aufpreis zur Heckantriebsversion liegt bei 2500 Euro, wer weiterhin auf die etablierte Variante mit Hinterradantrieb setzen möchte, kann das laut Smart weiterhin tun. Die bisherige Premium-Ausführung verschwindet also nicht, sie bekommt lediglich Gesellschaft.

Black Collection setzt auf ein einheitliches Schwarz
Während die Antriebserweiterung vor allem technisch begründet ist, richtet sich die zweite große Neuerung des Updates an ein anderes Bedürfnis: den Wunsch nach einem konsequenteren, sportlicheren Auftritt, ohne gleich in die jeweilige Brabus-Version wechseln zu müssen. Die neue Black Collection wird für alle Pro+-Linien der drei Baureihen eingeführt und bündelt schwarze Karosseriedetails zu einem in sich stimmigen Gesamtbild. Kühlergrill, Heckdiffusor, Seitenschweller, Gürtellinie und Dachreling erscheinen einheitlich in Schwarz, ergänzt um modellspezifische Felgendesigns.
Die Umsetzung unterscheidet sich dabei leicht zwischen den Baureihen. Der #1 erhält 18 Zoll große Amps-Felgen in Vollschwarz kombiniert mit Deep-Jade-Black-Exterieurdetails, beim #3 kommen 19 Zoll große Flux-Felgen im selben Farbton zum Einsatz, und der #5 bekommt 19 Zoll große Orbit-Felgen in Glanzschwarz sowie zusätzlich verdeckte Türgriffe für einen noch reduzierteren Auftritt. Die schwarze Karosseriefarbe selbst ist im Paket enthalten und kostet keinen Aufpreis, Sichtschutzscheiben runden das monochrome Erscheinungsbild ab. Für den Zugang zur Black Collection verlangt Smart 600 Euro über dem jeweiligen Pro+-Grundpreis.
Dass Smart ausgerechnet die Pro+-Linien für diese Behandlung auswählt, ist naheliegend: Sie bilden bei allen drei Baureihen die mittlere Ausstattungsstufe und damit jenen Bereich, in dem Kundschaft am ehesten nach individueller Note sucht, ohne gleich das Preisniveau der Topmodelle zu erreichen. Über die Black Collection hinaus erweitert Smart zudem die gesamte Modellpalette um drei neue Interieur-Ausstattungen, die gezielt auf die bestehende Außenfarbpalette abgestimmt sind. Anstatt die Konfiguration durch schier endlose Kombinationsmöglichkeiten zu verkomplizieren, setzt der Automobilhersteller bewusst auf ein kuratiertes Farbkonzept mit überschaubarer, aber durchdachter Auswahl.
Der kompakte #1 bleibt der Einstieg in die Elektrowelt
Für den #1 als kompaktestes und zugleich erschwinglichstes Modell der Marke ändert sich an der grundsätzlichen Linienstruktur wenig, die Black Collection ergänzt lediglich die bestehende Aufstellung aus Pure, Pro, Pro+, Premium und Brabus. Gerade die Bandbreite der Reichweiten macht deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Ausstattungslinien positioniert sind: Pure und Pro mit der kleineren 49/47-Kilowattstunden-Batterie kommen auf 310 Kilometer, während Premium mit der größeren 66/62-Kilowattstunden-Batterie auf 440 Kilometer steigt.

Die Brabus-Version bildet dabei weiterhin das leistungsorientierte obere Ende der Baureihe. Mit Allradantrieb und 315 kW Systemleistung beschleunigt sie in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, muss dafür aber bei der Reichweite mit 400 Kilometern Abstriche gegenüber der Premium-Version hinnehmen, ein Muster, das sich mit leichten Abweichungen auch bei #3 und #5 wiederholt. Wer beim #1 also zwischen Reichweite und Fahrdynamik abwägt, findet innerhalb der Linienstruktur mehrere klar unterscheidbare Antworten.
Preislich beginnt die Palette nach aktuellem Preislisten-Stand bei rund 35.000 Euro für die Pure-Version, die Pro+-Linie liegt bei etwa 41.500 Euro, die Premium-Ausführung bei rund 45.000 Euro und die Brabus-Version bei etwa 52.500 Euro. Diese Zahlen unterliegen allerdings gewissen Schwankungen, da Smart in den vergangenen Monaten wiederholt mit befristeten Nachlassaktionen auf die Preisentwicklung im Elektrosegment reagiert hat. Offizielle Preise für das Modelljahr 2027 wurden bisher nicht benannt.
Sportlicheres SUV-Coupé #3 mit klarer Linienstruktur
Der #3 positioniert sich zwischen #1 und #5 als sportlich gezeichnetes SUV-Coupé, dessen Ausstattungslinien Pro, Pro+, Premium und Brabus mit dem Update um die Black Collection ergänzt werden. Die Reichweiten reichen von 325 Kilometern in der Pro-Version mit 49-Kilowattstunden-LFP-Batterie bis zu 455 Kilometern in der Premium-Ausführung mit 66/62-Kilowattstunden-Batterie, eine Spreizung, die im Wesentlichen den unterschiedlichen Batteriechemien und -größen der jeweiligen Linien geschuldet ist.

Auch beim #3 markiert die Brabus-Version die leistungsstärkste, nicht aber die reichweitenstärkste Option. Mit Allradantrieb und 315 kW Systemleistung beschleunigt sie in 3,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht dabei 415 Kilometer, womit sie zwischen Pro+ und Premium liegt. Für Kund:innen, die vor allem sportliche Fahrleistungen suchen, dürfte dieser Kompromiss ohnehin sekundär sein, für alle anderen bleibt die Premium-Linie mit ihrer größeren Reichweite die naheliegendere Wahl.
Preislich beginnt die Baureihe bei rund 38.500 Euro für die Pro-Version, das Topmodell Brabus liegt aktuell bei etwa 53.500 Euro. Damit positioniert sich der #3 spürbar oberhalb des #1, ohne jedoch die Preisregion des größeren #5 zu erreichen, eine Abstufung, die sich durch die gesamte Modellpalette hindurch konsequent zeigt. Auch hier liegen die Preise fürs Modelljahr 2027 noch nicht vor.
Mittelklasse-SUV #5 als geräumigster und teuerster Vertreter
Mit einem Radstand von 2900 Millimetern und vergleichsweise kurzen Karosserieüberhängen bildet der #5 das räumlich großzügigste Modell der Marke und zugleich jenes, an dem sich das diesjährige Update am deutlichsten festmacht. Neben der neuen Premium AWD verändert sich hier auch die grundsätzliche Linienstruktur: Die bisherige Einstiegslinie Pro entfällt, wie Smart auf Nachfrage bestätigt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer gestrafften Modellpalette, die sich künftig auf die gefragtesten Ausstattungsvarianten konzentriere.

An ihre Stelle tritt die neue Pro+ Black Collection, die den vollständigen Ausstattungsumfang der Pro+-Linie mit einem markanteren, selbstbewussteren Design verbindet. 19 Zoll große Orbit-Felgen in Hochglanz-Schwarz, vollständig in Meta Black ausgeführte Exterieurdetails sowie abgedunkelte Scheiben sorgen für eine stimmige monochrome Optik, die sich gezielt an Kundschaft richtet, die ein stärkeres visuelles Statement setzen möchte. Die Palette des #5 besteht damit künftig aus Pro+, Pro+ Black Collection, Premium, Premium AWD und Brabus.
Dass ausgerechnet die Einstiegslinie und nicht etwa eine der Topvarianten gestrichen wird, passt zur übrigen Stoßrichtung des Updates. Smart setzt erkennbar stärker auf Differenzierung innerhalb der bestehenden Struktur, wie es die neue Black Collection und die erweiterte Farbpalette zeigen, als auf eine Verbreiterung des Angebots nach unten. Wer bislang mit der günstigeren Pro-Version geliebäugelt hat, muss sich also künftig zwischen Pro+ und den höherwertigen Linien entscheiden.
Die Brabus-Version markiert weiterhin mit 475 kW Systemleistung und Allradantrieb die leistungsstärkste Ausprägung der Baureihe, beschleunigt in 3,8 Sekunden auf 100 km/h und kommt, wie die neue Premium AWD, auf 540 Kilometer Reichweite. Dass beide Topvarianten bei der Reichweite gleichauf liegen, unterstreicht noch einmal, wie sehr der Allradantrieb als solcher, unabhängig von der konkreten Ausstattungslinie, die Effizienz gegenüber dem Heckantrieb schmälert.
Preislich beginnt die #5-Palette durch den Wegfall der Pro-Linie nun bei der Pro+-Version mit rund 51.000 Euro, die Premium-Version liegt bei rund 55.500 Euro und die neue Allradvariante entsprechend bei etwa 58.000 Euro. Als jüngste und zugleich größte Baureihe der Marke markiert der #5 damit auch preislich das obere Ende dessen, was Smart aktuell im Elektrosegment anbietet.
Rollout beginnt in Italien und Spanien
Verfügbar sind die aktualisierten Modelle, einschließlich der Black Collection für alle Pro+-Linien, der erweiterten Gestaltungsoptionen und der #5 Premium AWD, zunächst in Italien und Spanien. Der weitere Rollout soll schrittweise über die europäischen Märkte erfolgen, wie üblich bei größeren Modellpflegen dieser Art.
Für Deutschland liegt bislang kein konkreter Verfügbarkeitstermin vor. Angesichts der Größe des deutschen Marktes für die Marke dürfte es allerdings nicht lange dauern, bis auch hierzulande Konfiguratoren und Preislisten entsprechend aktualisiert werden.
Quelle: Smart – Pressemitteilung









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