Selbst wenn Rolls-Royce-CEO Chris Brownridge jüngst verkündete, an den elitären Zwölfzylinderaggregaten für seine Modelle auf absehbare Zeit festhalten zu wollen, wird auch der weltweit luxuriöseste Autobauer elektrisch und stellt mit dem Nightingale Cabriolet das wohl exklusivste Elektroauto der Welt vor.
An sich wäre der spektakuläre Concorso d’Eleganza am Comer See Mitte Mai der perfekte Ort gewesen, um das Projekt Nightingale einem erlauchten Kreis potenzieller Kunden vorzustellen, doch Rolls-Royce bleibt dem edelsten aller europäischen Autoevents in diesem Jahr etwas überraschend fern und überlässt die imageträchtige Plattform der Villa d’Este dem offiziellen Markenaufschlag der neuen BMW-Tochter Alpina. Dabei hätte die Enthüllung des Rolls-Royce Nightingale wohl alle anderen Fahrzeuge in den Schatten gestellt.

Die sogenannte Nightingale-Serie ist die erste offizielle Coachbuild Collection des britischen Autoherstellers – kurz gesagt, das wohl exklusivste Elektroauto der Welt – aufgelegt in einer Serie von immerhin 100 Fahrzeugen. Bereits aufgrund des Preises im wahrscheinlich siebenstelligen Bereich alles andere als ein Fahrzeug für jedermann. Denn Rolls-Royce sieht die Kleinserie nur für solche Kunden vor, die eine langjährige Affinität zur Marke haben und demnach eine Reihe von Fahrzeugen mit der strahlenden Emily auf dem Kühlergrill im eigenen Fuhrpark haben.
Technisch mit dem Elektro-Coupé des Rolls-Royce Spectre verwandt, ist der ebenfalls elektrisch angetriebene Nightingale ein zweisitziges Cabrio mit einer imposanten Länge von 5,76 Metern, das an Opulenz nur schwer zu überbieten ist. Noch über den Außenabmessungen eines Spectre verzaubert der offene Doppelsitzer nahezu komplett aus endlos langen Hauben an Front und Heck – unterbrochen von einem exklusiven Fahrgastraum im bekannten Rolls-Royce-Look als mobiles Refugium für zwei.

Jedes der 100 Sonderexemplare soll in enger Abstimmung zwischen Kunden, Designabteilung sowie Entwicklung am Standort in Goodwood umgesetzt werden und ist das Ergebnis einer eigenen Entwicklung nebst Homologation. Die ersten elektrisch säuselnden Sonnenterrassen dürften daher kaum vor Sommer 2028 an Regionen wie die Emirate, US-Küsten oder die Cote d’Azur ausgeliefert werden.
Nicht nur die Proportionen des Nightingale-Cabriolets mit den offensichtlichen Anlehnungen an das Art-Deco-Design der 1920er sind eine wahrhafte Schau, sondern neben den gewaltigen 24-Zöllern auch die filigran gearbeiteten Details an Front und Heck. Dabei wird die Front von einem gewaltigen Kühlergrill dominiert, der die schmalen LED-Augen an die Ecken des Fahrzeugs drückt. Ebenfalls sehenswert und dabei kaum weniger imposant präsentiert sich das sanft auslaufende Heck mit Finnen und LED-Bändern. Windschutzscheibe und kleine Dreiecksfenster kennt man bereits vom Rolls-Royce Drophead Coupé.

Noch edler als bei dem mittlerweile ausgelaufenen offenen Viersitzer ist dabei das Stoffdach des Nightingale gefertigt. Im Inneren des Verdecks sorgt ein schalldämmendes Material aus Kaschmir, Stoff und hochfesten Leichtbaukomponenten für optimale Dämpfung der elektrischen Landyacht. Technische Details zu Antrieb und Batteriepaket bleiben noch verborgen, denn hier dürfte sich in den kommenden zwei Jahren noch einiges tun, wie die jüngst kommunizierte Technikpartnerschaft zwischen Rimac und der BMW Group beim Hochvoltspeicher des überarbeiteten Elektromodells BMW i7 vermuten lässt.








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