Renault bringt vernetzte Transporter auf den Markt

Renault bringt vernetzte Transporter auf den Markt
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die neuen Transporter von Renault – Trafic, Estafette und Goelette – markieren einen Wandel im Nutzfahrzeugsegment. Sie basieren auf einer neuen technischen Grundlage, bei der nicht mehr der Antrieb oder das Chassis im Mittelpunkt steht, sondern die Software. Diese Modelle sind die Ersten, die auf der SDV-Plattform von Ampere aufbauen, wie Renault berichtet. Statt dutzender einzelner Steuergeräte kommt hier ein zentralisiertes System zum Einsatz, das durch hohe Rechenleistung und eine digitale Architektur gesteuert wird.

Wie der Hersteller zu verstehen gibt, war die Entwicklung eines Autos bisher vor allem von mechanischen Komponenten geprägt. Elektronische Funktionen wurden nachträglich ergänzt und mussten einzeln abgesichert werden. Das bedeutete hohen Aufwand und viele Schnittstellen. Bei der neuen Plattform übernimmt ein zentrales Betriebssystem die Koordination aller Prozesse. Es analysiert Daten, kommuniziert mit verschiedenen Systemen im Fahrzeug und ermöglicht schnelle Anpassungen per Software-Update.

Im Kern steckt ein leistungsfähiger Rechner, der Informationen aus den Assistenzsystemen, der Antriebseinheit, dem Fahrwerk und der Bordelektronik verarbeitet. Diese zentrale Steuerung greift auf das Betriebssystem „CAR OS“ zurück. Das System wurde von Ampere entwickelt und lässt sich mit neuen Funktionen erweitern. So kann der Nutzer sein Auto über die gesamte Lebensdauer hinweg aktuell halten. Für Handwerksbetriebe, Lieferdienste oder andere gewerbliche Anwender bedeutet das: Sie können ihren Renault-Transporter wie ein digitales Endgerät anpassen. Updates oder Erweiterungen lassen sich über das Netz einspielen. Je nach Fahrverhalten oder Einsatzzweck kann der Nutzer gezielte Funktionen aktivieren – etwa spezielle Steuerungs-Apps für Kühlräume, Notfallfahrzeuge oder Logistikabläufe.

Renault setzt bei der Entwicklung nicht nur auf eigene Softwarelösungen. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre eigenen Anwendungen mit dem System zu verknüpfen. So kann etwa eine Lieferfirma ihre Tourenplanung direkt in das Multimediasystem einbinden. Fahrer erhalten aktuelle Routen, Kontaktdaten oder Hinweise direkt auf dem Bildschirm – ohne separate Geräte. Wer mehrere Autos im Einsatz hat, kann darüber hinaus Fahrerprofile anlegen. Diese ermöglichen es, individuelle Einstellungen, Apps und Bedienoberflächen zu speichern. Damit lassen sich Fahrzeuge im Flotteneinsatz flexibel und effizient betreiben.

Renault-Trafic-Estafette-Goelette-Elektrotransporter
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Auch bei der Wartung bringt die neue Technik Vorteile. Da Sensoren und das zentrale System kontinuierlich Daten erfassen, können Verschleißteile frühzeitig erkannt werden. Reparaturen lassen sich besser planen, Ausfälle werden reduziert. Vor allem für größere Flotten kann das zu niedrigeren Betriebskosten und höherer Verfügbarkeit führen. Ein weiterer Punkt ist der Wiederverkaufswert. Autos, die regelmäßig aktualisiert werden, bleiben technisch auf dem neuesten Stand. Das macht sie für den Gebrauchtmarkt interessanter. Renault spricht hier von einem „Anti-Falten-Effekt“, der den Wertverlust spürbar senken soll – gerade bei leichten Nutzfahrzeugen mit langer Einsatzdauer.

Die Modelle entstehen in Zusammenarbeit mit Flexis und werden im französischen Werk Sandouville gefertigt. Ihre Premiere feiern sie Ende April auf der Nutzfahrzeugmesse in Birmingham. Der Fokus liegt klar auf dem Zusammenspiel aus robuster Technik und moderner Software. Ziel ist es, den Transporter neu zu denken – als vernetztes Arbeitsmittel für den Alltag. Wie das im Detail funktioniert, darüber hatten wir uns mit Manfred Aumüller, Key-Account-Manager Süddeutschland von Flexis bereits ausgetauscht.

Quelle: Renault – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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