Renault setzt weiterhin auf Elektro und Hybrid zugleich

Renault setzt weiterhin auf Elektro und Hybrid zugleich
Copyright:

Alexandre Prevot / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der aktuelle Handelskonflikt zwischen Europa, den USA und China trifft Renault weniger als andere. Das liegt daran, dass der Konzern dort kaum präsent ist. Der Fokus liegt auf Europa, Südamerika sowie Märkten wie der Türkei und Marokko. Renault-Chef Luca de Meo sieht darin einen Vorteil. Die Auswirkungen des Konflikts spüre das Unternehmen bislang kaum. Dennoch beobachte Renault mögliche Preissteigerungen bei Materialien und Rohstoffen genau, wie die FAZ berichtet.

De Meo hat Renault in den letzten Jahren konsequent umgebaut. Die Zahl der Beschäftigten wurde stark gesenkt. Ein Teil davon hängt mit dem Rückzug aus Russland zusammen. Gleichzeitig wurden Prozesse verschlankt und die Modellpalette überarbeitet. Die neue Strategie zeigt Wirkung: Die Gewinnspanne lag zuletzt über der von Volkswagen und Stellantis.

Mit Modellen wie dem Austral, dem Espace oder dem Rafale positioniert sich Renault stärker im C-Segment. Dieses war lange unterrepräsentiert. Inzwischen macht es einen großen Teil der Verkäufe aus. Für Vertriebschef Ivan Segal ist das ein Beleg dafür, dass Renault auf dem richtigen Weg ist. Die Zeit der Abhängigkeit von kleineren Modellen sei vorbei.

Auch beim Antrieb verfolgt das Unternehmen eine flexible Strategie. Schon vor Jahren entschied man sich für einen doppelten Ansatz: eigene Plattformen für reine Elektroautos und zugleich ein breites Angebot an Hybridmodellen. Inzwischen zeigt sich, dass viele Kund:innen den Hybrid bevorzugen. Die Verkaufszahlen liegen über den Erwartungen. Segal erklärt, dass viele Menschen auf alltagstaugliche Reichweiten achten und nicht sofort auf ein reines Elektroauto umsteigen möchten. Besonders Langstreckenfahrer greifen zum Hybrid.

Trotzdem wächst auch der Markt für Elektroautos – wenn auch langsamer als von Politik und Branche einst erhofft. Renault hält an seiner Linie fest. Seit 2021 wurde an der Ausrichtung nichts geändert. Der Konzern setzt auf beide Antriebsarten, ohne kurzfristige Kurswechsel. In Europa stieg der Anteil elektrifizierter Autos zuletzt deutlich. Zwei Drittel davon waren Hybridmodelle.

In Deutschland macht sich der Strategiewechsel ebenfalls bemerkbar. Der Wegfall der Umweltprämie bremste den Verkauf zwar zunächst. Doch inzwischen zieht die Nachfrage wieder an. Deutschland zählt zu den wichtigsten Märkten von Renault. Der neue R5 verkauft sich gut – auch ohne Rabatte. Viele Kund:innen entscheiden sich für die größere Batterie und die aufwendig ausgestatteten Varianten. Der Einstiegspreis liegt bei knapp 28.000 Euro. Im Schnitt geben Käufer:innen aber deutlich mehr aus. Der Verkaufserfolg kommt dabei nicht von ungefähr: Das Modell wird komplett in Frankreich produziert.

Renault will weiter wachsen

Florian Kraft, seit Sommer 2024 verantwortlich für das Deutschlandgeschäft, sieht Potenzial für weiteres Wachstum. Das Ziel ist ein Marktanteil von drei Prozent. Derzeit liegt Renault knapp darunter. Kraft will nicht nur bei Elektroautos zulegen, sondern auch im Segment der leichten Nutzfahrzeuge verlorenes Terrain zurückgewinnen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Ausbau des Servicenetzes. Derzeit arbeitet Renault daran, neue Werkstattpartner zu gewinnen. In Deutschland sind rund 740 Werkstätten aktiv, bis zu 800 sollen es in naher Zukunft werden. Die Betreuung nach dem Kauf spielt für den Konzern eine zentrale Rolle.

Für die kommenden Monate plant Renault weitere Schritte. Mit dem neuen Renault 4 steht das nächste Modell bereits in den Startlöchern. Auch Facelifts für bestehende Baureihen sind vorgesehen. Zusätzlich sollen neue elektrische Kleinwagen folgen. Trotz des schnellen Tempos sieht Kraft keine Anzeichen für Überforderung. Vielmehr sei Renault bereit, weiter offensiv in die Zukunft zu gehen – mit einem klaren Fokus auf Europa und der passenden Mischung aus Innovation und Realitätssinn.

Quelle: FAZ – „Hybrid verkauft sich viel besser als erwartet“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Renault Elektroautos

Renault 5 E-Tech im Test: Mehr als nur nostalgische Gefühle

Renault 5 E-Tech im Test: Mehr als nur nostalgische Gefühle

Sebastian Henßler  —  

Der Renault 5 E-Tech trägt einen großen Namen – und löst ihn über 550 Kilometer im Alltag weitgehend ein. Was überzeugt, was nicht.

Renault 5 E-Tech: Ein Jahr, 11.111 Bestellungen

Renault 5 E-Tech: Ein Jahr, 11.111 Bestellungen

Sebastian Henßler  —  

11.111 Bestellungen in knapp einem Jahr: Der Renault 5 E-Tech elektrisch trifft in Deutschland den Nerv – vor allem mit Top-Ausstattung und der Farbe Gelb.

Renault-CEO: Mit jedem neuen E-Auto wächst der Profit

Renault-CEO: Mit jedem neuen E-Auto wächst der Profit

Laura Horst  —  

Renault-Chef François Provost schlägt eine zehnjährige Regulierungspause seitens der EU vor, um die Autoindustrie zu entlasten.

Renault 4 E-Tech Roland Garros: Sonderedition feiert Premiere

Renault 4 E-Tech Roland Garros: Sonderedition feiert Premiere

Daniel Krenzer  —  

Renault zeigt den Renault 4 E-Tech Electric als Roland-Garros-Sonderedition. Das Show-Car feiert Premiere beim Tennisturnier in Paris.

Renault 4 „Plein Sud“: Cabrio-Feeling ab 36.300 Euro

Renault 4 „Plein Sud“: Cabrio-Feeling ab 36.300 Euro

Sebastian Henßler  —  

Der Renault 4 E-Tech elektrisch ist ab sofort als „Plein Sud“ mit Stoff-Faltdach bestellbar – und bringt gleichzeitig ein Technik-Update für die Baureihe.

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

Tobias Stahl  —  

Der Ladelösungsanbieter Mobility House will bestimmte Privatkunden ab diesem Jahr gratis laden lassen – dank V2G-Technologie. Was hinter dem Vorhaben steckt.

Renault-Chef Cambolive: „Elektromobilität ist die Zukunft“

Renault-Chef Cambolive: „Elektromobilität ist die Zukunft“

Sebastian Henßler  —  

Von Indien bis zum Twingo: Renault-Chef Cambolive erklärt, wie der Automobilhersteller globaler werden und zugleich bezahlbare E-Autos liefern will.