Renault setzt auf Eigenentwicklung für Alpine

Renault setzt auf Eigenentwicklung für Alpine
Copyright:

Alexandros Michailidis / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Renault Group neigt dazu, ihre eigenen Wege zu gehen, wenn es um die Entwicklung ihrer neuen Alpine-Sportwagen geht. Anstatt einer Kooperation mit Lotus Cars, einer Tochtergesellschaft von Geely, plant der französische Autohersteller, die neue Plattform intern zu entwickeln. Diese Entscheidung basiert laut eigener Aussage auf dem Vertrauen in die Fähigkeiten und das Fachwissen der eigenen Ingenieure, die Renault für ausreichend hält, um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.

Renaults Strategie zielt darauf ab, die Marke Alpine neu zu erfinden und ihr ein frisches, modernes Gesicht zu verleihen. Das Unternehmen betrachtet die neue Plattform als zentralen Baustein dieser Neuausrichtung. Renaults CEO, Luca de Meo, hat einen ambitionierten Plan ausgearbeitet, um das Image von Alpine aufzufrischen und die Marke zu elektrifizieren. Dabei hat er das bisherige Formel-1-Team des Unternehmens in Alpine umbenannt und plant, die Produktpalette von einem einzigen Modell, dem A110 Sportcoupé, auf eine vollständige Palette von vollelektrischen Autos auszudehnen.

Das erste neue Modell werde der A290 sein, ein kleines Elektroauto. Es soll in naher Zukunft durch einen kompakten SUV ergänzt werden. Auf das Concept Car Alpine A290_ß haben wir bereits einen Blick riskiert, welches wohl schon erkennen lässt, in welche Richtung sich das erste, reine E-Modell der Marke Alpine entwickeln soll. Ferner plant Renault in einigen Jahren die Einführung von mittelgroßen und großen Crossovern unter der Marke Alpine. Damit signalisiert Renault deutlich, dass Elektromobilität ein zentraler Aspekt seiner Zukunftsstrategie ist.

Trotz der wahrscheinlichen Entscheidung für eine Eigenentwicklung der Plattform seien die Gespräche mit Lotus noch nicht abgeschlossen. Während das Unternehmen eine endgültige Entscheidung trifft, bleibe die Beziehung zu Geely ungetrübt. Renault arbeitet bei anderen Projekten mit Geely zusammen und diese Partnerschaft soll nicht durch die aktuelle Situation beeinträchtigt werden. Inzwischen sind auch Gespräche mit AutoNation im Gange, um den Verkauf von Alpine in den USA zu beginnen. Insbesondere die zukünftigen größeren Modelle sind für den amerikanischen Markt vorgesehen. Der CEO von Alpine, Laurent Rossi, hat diese Absicht bereits bestätigt. Die Verkäufe außerhalb Europas sollen in Zukunft 50 Prozent des Gesamtabsatzes erreichen, so Renault-CEO Luca De Meo.

Langfristig denkt Renault sogar über einen Börsengang von Alpine nach. CEO De Meo hat diese Möglichkeit bereits in Betracht gezogen. Gleichzeitig ist das Unternehmen aktiv auf der Suche nach Investoren, die bereit sind, die Entwicklung von Alpine zu unterstützen. Trotz der Herausforderungen am Markt konnte Alpine seine Verkaufszahlen im letzten Jahr um 33 Prozent steigern. Mit 3546 verkauften Fahrzeugen bleibt Alpine jedoch ein Nischenplayer im Vergleich zum Gesamtumsatz von Renault von etwa 2,1 Millionen Fahrzeugen. Die traditionsreiche Marke soll bis 2030 einen Jahresumsatz von gut 150.000 Fahrzeugen erreichen.

Quelle: Automotive News Europe – Renault leans toward own tech rather than Lotus on Alpine, report says

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Alpine

Elektroautos heben die Renault Group über Marktniveau

Elektroautos heben die Renault Group über Marktniveau

Sebastian Henßler  —  

Drei Marken, ein Kurs: Renault, Dacia und Alpine legen 2025 geschlossen zu. Elektro- und Hybridautos gewinnen an Bedeutung und treiben den Absatz.

Wie die A390 den Geist von Alpine neu definiert

Wie die A390 den Geist von Alpine neu definiert

Michael Neißendorfer  —  

Mit der A390 schlägt Alpine ein neues Kapitel auf: Erstmals bringt die traditionsreiche Marke einen vollelektrischen Sport-Fastback mit Allrad auf die Straße.

Alpine soll gleich zwei neue Elektro-Roadster planen

Alpine soll gleich zwei neue Elektro-Roadster planen

Daniel Krenzer  —  

Sowohl Alpine A110 als auch A310 sollen offenbar auch in einer Cabrio-Version als Elektroauto auf den Markt kommen.

Alpine 390 GTS: Blaue Banane im Doppelpack

Alpine 390 GTS: Blaue Banane im Doppelpack

Wolfgang Gomoll  —  

Alpine bringt mit dem A390 einen Kurvenkünstler, der zwar nicht so agil wie ein Porsche Macan ist, aber enormen Fahrspaß bietet und deutlich weniger kostet.

Alpine A110: Vom Klassiker zum E-Sportwagen

Alpine A110: Vom Klassiker zum E-Sportwagen

Sebastian Henßler  —  

Alpine stellt die Produktion der A110 Mitte 2026 ein. Die Ikone macht Platz für eine vollelektrische Zukunft auf neuer Plattform.

Alpine A390: Elektro-Fastback ab 67.500 Euro

Alpine A390: Elektro-Fastback ab 67.500 Euro

Sebastian Henßler  —  

Alpine startet den Bestellbeginn für den neuen E-Fastback A390 ab 67.500 Euro. Drei Motoren, Allradantrieb und bis zu 551 Kilometer Reichweite sind gesetzt.

Renault kann Absatz und Umsatz steigern

Renault kann Absatz und Umsatz steigern

Michael Neißendorfer  —  

Im aktuell schwierigen Umfeld der Automobilindustrie konnte der Renault-Konzern im abgelaufenen dritten Quartal seinen Absatz und Umsatz erhöhen.