Renault-Deutschland-Chef: „Nicht jeder Kunde benötigt unbedingt die höchste Reichweite“

Renault-Deutschland-Chef: „Nicht jeder Kunde benötigt unbedingt die höchste Reichweite“
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Michael Neißendorfer
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Für den Autohersteller Renault ist das Jahr 2018 recht gut gelaufen: Während die Zulassungen bei den Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit einer Steigerung von nur 0,3 Prozent quasi stagnierten, konnte die französische Gruppe mit den Marken Renault, Dacia und Alpine mit einem Plus von 3,2 Prozent deutlich zulegen, erreichte einen Marktanteil von 6,2 Prozent und verteidigte gleichzeitig den ersten Platz bei den Importeuren.

Zwar gingen die Zulassungen bei der Kernmarke Renault um 1,6 Prozent auf 156 700 Einheiten zurück, doch diesen Rückgang glich Dacia mit 74 500 Zulassungen deutlich aus. Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen erreichte Renault mit 25 900 Zulassungen einen neuen Rekord. „So viele Nutzfahrzeuge haben wir in Deutschland noch nie zugelassen“, sagte Uwe Hochgeschurtz, der Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland bei der Vorstellung der Zahlen.

Meist verkauftes Modell war erneut der SUV Captur mit 23 800 Einheiten. Ebenfalls stark gewachsen ist der Absatz der Elektrofahrzeuge mit 7400 Stück. Der Zoe bleibt mit 6400 Zulassungen Bestseller und verteidigte seine Rolle als meistverkauftes Elektroauto in Deutschland. Seit seiner Markteinführung im Jahr 2013 wurden in Deutschland 17 800 Exemplare verkauft – so viel wie von keiner anderen Marke in Deutschland. Inzwischen haben sich die monatlichen Bestellungen auf rund 1000 Modelle eingependelt.

Wie es mit der Elektrifizierung bei Renault weitergeht, erklärte Hochgeschurtz in einem Gespräch mit dem Fachmagazin Auto Medienportal. Demnach will Renault sein Angebot „bis zum Jahr 2022 auf acht vollelektrische Fahrzeuge erweitern“ und „in den wichtigen Segmenten in Europa und anderen Ländern mit Elektromodellen vertreten sein“. Auch einige Plug-in-Hybride seien geplant für jene Volumenmodelle, bei denen die größten Einspareffekte beim Verbrauch und CO2-Ausstoß erreicht werden können. Allerdings müsse der Autohersteller auch realistisch sein und könne nicht einfach die gesamte Palette in kurzer Zeit umstellen. Die nächsten Modelle seien jedenfalls bereits „in der Entwicklung und werden in den kommenden Jahren auf den Markt kommen.“

Dabei wolle Renault wie beim Zoe vorgehen und seine Elektro-Palette „bei den meisten Volumenmodellen aus eigenständigen Entwicklungen“ bestücken. Man müsse Elektroautos „angesichts der technischen Gegebenheiten speziell entwickeln, denn schließlich stellen sich den Entwicklern ganz neue Aufgaben, um eine leistungsfähige Lösung zu erreichen“, so Renaults Deutschlandchef. Die Reichweiten kommender Modelle werden sich „dank der Entwicklung bei den Batterien deutlich erhöhen“, kündigte Hochgeschurtz an. Wobei allerdings „nicht jeder Kunde unbedingt die höchste Reichweite benötigt“. Das sei etwa beim Zoe zu beobachten, „wo Kunden auch die Versionen mit den geringeren Reichweiten wählen.“

Quellen: Auto Medienportal – Interview mit Uwe Hochgeschurtz: Renault startet mit Rückenwind ins neue Jahr

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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