Redwood Materials baut Batterierecycling in South Carolina auf

Redwood Materials baut Batterierecycling in South Carolina auf
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Redwood Materials

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Mit gut einem Jahr Verspätung hat Redwood Materials den Grundstein für sein 3,5-Milliarden-Dollar-Batteriewerk in South Carolina gelegt, wie der Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Regierungsbeziehungen Morgan Crapps in einem LinkedIn-Post verkündete. Die Anlage befindet sich außerhalb von Charleston und diene zum Recycling, zur Wiederaufbereitung und zur Herstellung von Anoden- und Kathodenmaterialien für Elektroauto-Batterien.

Ursprünglich geplant war, dass der Bau bereits im ersten Quartal 2023 beginnen sollte, wie Redwood Materials Ende 2022 mitteilte. In seinem „Battery Materials Campus“ getauften Werk will Redwood gut 1500 Arbeitsplätze schaffen und pro Jahr Kathoden- und Anodenkomponenten für gut 100 GWh an Batterien produzieren – genug, um mehr als eine Million Elektroautos mit Strom zu versorgen. Perspektivisch könne das Werk auch auf „mehrere hundert GWh pro Jahr“ erweitert werden, teilte das Unternehmen mit.

Die lokale Produktion, die keine fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung nutzen werde, soll die CO2-Emissionen der Batterieproduktion um etwa 80 Prozent verringern in Vergleich mit der aktuellen asiatischen Lieferkette. South Carolina ist seit fast drei Jahrzehnten ein beliebter Standort der Automobilindustrie mit mehr als 500 Unternehmen und 72.000 Beschäftigten. Mehrere bestehende Partner von Redwood wie Toyota, Volvo, Panasonic (das Tesla mit Batteriezellen beliefert) und Envision AESC haben Standorte in dem US-Bundesstaat.

Letzterer, der Zellhersteller Envision AESC, beliefert das US-Werk von BMW Spartanburg (ebenfalls in South Carolina) mit Batteriezellen für die E-Auto-Produktion vor Ort. Auch BMW baut seine Kapazitäten in dem US-Bundesstaat massiv aus und hat bereits 2022 angekündigt, insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar in die Produktion von E-Autos sowie die Montage von Hochvoltbatterien zu investieren. Bis 2030 will BMW mindestens sechs vollelektrische Modelle in den USA fertigen.

Redwood Materials konzentriert sich auf die Schaffung einer zirkulären Batteriewirtschaft und verwendet recycelte Batteriematerialien, um daraus wieder neue Akkus für E-Autos herzustellen. Dem Unternehmen zufolge können gut 95 Prozent der Rohstoffe aus alten Akkupaketen recycelt werden.

Quelle: Teslarati – Redwood Materials breaks ground on $3.5B South Carolina battery plant / Redwood Materials – Pressemitteilung vom 14.12.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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