H.C. Starck Tungsten zeigt neues Recyclingverfahren für Schwarzmasse

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H.C. Starck Tungsten

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Das deutsche Unternehmen H.C. Starck Tungsten hat auf der Battery Recycling Conference & Expo am 26. und 27. Juni in Frankfurt am Main eine neue, eigenständige Technologie für das Recycling von Schwarzmasse präsentiert, die gleichzeitig Rückgewinnungsraten und Ausbeuten maximieren und den Verbrauch von Energie und Hilfsstoffen minimieren soll, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung.

Das AREBAM genannte System (Adaptive process for the REcycling of economically strategic BAttery Materials), für das eine Reihe von Patenten angemeldet wurde, basiert auf drei Schlüsselinnovationen, die es besonders effizient und effektiv machen sollen. Zum einen ermögliche eine spezielle Vorbehandlung der Schwarzmasse die Extraktion von Lithium gleich zu Beginn des Prozesses in einem „Lithium-First“-Ansatz, der die Rückgewinnungsraten gegenüber etablierten Verfahren auf 95 Prozent erhöhe und den Einsatz von Soda nahezu überflüssig mache. Die Rückgewinnungsraten für Nickel, Kobalt und Mangan sollen ähnlich hohe Werte von über 95 Prozent erreichen.

Der Ersatz der üblichen Mixer-Settler-Technologie durch ein ausgeklügeltes Kolonnensystem reduziere zweitens den Energiebedarf für die Säureextraktion um rund 80 Prozent und verbessere die Raum-Zeit-Ausbeute um den Faktor fünf. Drittens minimiere das besonders effiziente Verfahren den Einsatz von Hilfsstoffen, indem beispielsweise Natronlauge und Schwefelsäure in einem geschlossenen Kreislauf in den Recyclingprozess zurückgeführt werden. Damit sinke der Gesamtverbrauch an Säuren um 50 und an Basen sogar um 90 Prozent.

Deutlich geringere CO2-Emissionen im Vergleich zur Gewinnung primärer Rohstoffe

Neben den Verbesserungen gegenüber bestehenden Verfahren zum Schwarzmasserecycling biete die AREBAM-Technologie erhebliche Vorteile im Vergleich zur Gewinnung von primärem Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan in herkömmlichen Verfahren wie Bergbau, weil es über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 90 Prozent weniger CO2-Emissionen verursache.

Leistungsfähige, industriell skalierbare Verfahren für das Schwarzmasserecycling bilden eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft im Batteriesektor“, sagt Dr. Julia Meese-Marktscheffel, Director Technology & Innovation Global bei H.C. Starck Tungsten. „Unsere innovative, kolonnen-basierte Technologie markiert in dieser Hinsicht einen Meilenstein, weil sie wesentlich effizienter und effektiver ist als etablierte Prozesse. Wir hoffen, dass unsere Lösung dazu beiträgt, die Etablierung von Schwarzmasse-Recycling im industriellen Maßstab deutlich voranzubringen.“

Quelle: H.C. Starck Tungsten – Pressemitteilung vom 26.06.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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