Recycling: Audi startet strategischen Rohstoffkreislauf

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Audi treibt die Kreislaufwirtschaft in seinen Produktionsprozessen weiter voran: Das Unternehmen will den Einsatz von Sekundärmaterial in Autos dort erhöhen, wo es technisch machbar sowie ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. So sollen vermehrt Rohstoffe nach ihrer Nutzung für neue Zwecke wiederverwendet werden, wie Audi mitteilt.

Seit 2023 testet Audi deshalb im Programm MaterialLoop Ansätze zur Umsetzbarkeit. Nachdem zunächst der Fokus auf der technischen Machbarkeit lag, hat das Unternehmen nun gemeinsam mit dem Partner TSR Resource ein wirtschaftlich tragfähiges Rückführungskonzept für Rezyklate aus Altfahrzeugen entwickelt und umgesetzt. Dabei werde Stahlschrott aus Autos, die am Ende ihres Lebenszyklus stehen, zu qualitativ hochwertigem Post-Consumer-Sekundärmaterial aufbereitet und für die weitere Nutzung in der automobilen Lieferkette gesichert.

In der ersten Ausbaustufe stellt Audi ab 2025 unter anderem mehrere Tausend Vorserienfahrzeuge für das Recycling zur Verfügung. Diese werden von TSR Resource zerkleinert und zu Recyclingrohstoffen für eine weitere Nutzung in der Automobilindustrie aufbereitet. Im Gegenzug erhält Audi Zugriff auf das aus diesen Autos gewonnene Sekundärmaterial, das einem sogenannten digitalen Materialkonto gutgeschrieben wird. Auf dieses Guthaben können potenzielle Material- und Bauteillieferanten im Rahmen eines Vergabeprozesses zugreifen. Dadurch erhalten mögliche Vertragspartner von Audi exklusiv Zugriff auf Recyclingrohstoffe aus Stahl, die sonst teils hohen preislichen Schwankungen unterliegen.

Wirtschaftliches Rückführungskonzept fördert Resilienz und Recycling in der Lieferkette

Perspektivisch will Audi den Prozess für weitere Materialströme und Fahrzeuge ausrollen. Infrage kommen alle Rohstoffe, die Audi aktuell oder künftig mit einem verbindlichen Rezyklatanteil für seine Autos einkauft. Durch das Rückführungskonzept könne das Unternehmen diese Rohstoffe unabhängiger von marktbedingten Kostenschwankungen beschaffen. Die Lieferkette gewinne dadurch langfristig an Resilienz. Gleichzeitig fördere Audi das Recycling und eine nachhaltigere Produktion von Autos bei gleichbleibend hoher Qualität und stelle sich schon jetzt zukunftssicher gegenüber externen Anforderungen auf.

„Das Potenzial von Recycling ist enorm. Wir arbeiten stetig daran, den Anteil an wiederverwerteten Materialien in unseren Fahrzeugen zu erhöhen“, sagt Audi Beschaffungsvorständin Renate Vachenauer. „Mit dem digitalen Materialkonto ist Audi Vorreiter in der Automobilindustrie und kann recycelte Rohstoffe als wertvolle Ressourcen unabhängiger vom Markt beschaffen. Audi zeigt: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand.“

„Ein wichtiger Beitrag gegenüber den Herausforderungen globaler Märkte“

Den verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen bezeichnet Audi als zentralen Schwerpunkt einer zukunftsorientierten Automobilproduktion. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie des Herstellers leiste mit dem Wiedereinsatz sogenannter Post-Consumer-Sekundärmaterialien einen wesentlichen Beitrag. Darunter versteht man Materialien, die bereits für einen anderen Zweck verwendet und nach ihrem ersten Leben wieder aufbereitet wurden.

Wie das in der Praxis technisch funktioniert, hat Audi bereits im Rahmen des MaterialLoop Programms gezeigt. Dazu zählen beispielsweise der anteilige Einsatz aufbereiteter Sekundärmaterialien für die Windschutzscheibe des Audi Q4 e-tron (GlassLoop) oder das Dachaußenteil des Audi Q6 e-tron (SteelLoop).

Christian Blackert, Geschäftsführer TSR Resource: „Wir freuen uns, gemeinsam mit Audi einen weiteren, wichtigen Meilenstein für eine gelebte Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie zu setzen. Dieses Projekt ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was dank Industriepartnerschaften möglich ist. Gleichzeitig machen wir uns unabhängiger von fragilen Lieferketten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Resilienz gegenüber den Herausforderungen globaler Märkte.“

Lösung für strategische, kosteneffiziente und nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Um Materialkreisläufe in der Industrie zu schließen, müssen in den meisten Fällen mehrere Unternehmen zusammenarbeiten. Das hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Recyclingpartner profitiert von einem planbaren Eingangsstrom von Altfahrzeugen und möglichen Abnehmern des Sekundärmaterials. Potenzielle Lieferanten erhalten Zugriff auf hochwertige, für die Automobilindustrie geeignete Rezyklate zu gleichbleibenden Konditionen – und können diese an Audi weitergeben. Audi kann seine Rohstofflieferketten zu verbesserten wirtschaftlichen Konditionen stabilisieren.

So lasse sich der Anteil an Post-Consumer-Sekundärmaterial für Neufahrzeuge steigern – ohne Abstriche bei Qualität und Kosten, wie Audi betont.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 04.04.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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