Produktionsstart für Mercedes-Lkw eActros

Produktionsstart für Mercedes-Lkw eActros
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Mercedes-Benz

Wolfgang Plank
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Ende Juni fand die Weltpremiere des Mercedes-Benz eActros statt, nun lief im Werk Wörth das erste Serienfahrzeug vom Band. Herzstück der Fertigung ist das Future Truck Center, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Hier wird demnach künftig auch die Elektrifizierung weiterer CO2-neutraler Mercedes-Benz Lkw stattfinden. Die Serienfertigung des für den Kommunaleinsatz entwickelten eEconic soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 starten. Die Serienreife des batterieelektrischen eActros LongHaul für den Fernverkehr ist für das Jahr 2024 geplant.

Der heutige Start der Serienproduktion des eActros ist ein handfester Beweis dafür, dass wir es mit dem emissionsfreien Transport ernst meinen„, sagte Daimler-Truck-Vorstandsmitglied Karin Rådström. Die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt betonte: „Der eActros ‚Made in Rheinland-Pfalz‘ ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass wir die Transformation in der Fahrzeugindustrie erfolgreich meistern können.“ Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Zwick glaubt: „Von unserem Werk in der Südpfalz wird die Zukunft des Transports ausgehen.

Bevor der eActros für seine Elektrifizierung ins Future Truck Center kommt, wird er nach Unternehmensangaben auf der bestehenden Montagelinie flexibel neben Lkw mit konventionellen Antrieben gefertigt. Grundsätzlich soll der Aufbau verschiedener Fahrzeugtypen so weit wie möglich integriert stattfinden und die Grundstruktur des Fahrzeugs auf einem Band gebaut werden – unabhängig davon, ob ein konventioneller Verbrennungsmotor oder ein elektrischer Antriebsstrang eingebaut wird.

Aus den neuen Produktionsprozessen ergeben sich auch neue Anforderungen an die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Belegschaft. Gestartet in 2018, haben sich am standorteigenen Aus- und Weiterbildungszentrum in Wörth nach Unternehmensangaben bis heute über 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen und -Komponenten weiterqualifiziert – und sich unverzichtbare Kompetenzen für die Montage elektrisch angetriebener Lkw angeeignet.

Der eActros macht den Anfang, weitere Modelle werden folgen: Mitte Juli haben Unternehmensleitung und Betriebsrat ein Zukunftspaket vereinbart, das die nachhaltige Serienproduktion von batterieelektrischen und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw im Mercedes-Benz Werk Wörth, die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Belegschaft innerhalb dieser Transformation sowie den weiteren Ausbau der Digitalisierung am Standort umfasst. Mit der Entscheidung, Zero Emission Trucks in Wörth zu fertigen, sichert das Unternehmen nach eigenen Angaben die langfristige Auslastung des Werks und eine stabile Beschäftigung am Standort.

Neben den Produkten soll der gesamte Standort Wörth inklusive Produktion ab 2022 CO2-neutral werden – so wie auch alle anderen europäischen Werke von Daimler Truck. Ab 2022 kommt Strom aus Wind- und Solarparks sowie Wasserkraftwerken. Auf dem Weg zu einer grünen Fabrik soll das Mercedes-Benz Werk Wörth darüber hinaus langfristig CO2-frei arbeiten, indem ein vollständig erneuerbares Energiesystem aufgebaut wird. Unter anderem soll eine zentrale Absorptionskälteanlage hunderte dezentrale Klimageräte am Standort ersetzen.

Technologisches Herzstück des eActros ist die Antriebseinheit mit zwei integrierten Elektromotoren samt Zwei-Gang-Getriebe. Das Konzept erlaubt auch Nachtanlieferungen sowie die Einfahrt in Innenstädte, in denen es Dieselfahrverbote gibt. Seine Energie schöpft der eActros je nach Ausführung aus drei oder vier Batteriepaketen und kann damit eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern erreichen. Der eActros kann mit bis zu 160 kW geladen werden: Die drei Batteriepakete benötigen an einer üblichen DC-Schnellladesäule mit 400A Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 7. Oktober 2021

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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