Preiskampf: Xpeng will Kosten um 25 Prozent senken

Preiskampf: Xpeng will Kosten um 25 Prozent senken
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Daniel Krenzer
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Beim chinesischen Autohersteller Xpeng geht man davon aus, dass der Preiskampf auf dem chinesischen Markt für Elektroautos so lange anhalten wird, bis die traditionellen Hersteller mit Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor keinen Gewinn mehr erzielen können und es keinen Spielraum mehr für weitere Preissenkungen gebe. Wie das Portal CNEVpost berichtet, äußerte sich das Management dahingehend bei einer gemeinsamen Sitzung mit Goldman-Sachs-Analysten.

Demnach schätzt Xpeng die aktuelle Marktsituation so ein, dass es unabdingbar sei, nun schnell einen höheren Marktanteil zu erzielen. Um dies zu erreichen, müssten die Kosten bei der Herstellung von Elektroautos weiter gesenkt werden. Dafür sollen zum einen vorgelagerte Kosten – wie der Kauf von Fahrzeugbatterien – gesenkt und an den Kunden weitergegeben werden. Der andere Faktor seien „niedrigere Kosten auf der Grundlage von Technologie und technischem Know-how“, wo man sich im Vergleich zu den traditionellen Autoherstellern klar im Vorteil sieht.

Technologische Innovationen mindern Kosten

So sollen die Kosten für das ADAS (Advanced Driver Assistance System) weiterhin gesenkt werden, unter anderem durch die Verwendung von weniger Lidar- und Millimeterwellenradar-Sensoren. Derzeit koste das ADAS von Xpeng pro Fahrzeug etwa 25.000 Yuan (3200 Euro), bei anderen Herstellern reiche die Spanne von 20.000 bis 30.000 Yuan (2600 bis 3800 Euro) – das Unternehmen liegt dabei also ziemlich genau in der Mitte, strebt aber danach, bald zu den günstigsten Anbietern von ADAS zu zählen.

Die Kostensenkungsmaßnahmen von Xpeng wirkten sich bereits jetzt positiv aus, heißt es im Bericht von CNEVpost. So koste die überarbeitete Version des G9 40.000 bis 50.000 Yuan (5100 bis 6400 Euro) weniger als die ursprüngliche Version, erziele aber höhere Margen, wie der Research Note von Goldman Sachs zu entnehmen ist. Von den neuen Modellen in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 erhoffe man sich eine Kostenminderung von 25 Prozent aufgrund von technologischen Innovationen – und somit mit deutlich steigenden Margen trotz günstigeren Fahrzeugpreisen.

VW soll beim Expandieren helfen

Xpeng werde zudem die Exporte steigern, um in Überseemärkte wie Deutschland und Frankreich zu expandieren, und plant, 2024 Links- und Rechtslenkerversionen des G6 zu exportieren, heißt es in dem Bericht. Wenn im kommenden Jahr auch das Modell G6 exportiert wird, rechnet Xpeng mit einem Exportabsatz von 100.000 Fahrzeugen in 2024.  Mittel- bis langfristig will Xpeng außerdem von seiner Partnerschaft mit Volkswagen profitieren, um international stärker zu expandieren.

Quelle: CNEVpost – „Xpeng sees price competition continuing until traditional OEMs can’t profit on ICEs“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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