Preiskampf: Elektroauto-Rabatte setzen Händler unter Druck

Preiskampf: Elektroauto-Rabatte setzen Händler unter Druck
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Auf dem Elektroautomarkt beginnen die Händler, sich durch Rabattangebote preislich zu unterbieten, vor allem im Bereich der Gewerbeflotten und in den volumenstarken Segmenten. Die Branche stehe vor einem „heißen Preis-Herbst“, schreibt die Automobilwoche. Bei den hohen Preisnachlässen sticht insbesondere Stellantis hervor.

Die Rabatte ziehen sich durch die gesamte Branche und betreffen sowohl Pkw als auch leichte Nutzfahrzeuge. Haupttreiber für die Preisnachlässe sind die CO₂-Vorgaben der EU und die geringe Nachfrage nach Elektroautos. Neue Marken, die den Markt betreten, sowie die Strafzölle verstärken den Preiskampf.

„Bis Jahresende 2025 spricht vieles für anhaltend hohe E-Auto-Rabatte, insbesondere in den volumenstarken Segmenten und im Flottenkanal, der 2025 wieder als Elektroauto-Treiber auffällt“, kommentiert Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA), das aktuelle Marktgeschehen.

Auch Martin Gehring von der Unternehmensberatung Simon-Kucher ist der Ansicht, dass die große Auswahl und der hohe Wettbewerb auf dem Elektroautomarkt, dem hohe Preise gegenüberstehen, kurzfristig in einer Rabattschlacht enden könnten. Für die Kunden würde dies mittelfristig zu günstigeren Angeboten führen.

Stellantis sticht mit Angeboten hervor

Besonders stechen die Angebote der Stellantis-Marken hervor. Citroën-Partner bieten für Gewerbekunden beispielsweise den e-C3 ab 107 Euro monatlich an, die Opel-Modelle e-Corsa und e-Grandland sind für 99 Euro im Leasing erhältlich.

Damit unterbietet Citroën sogar die Konditionen in Frankreich, wo der Hersteller vom Social Leasing mit den staatlichen Zuschüssen profitiert. Solche Angebote setzen die Händler massiv unter Druck. Dabei sind die hohen Preisnachlässe bei Stellantis hausgemacht, statt nur durch den branchenweiten Wettbewerb verursacht.

Händler sehen sich bei Rabatten im Zugzwang

Stellantis-Händler erhalten nur einen Bonus in Höhe von 1700 Euro vom Konzern, wenn sie die Volumenziele und E-Auto-Vorgaben erreichen. Vor allem bei Kleinwagen ist der Bonus vergleichsweise hoch. „Die Bonussysteme zwingen die Händler, bei den Rabatten mitzumachen“, beklagt ein Händler gegenüber der Automobilwoche. Vor allem bei den großen Gruppen seien die Zielvorgaben kaum erreichbar, sodass man bei den Rabatten mitziehen müsse, um den Bonus zu bekommen.

„Bei Elektroautos befinden wir uns in einem ruinösen Preiskampf, der die Margen aufzehrt. Die Streckung der CO₂-Ziele hat daran nichts geändert“, sagt Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe.

Der Stellantis-Partner fordert höhere Margen und geringere Boni. Gegenwärtig kalkulierten Händler beim Neuwagenverkauf bereits Verluste mit ein, um den Bonus überhaupt zu erhalten. „Die Nachlässe gehen derzeit auf Kosten der Händlerrendite“, sagt er.

Händler deutscher Hersteller sehen Aktionen positiver

Die Partner der deutschen Autohersteller beurteilen die Lage etwas optimistischer. „Volkswagen trifft mit seinen Verkaufsaktionen derzeit gute Preispunkte“, sagt ein VW-Händler. Trotz geringer Gewinnmargen stimme der Traffic in den Autohäusern. Ein BMW-Partner sieht neue Aktionen als unerlässlich an, damit es Ende des Jahres oder Anfang 2026 nicht zu einer Lücke bei den Auslieferungen kommt.

Während die Rabattaktionen hauptsächlich auf Gewerbekunden abzielen, bevorzugen viele Privatkunden junge Gebrauchte gegenüber Neuwagen. Das führt neben den Rabatten zu zunehmend mehr Tageszulassungen, die bei Great Wall Motor und DS zuletzt bei über 60 Prozent lagen, während sie bei Mitsubishi, Lexus und Opel rund 45 Prozent ausmachten.

Quelle: Automobilwoche – E-Autos: Die Rabattschlacht hat begonnen

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