Nio stoppt Expansion in Europa: Fokus auf vorhandene Märkte

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Michael Vi / Shutterstock / 1523107280 (Symbolbild)

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

Chinesische Elektroautohersteller reagieren auf die geplanten Strafzölle der EU für in China hergestellte Elektroautos, die ab Ende Oktober in Kraft treten sollen. Als Konsequenz hat Nio-CEO William Li angekündigt, sich vorerst auf bestehende europäische Märkte konzentrieren zu wollen und bei der Expansion darüber hinaus in Europa eine Pause einzulegen, wie Eletric Vehicles berichtet.

Nachdem die EU-Kommission die Zölle im vergangenen Monat erhöht hat, muss Nio mit Strafzöllen von 21,3 Prozent statt den bisher angesetzten 20,8 Prozent rechnen. Seine Preise hat das Start-up mit Sitz in Shanghai bisher nicht angehoben, prüft diese Entscheidung jedoch noch. Während Li Ende Mai noch erklärt hatte, im nächsten Jahr vermutlich nach Großbritannien zu expandieren, hat der Elektroautohersteller nun seine Pläne geändert und will sich vorerst auf die bestehenden europäischen Märkte fokussieren.

„Wir werden uns also auf die fünf bestehenden europäischen Märkte konzentrieren, die wir bereits erschlossen haben. Wir wissen auch, dass die Etablierung von Nio, einer weiteren Premium-Marke auf dem europäischen Markt, längere Zeit in Anspruch nehmen wird, und wir sind diesbezüglich sehr geduldig“, erklärte Li bei der Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen.

Der ehemalige Nio-Ländermanager für Großbritannien, Matt Galvin, hatte Mitte Juni mitgeteilt, dass er zu Polestar wechseln und dort die Position als Geschäftsführer für Großbritannien und Irland antreten wird. Zuvor hatte Galvin im März seinen Zuständigkeitsbereich erweitert und war als Head of European Sales auch für Geschäftsaktivitäten in Deutschland, Norwegen, Schweden, Dänemark und den Niederlanden zuständig, Nio hat indessen noch keinen neuen Leiter für den britischen Markt genannt.

„Wir werden den gleichen Plan weiterverfolgen“

„In der Zwischenzeit bedeutet das aber nicht, dass wir unsere Aktivitäten dort eingestellt haben. Anfang dieses Jahres haben wir gerade unser Nio House in Amsterdam eröffnet, und wir installieren und betreiben weiterhin unsere Batteriewechselstationen in Europa. Wir werden also den gleichen Plan weiterverfolgen“, erklärte Nio-Chef Li in Bezug auf Investitionen in Europa.

Momentan betreibt der chinesische Elektroautohersteller 54 Wechselstationen in Europa, von denen sich 36 und damit die meisten in Deutschland und Norwegen befinden. Hinzu kommen zehn in den Niederlanden, sieben in Schweden und eine Station in Dänemark.

Quelle: Eletric Vehicles – Nio CEO Announces Pause on European Expansion to “Focus on Existing Markets”

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