Nikola wird mit VectoIQ fusionieren und an die Börse gehen

Nikola wird mit VectoIQ fusionieren und an die Börse gehen
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Nikola Motors

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Mit seinem Brennstoffzellen-Truck, der im Jahr 2022 eingeführt werden soll, will Nikola das „iPhone“ unter den schweren LKW auf die Straße bringen. Die Wasserstofftechnologie habe etliche Vorteile gegenüber Diesel-LKW und rein elektrischen Konzepten. Wie das Start-Up zu verstehen gab sei es an der Zeit, „endlich eine emissionsfreie Lösung für den Markt der Schwerlast-Lkw anzubieten“.

Fusion soll eigene Marktposition und Wachstum stärken

Um die eigene Position am Markt zu stärken und um sich weiteres Kapital zu sichern wird Nikola mit VectoIQ Acquisition Corp. ein Unternehmen gründen, welches sich auf die Entwicklung von intelligenten Transportmitteln der nächsten Generation konzentriert. Nach Abschluss der Fusion – im Laufe des 2. Quartals 2020 – wird das kombinierte Unternehmen den Namen Nikola Corporation tragen und voraussichtlich weiterhin an der NASDAQ unter dem neuen Tickersymbol „NKLA“ notiert bleiben. Der fusionierte Unternehmenswert beläuft sich eigener Aussage nach auf 3,3 Milliarden Dollar.

„Wir glauben, dass wir ein differenziertes Geschäftsmodell haben, das auf der Wirtschaft und nicht auf staatlichen Subventionen beruht. Wir müssen jetzt die Zahl der Fahrzeuge verdoppeln, die Zeitpläne beschleunigen und auf den Markt bringen“, so Trevor Milton, Gründer und CEO von Nikola, im Rahmen der Bekanntmachung der Fusion. Bisher liegen seiner Aussage nach Nikola mehr als 10 Milliarden Dollar an Vorbestellungsverträge für deren E-LKWs (Batterie und Brennstoffzelle) vor.

Der Erlös aus der Fusion und dem darauffolgenden Börsengang soll die Produktion beschleunigen. Des Weiteren wird Nikola den Grundstein für seine hochmoderne Produktionsanlage in Coolidge, Arizona, legen und mit der Einführung der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur beginnen. Erste Einnahmen werden für das Jahr 2021 geplant, wenn Nikola seine Batteriebetriebenen LKW auf die Straße bringt, gefolgt von einer Umsatzsteigerung durch die Einführung des Brennstoffzellen-LKW ab 2023. Des Weiteren wird der Aufbau von Wasserstofftankstellen für die Flotten der Nikola-Kunden, wie z.B. Anheuser-Busch eine entscheidende Rolle spielen.

Fusion führt zu keiner Veränderungen bei Personalien

Hinsichtlich der Personalien, nach erfolgreicher Fusion, wurde bekannt, dass Nikola-CEO Trevor Milton als geschäftsführender Vorsitzender des kombinierten Unternehmens fungieren und weiterhin die Vision und zukunftsorientierte Strategie leiten wird. Mark Russell, der über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Aufbau und Management von Unternehmen in der Fertigungsindustrie verfügt, wird als CEO von Nikola fungieren. Kim Brady, derzeit CFO von Nikola, wird diese Funktion auch nach Abschluss der Transaktion weiterführen.

Der Deal beinhaltet eine Privatplatzierung von Stammaktien in Höhe von 525 Millionen Dollar. Die Aktien gehen vornehmlich an institutionelle Anleger. Dennoch sollen die bestehenden Anteilseigner von Nikola weiter Mehrheitseigner des fusionierten Unternehmens bleiben. Die Verwaltungsräte von VectoIQ und Nikola haben die vorgeschlagene Transaktion einstimmig genehmigt. Der Abschluss der vorgeschlagenen Transaktion unterliegt der Zustimmung der Aktionäre von VectoIQ und Nikola sowie anderen üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich einer Registrierungserklärung, die von der Securities and Exchange Commission für wirksam erklärt wird, und wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Quelle: Nikola Motors – Pressemitteilung vom 03. März 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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