Microlino-Geschäftsführer: Retro-Stromer ist „das ideale Stadtfahrzeug“

Microlino-Geschäftsführer: Retro-Stromer ist „das ideale Stadtfahrzeug“
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Microlino

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Microlino belebt den knuffigen Kabinenroller Isetta neu: Als Elektroauto kommt der Retro-Stromer im Look der Fünfziger Jahre im Jahr 2019 endlich auf die Straße. Gebaut wird der Microlino bei Artega, eigentlich bekannt für exklusive Sportwagen. In einem Interview mit Edison erklärt Microlino-Gründer Oliver Ouboter, was bei dem Schweizer Unternehmen momentan auf der Agenda steht.

Oliver Ouboter, der gemeinsam mit seinem Vater Wim und seinem Bruder Merlin das Microlino-Projekt gestartet hat, sagt, dass die drei „schlicht nicht erwartet“ hätten, „dass die Nachfrage so groß sein würde. Wir haben ja bereits über 10.000 Reservierungen, obwohl noch kein Kunde den Microlino je hat Probe fahren können und wir in den vergangenen Monaten auch nicht groß die Werbetrommel gerührt haben.“

Zunächst sollte der Microlino bei Tazzari in Italien gebaut werden, davon sind die Gründer nun abgekommen. Tazzari habe es nicht für möglich gehalten, in so hohen Stückzahlen produzieren zu können. Artega hingegen habe eine 3000 Quadratmeter große Produktionshalle, in der „bei voller Kapazität 8000 Microlinos pro Jahr“ gefertigt werden können, so Ouboter. „Das ist ein großer Schritt nach vorn, im Vergleich zu dem was wir bisher zur Verfügung hatten.“ Zudem lasse sich die Produktion auf dem Gelände bei Bedarf sogar noch erweitern.

Da der Sportwagenhersteller Artega „zum Ökosystem von Paragon, einem erfahrenen Zulieferer“ gehört, „der für Autohersteller Bildschirme, Sprachassistenten, Lautsprecher und andere Bauteile für den Innenraum herstellt“, passe der neue Partner perfekt zu Microlino. Die Batterien für den knuffigen Retro-Stromer etwa kommen von der Paragon-Tochter Voltabox. Von diesem Know-How und der Finanzstärke des neuen Partners könne Microlino nur profitieren.

Zwar müsse Artega nun eine neue Produktionslinie aufbauen und neue Mitarbeiter finden, aber Microlino rechnet dafür „nur mit minimalen Verzögerungen“. Die Zusammenarbeit sei schon länger geplant gewesen: „Die Vorbereitungen haben aber schon seit einiger Zeit begonnen und Artega ist schon dabei, die Fertigungslinie aufzubauen“, erklärt Ouboter. Im Jahr 2019 sollen die ersten 1000 bis 1500 Fahrzeuge gebaut werden, ab 2020 soll die volle Kapazität von 8000 Modellen pro Jahr erreicht sein.

Bosch als Werkstatt-Partner im Gespräch

Es sei auch für die Vertriebs- und Servicestrukturen von Microlino wichtig, „dass wir nicht gleich im ersten Jahr mit 8000 Fahrzeugen loslegen und die in alle Welt verkaufen. Wir werden erst lokal in Zürich starten und dann in der zweiten Jahreshälfte in den Süden Deutschlands expandieren. Wir machen das Schritt für Schritt, um unseren Kunden einen guten Service bieten können.“ Als Werkstatt-Partner will Microlino in der Schweiz mit Bosch Car Service zusammenarbeiten, einem etablierten Unternehmen, auf dessen Expertise schon viele andere Hersteller vertrauen, wie etwa auch das Elektroauto-Start-up E.Go aus Aachen. Auch für Deutschland werde dies angepeilt, unterschrieben sei jedoch noch nichts.

Der Preis von 12.000 Euro für das Basismodell gelte auch mit dem neuen Partner, das Modell mit der größeren Batterie und somit bis zu 200 Kilometer Reichweite soll um die 15.000 Euro kosten. Mit dem Microlino wolle Ouboter „eine neue Produktkategorie“ schaffen, zwischen Motorrad und Auto, „die eigentlich das ideale Stadtfahrzeug ist“.

Quelle: Edison – Microlino: „Ohne Versuch und Irrtum geht es nicht“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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