Der MG4 erinnert optisch wie technisch an den VW ID.3 – bietet aber mehr Bandbreite, mehr Wertigkeit und sogar eine Powerversion mit 435 PS starkem Allradantrieb. Jetzt dehnt der chinesische Autokonzern SAIC mit dem britischen Markennamen MG seine Elektropalette um den MG4 Urban nach unten aus. Viel Auto für überschaubares Geld: Denn eine 6000-Euro-Sonderprämie sorgt aktuell dafür, dass der an sich mindestens 24.990 Euro teure MG4 Urban ohne jede Fördermaßnahmen bereits knapp unter 19.000 Euro startet. Das könnte für den ein oder anderen potenziellen Kunden doch ein Anreiz sein, zumal sich mit der staatlichen Förderprämie der Preis weiter drücken lässt, im besten Fall auf knapp 13.000 Euro.
Dabei punktet der urbane MG4 nicht allein mit seinem günstigen Basispreis, sondern dank 4,40 Metern Länge einem überaus großzügigen Platzangebot und mit technischen Daten, die selbst ausgemachte Verbrennerfans grübeln lassen. Dabei hat der Kunde die Wahl, für welches Batteriepaket er sich entscheiden möchte. Das Basismodell bietet einen 43 kWh großen Akku, der den 110 kW / 149 PS starken Motor mit Energie versorgt, der im Unterschied zum Standard-MG4 auf der neuen E3-Plattform jedoch über die Vorderachse angetrieben wird. Viel Leistung ist das für ein Elektroauto auch mit dem maximalen Drehmoment von 250 Nm nicht, doch der Wunsch nach Mehrleistung kommt im Alltagsbetrieb keinesfalls auf. Der Elektro-Fronttriebler ist flott unterwegs und hängt eifrig am Gas – und so ist der Blick zum etwas stärkeren Modell mit 118 kW / 160 PS nur deshalb interessant, weil diese obligatorisch an das größere Batteriepaket mit immerhin 54 kWh gekoppelt ist.
Das sorgt dafür, das die etwas schmale Reichweite des MG4 Urban 43 kWh von 325 immerhin auf rund 415 Kilometer steigt. Das garantiert nicht nur bei kalten Wintertemperaturen mehr Spielraum im Alltag – auch weil die maximale Ladeleistung bei beiden Modellen mit 82 sowie 87 kW eine Enttäuschung für ein Fahrzeug des Jahres 2026 ist. Um das Batteriepaket im Unterboden erstarken zu lassen, vergeht bei beiden Modellen etwa eine halbe Stunde. Da sind die Fahrleistungen mit 0 auf Tempo 100 in knapp unter zehn Sekunden und immerhin 160 km/h Spitze schon überzeugender. Im Gegensatz zu so manchem günstigen Wettbewerber kann man sich im MG4 trotz der eindeutigen Nomenklatur schon einmal auf die Autobahn trauen.
Dabei bewegt sich der gar nicht so kompakte Chinese im Alltag nicht allein ebenso flott wie leise, sondern auch betont komfortabel mit einer weichen Grundabstimmung. Wird es auf der Landstraße flotter, gleicht der niedrige Schwerpunkt das Akkupakets die Wankneigung der hoch bauenden Karosserie nur teilweise aus. Gut bei jedem Tempo: die Rückmeldung der Bremse, wo man den Übergang zwischen Rekuperation und Scheibeneinsatz kaum spüren kann. Die Federung bügelt Unebenheiten im Fahrbahnbelag solide hinweg, und die ebenso leichtgängige wie leider auch gefühllose Lenkung wird kaum einen Nutzer im Alltagsbetrieb stören – schon gar nicht beim Rangieren in der City. Dabei bietet der MG4 Urban auch dank seines 2,75 Meter langen Radstandes ein ansehnliches Platzangebot vorne und speziell auch hinten. Hier finden problemlos zwei und auf kurzen Strecken auch drei Personen Platz – zu einem Preis von unter 19.000 Euro. Wer bietet das aktuell schon?

Der Innenraum ist nüchtern, puristisch und dem ein oder anderen vielleicht etwas zu lieblos. Doch die Verarbeitung passt, die Bedienung über wenige Taster (Klimatisierung / Entertainment) sowie den zentralen 12,8-Zoll-Bildschirm ist eingängig und das nur sieben Zoll große Instrumentendisplay ist in diesem Preissegment ebenfalls mehr als in Ordnung. Leider ist die Serienausstattung der aktuell 18.990 Euro teuren Basisversion überschaubar. So fehlen beim Standardmodell namens MG4 Urban Active durchaus sinnvolle Details wie anklappbare elektrische Außenspiegel, Ladefunktion für das Smartphone, eine Sitz- / Lenkradheizung oder zusätzliche Boxen für besseren musikalischen Klang. Daher dürften für viele Kunden die Ausstattungspakete Comfort oder Premium (nur mit dem 54-kWh-Akku kombinierbar) die bessere Wahl sein. Dann klettert der Preis jedoch auf 27.190 bis 31.490 Euro – abzüglich des 6000-Euro-Hersteller-Rabattes.








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