Mercedes plant vollelektrische Zukunft für Reisemobile

Mercedes plant vollelektrische Zukunft für Reisemobile
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Hannes Dollinger
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Bisher hat Mercedes bei seinen Reisemobilen auf reine E-Antriebe verzichtet. Doch das soll sich bald ändern: Ab 2026 will der Hersteller seine Freizeitfahrzeuge auf die neue E-Transporter-Plattform „VAN.EA“ stellen und so die Elektrifizierung vorantreiben.

Wie Mercedes angekündigt hat, sollen die großen und mittelgroßen Reisemobile der Marke künftig auf der Basis der elektrischen VAN.EA entwickelt werden. Diese Plattform ist speziell für leichte Nutzfahrzeuge konzipiert und erschließt damit neue Möglichkeiten für E-Camper.

Bislang standen mit dem EQV und dem E-Sprinter zwar elektrische Basisfahrzeuge zur Verfügung.  Diese wurden kürzlich mit einer dezenten Modellpflege versehen.  Allerdings sind Reichweite und Zuladung noch eingeschränkt. Bei der Umrüstung zu Wohnmobilen, die in der Regel auch mal weitere Strecken fahren wollen, ist das ein großer Nachteil. Mit der neuen Plattform will Mercedes diese Nachteile überwinden.

Schon jetzt gibt es erste Modelle und Konzepte für elektrische Reisemobile von Mercedes. Auf dem Caravan Salon 2022 in Düsseldorf, der weltweit größten Caravaning-Messe, im Dezember letzten Jahres präsentierte der Hersteller beispielsweise den E-Camper auf Basis des EQV. Auch externe Anbieter wie Reimo und Tonke zeigen bereits erste umgebaute E-Mobile.

Der Mercedes EQV ist aktuell in zwei verschiedenen Batterievarianten erhältlich. Der EQV 250 wird von einer 60 kWh Batterie mit einer WLTP-Reichweite von sehr geringen 213 bis 236 km betrieben. Mit der 90 kWh Batterie des EQV 300 beträgt die Reichweite nach dem WLTP-Verfahren 326 bis 363 km. Beim Laden an einer Schnellladesäule mit bis zu 110 kW wird die Aufladezeit von 10 auf 80 Prozent auf etwa 40 Minuten geschätzt. Das wird den meisten Camping Fans noch zu wenig sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich durch einen Umbau das Gewicht erhöht und damit noch weiter an der elektrischen Reichweite nagt.

Das soll sich spätestens mit den neuen Modellen ändern und deutlich höhere Reichweiten erlauben. Vorteil des neuen E-Sprinters: Er wird als offenes Baumuster angeboten. Damit können Wohnmobil-Hersteller auf der Basis einfacher Kastenwagenaufbauten eigene Teilintegrierte und Integrierte entwickeln.

Ein seriennahes Konzept, das Mercedes ebenfalls im Dezember 2022 in Düsseldorf vorgestellt hat, ist der EQT Marco Polo auf Basis des kleinen E-Vans T-Klasse. Der Micro-Camper mit Elektroantrieb soll 2023 in Serie gehen und die Marco Polo Linie von Mercedes damit nach unten ergänzen.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern wie Ford oder VW setzt Mercedes damit konsequent auf die direkte Elektrifizierung ohne den Zwischenschritt über Plug-in-Hybride. Ob sich die Nachfrage nach E-Campern langfristig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten und hängt mit Sicherheit zum großen Teil von den dann möglichen Reichweiten ab.

Quelle: nextmobility: Mercedes verspricht ab 2026 nur noch E-Reisemobile / Promobil: Eignet sich der E-Sprinter als E-Reisemobil? / Auto-Motor-Sport: Elektrischer Micro-Camper kommt

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Hannes Dollinger

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Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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