McLaren plant rein elektrischen P1-Nachfolger bis 2030

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der lang erwartete Nachfolger des McLaren P1 wird zum Vortrieb ausschließlich Strom nutzen, sollte er wirklich gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen. „Wir sind ziemlich beschäftigt, ja“, erwiderte Mc-Laren CEO Michael Leiters der britischen Autocar auf die Frage, ob ein Modell an der Spitze des McLaren-Portfolios in Arbeit sei, um mit dem vollelektrischen Porsche Mission X zu konkurrieren, Porsches eigenem Nachfolger des P1-Rivalen 918 Spyder.

Seit der Einführung des P1, ein heckgetriebener Mittelmotor-Hybrid-Supersportwagen mit 674 kW (916 PS), im Jahr 2012 hat McLaren schon mehrmals verlauten lassen, dass es einen schrittweisen Technologiewechsel geben müsse. Die Entwicklungen bei batterieelektrischen Antriebssträngen und die Fortschritte bei den Batterietechnologien machen ein solches Modell immer wahrscheinlicher. Leiters zufolge ist sich McLaren allerdings „nicht sicher“, ob sich ein rein elektrischer Supersportwagen mit der Firmenphilosophie vereinbaren lässt.

Der Hauptgrund für Leiters Bedenken sei das Gewicht: „Wir wollen kein Auto mit 2000 kg und 2000 PS bauen – das kann jeder tun. Das liegt nicht in der DNA von McLaren“, sagte der Unternehmenschef. „Wir wollen ein Auto herstellen, das mit dem 750 in Bezug auf das Gewicht vergleichbar ist“, präzisierte er. Gut 1400 Kilogramm wären also der Ausgangspunkt. Der kaum erreicht werden wird, schließlich bringt der unabdingbare Akku mehrere Hundert Kilo Zusatzgewicht mit sich, wie ein Blick auf die Entwicklung bei Porsche zeigt: Die Zuffenhausener tüfteln derzeit für einen Serienstart in gut zwei Jahren an einem rein elektrischen 718. Der Zielwert beim Gewicht: gut 1650 Kilogramm. Deutlich mehr als beim aktuellen 718 mit Verbrennungsmotor, der etwa 300 Kilogramm weniger wiegt.

Wir arbeiten an Konzepten dafür, wir erforschen das und wir haben wirklich aufregende Ideen dazu“, sagte Leiters über den Stand der Entwicklung bei der britischen Sportwagenmarke. Der McLaren-CEO rechnet damit, dass ein solches Elektroauto „vielleicht am Ende des Jahrzehnts“ fertig sein kann. Zur Positionierung – ob Hypercar oder Supercar – sagte Leiters: „Im Allgemeinen denke ich, dass der beste Weg, eine neue Technologie einzuführen, von oben nach unten ist“. Klar sei bei all dem: „Es muss das übertreffen, was wir mit unseren Verbrennern machen“.

„Die Zeiten ändern sich und wir müssen uns auf neue Zeiten vorbereiten“

McLaren komme um die Entwicklung eines Elektro-Sportwagens nicht umhin, sagte Leiters. „Die Zeiten ändern sich und wir müssen uns auf neue Zeiten vorbereiten“. Der Erfolg des 750S zeige, dass die Kunden Verbrenner-Autos lieben, „aber vielleicht gibt es andere Kunden und sie interessieren sich für andere Dinge“. Übermäßig hohe Nachfrage aus Kundensicht nach einem rein elektrischen McLaren gebe es allerdings momentan noch nicht, schob er hinterher.

Leiters sagte dem britischen Automagazin weiter, dass der reine Elektroantrieb eine von drei Säulen in der Antriebsstrangentwicklung von McLaren sei, neben Verbrennungsmotoren und Hybriden. Letztere sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre gut 90 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Im weiteren Sinne begrüßte er auch den Vorschlag der EU, Verbrenner, die mit E-Fuels betrieben werden, auch nach 2035 zum Verkauf zuzulassen. Der McLaren-Chef bezweifelt, dass bis dahin es eine Technologie gibt, die alle Anwendungsfälle abdecken kann. Die Klimafrage stelle sich bei Fahrzeugen des Sportwagenherstellers ohnehin deutlich weniger als bei anderen Modellen von Volumenherstellern, findet Leiters: Denn in einem Fall wie bei McLaren, „mit geringen Stückzahlen und geringen Laufleistungen“, werde es schwer, die höheren CO2-Emissionen in der Produktion, die von der Batterie stammen, über den Lebenszyklus des Fahrzeugs wieder auszugleichen.

Quelle: Autocar – Electric McLaren P1 successor tipped for launch by 2030

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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